Hintergrund: Warum ist Armut sexistisch?
politische Analyse

Hintergrund: Warum ist Armut sexistisch?

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Mach Druck auf die G20: Jedes Mädchen zählt

Armut ist sexistisch. Darum haben es Mädchen und Frauen in den ärmsten Ländern der Welt oft besonders schwer. Bildung ist hier keine Ausnahme: Weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. In Ländern mit geringem Einkommen haben Mädchen einen deutlich geringeren Zugang zu Bildung als Jungen. Dabei ist Bildung eine der mächtigsten Waffen im Kampf gegen extreme Armut. In diesem Artikel findet ihr die wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Bericht auf einen Blick.

Bildung bringt mehr wirtschaftliche Teilhabe und bessere Gesundheit

Investitionen in Bildung sind besonders gut angelegtes Geld: Mit jedem zusätzlichen Schuljahr steigt das künftige Einkommen von Mädchen um durchschnittlich 12 Prozent. Bildung hat auch positive Auswirkungen auf Gesundheit: Frauen mit höherer Bildung haben in der Regel besseren Zugang zu oft lebenswichtigen Informationen zu Schwangerschaftsvorsorge, Hygiene, Impfungen und Ernährung, sie weisen geringere Todesraten bei Müttern und Neugeborenen auf. Würde jedes Mädchen die Grundschule abschließen, könnte die Müttersterblichkeit um ganze 70 Prozent sinken.

Haben Mädchen mit besonderen Bildungsbarrieren zu kämpfen?

Auch ohne Schulgebühren können andere Kosten, etwa für Schuluniformen oder Bücher anfallen. Gehen Mädchen zur Schule, entstehen auch indirekte Kosten durch den Wegfall als Arbeits- oder Betreuungskraft im Haushalt. Hieran sind oft auch geschlechterspezifische kulturelle Normen und Erwartungen geknüpft. Auch die Angst vor (sexueller) Gewalt kann abschreckend sein.

Fehlen zudem Infrastruktur (z.B. separate sanitäre Einrichtungen), Ressourcen (z.B. geschlechtersensible Lehrmaterialien) oder eine gute Lernumgebung (z.B. Förderung von Mädchen in Fächern wie Mathematik oder Naturwissenschaften), kann dies ebenfalls dazu führen, dass Mädchen seltener eine Schule besuchen.

Gibt es genug finanzielle Mittel für Bildung?

Obwohl es weniger als eine Tageszeitung kostet, einem Mädchen einen Tag in der Schule zu ermöglichen, gibt es deutliche Finanzierungslücken. So geben viele der betroffenen Länder selbst nicht genug für Bildung aus, aber auch die Höhe der Entwicklungsgelder ist bei weitem nicht ausreichend. Im Gegenteil: Seit 2002 ist der Anteil der Entwicklungsgelder für Bildung von 13 auf 10 Prozent gesunken. Schätzungen zufolge werden zwischen 2015 und 2050 die internationalen Mittel für Bildung von 16 Milliarden auf 89 Milliarden US-Dollar steigen müssen, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

Was muss passieren?

Wir alle haben die Chance, eine Welt zu gestalten, in der zukünftig jedes Kind eine Schule besucht. Dafür muss mehr in Bildung investiert werden – und diese Gelder müssen effektiver eingesetzt werden:

  • Mehr Budget: Die betroffenen Länder selbst müssen ihren Bildungsetat erhöhen, auf 5,8 Prozent am BIP. Auch die internationalen Geber müssen ihre Ausgaben deutlich erhöhen.
  • Klare Prioritäten: Die zusätzlichen Mittel sollten in Primar- und Sekundarbildung investiert werden. Außerdem müssen Länder mit niedrigem Einkommen, fragile und von Konflikt betroffene Länder ausreichende Mittel bekommen.
  • Bessere Instrumente: Geber sollten multilaterale Instrumente wie die ‚Global Partnership for Education‘ stärker finanziell unterstützen. Ebenso sollte ein neuer Finanzierungsmechanismus geschaffen werden, der deutlich mehr Mittel für Bildung mobilisieren kann.

Wie können Bildungsbarrieren für Mädchen abgebaut werden?

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen müssen spezifische Schritte unternommen werden, um Mädchen einen besseren Bildungszugang zu ermöglichen.

Die nationalen Regierungen sollten zunächst eine/n Beauftragte/n ernennen, der/ die Bildungsbarrieren für Mädchen identifiziert und Reformen voranbringt. Die Ergebnisse dieser Reformen müssen über ein transparentes Monitoring und mit geschlechterspezifischen Daten festgehalten werden. Zudem sollte jedes Klassenzimmer Internetzugang bekommen. Dies muss mit Bildungsangeboten in der Informations- und Kommunikationstechnik für Lehrkräfte und Schüler einhergehen, um digitale Kompetenzen zu fördern. Nicht zuletzt muss in eine bessere Bezahlung sowie Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften investiert werden – Gleichberechtigung im Zugang zu allen Fächern sollte sichergestellt werden.

Es bleibt noch viel zu tun. Wir bei ONE lassen nicht locker. Unterstütz unsere Arbeit für die Stärkung von Mädchen und Frauen. Fordere die G20 auf, sich für Bildung für Mädchen einzusetzen.

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Mach Druck auf die G20: Jedes Mädchen zählt

Sehr geehrte G20-Vertreterinnen und Vertreter, 130 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule. Das ist inakzeptabel. Stellen Sie die nötigen finanziellen Mittel bereit und ergreifen Sie politische Maßnahmen, damit jedes Mädchen in jedem Land die Bildung bekommt, die ihm zusteht. Ich bin davon überzeugt, dass jedes Mädchen zählt — ich hoffe, Sie auch. Ich zähle auf Sie.

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