Geflüchtete errichten ihre eigene Universität in Uganda – Teil 1
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Geflüchtete errichten ihre eigene Universität in Uganda – Teil 1

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Klara unterstützte uns 2016 als Jugendbotschafterin und berichtet heute von ihrer Reise nach Uganda und ihren Eindrücken aus Nakivale, einem Camp für Geflüchtete. 

Anfang 2016 eröffneten die Vereinten Nationen der Welt die wohl wichtigsten Ziele für eine weltweit nachhaltige Entwicklung. Zu den UN Global Goals gehören nicht nur essentielle Bestreben wie die Bekämpfung extremer Armut und die Beendigung von Ungleichheiten, sondern auch die Sicherung qualitativ hochwertiger Schulbildung für Jungen und Mädchen. Es ist noch ein langer Weg, bis alle Ziele verwirklicht werden. Daher ist es umso wichtiger, sich tatkräftig für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Sechs junge Kongolesen wollen nicht mehr auf Unterstützung von außen warten, sondern ihre Zukunft selbst gestalten. Als Geflüchtete gründen sie daher in einem Flüchtlingscamp in Uganda eine außergewöhnliche Universität, die Jugendliche in die Selbstständigkeit führen soll.

Patrick und seine Freunde

Patrick ist 23 Jahre alt. Er stammt aus der DR Kongo. Nach einigen Angriffen von Rebellengruppen auf seine Stadt, flüchtet er vor 6 Jahren Hals über Kopf mit seinem jüngeren Bruder Raphael über die ugandische Grenze in das Nachbarland. Seine Familie bleibt zurück. Zu groß ist das Heimatgefühl und die Angst, die gewohnte Umgebung, Freunde und Verwandte zurück zu lassen. Ich treffe Patrick in Uganda und er erzählt mir seine Geschichten. Erlebnisse, die für mich nur schwer zu verdauen sind. Geflohen vor Krieg, Unruhe und Angst und aufgenommen in einem Land, das selbst immer noch zu den ärmsten der Welt zählt. Dennoch gilt Uganda oft als Vorbild, wenn es um den Umgang und die Aufnahme Geflüchteter geht. „Viele kommen ohne Pass über die Grenzen und werden trotzdem in den Camps untergebracht und registriert“, erzählt mir Patrick.

Im Südwesten Ugandas, kurz vor der Grenze zu Rwanda, liegt Nakivale. Hier verbrachte Patrick die letzten 5 Jahre. Mit über 90.000 Menschen gehört es zu einem der größten Camps für Geflüchtete der Welt. „Nakivale ist wie eine eigene kleine Stadt“, berichtet Patrick. „Keine Zelte, keine großen Registrierungszentren, kein Zaun.“ Stattdessen gibt es viele kleine Häuser in dem trockenen und bergigen Gebiet. Der überwiegende Teil der hier lebenden Menschen sind Kinder und Jugendliche mit geringen Chancen auf ausreichend und geeignete Schulbildung. Der harte Alltag führt dazu, dass viele ihre versteckten Potentiale und Talente nicht entfalten können und auf die schiefe Bahn geraten. „Das Leben wird hier schnell zu einer dauerhaften Herausforderung“, sagt Patrick. Denn viele sind getrennt von Familie und Freunden und treffen auf Menschen anderer Kulturen und Religionszugehörigkeit.

Das Flüchtlingslager Nakivale in Uganda

Patrick und ein paar weitere Jugendliche nehmen die Tatsache, ihre jüngeren Brüder und Schwestern ohne Schulbildung aufwachsen zu sehen, nicht hin und gründen daher gerade ihre eigene Universität in Nakivale: Die SINA-University. Sie basiert auf der Idee der Social Innovation Academy, kurz SINA, einer Einrichtung in Uganda, in der die Potentiale von Jugendlichen gefördert werden, mit dem Ziel Sozialunternehmen zu gründen.

Wie Patrick und seine Freunde dieses Ziel verfolgen, könnt ihr im zweiten Teil dieses Artikels lesen.

 

 

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