Offener Brief zum Weltfrauentag

Offener BriefSehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Frau Dlamini-Zuma,

wir danken Ihnen für Ihr persönliches Engagement und das Vorbild, das Sie Frauen und Mädchen geben.

Im Juni dieses Jahres werden Sie in Deutschland und Südafrika wichtige Gipfel leiten, bei denen Sie das Thema „Stärkung von Frauen“ auf die Agenda gesetzt haben. Diese Gipfel finden genau vor dem historischen Weltgipfel in Addis Abeba statt, auf dem es um die Finanzierung der neuen Nachhaltigen Entwicklungsziele gehen wird, die dann im September in New York der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.

Wenn auf Ihren Gipfeln die richtigen Weichen gestellt werden, könnten die gesicherte Finanzierung und eine Dynamik rund um das Thema „Stärkung von Frauen und Mädchen“ in den Mittelpunkt der neuen globalen Ziele rücken. Dies wiederum würde für die nächsten 15 Jahren den Rahmen dafür setzen, wie globale politische Entscheidungen gefällt und Billionen US-Dollar ausgegeben werden.

Für das Mädchen, das keine vernünftige Grund- oder weiterführende Schule besuchen und keinen Arzt und kein Krankenhaus aufsuchen kann; für die Mütter, die einem hohem Sterberisiko ausgesetzt sind, wenn sie ein Kind zur Welt bringen, und die nicht selbst entscheiden können, ob und wann sie das nächste Kind bekommen; für die Frauen, die das Land, das sie bewirtschaften, nicht besitzen oder erben dürfen, kein Bankkonto eröffnen und kein Telefon besitzen dürfen und keinen Zugang zu elektrischem Strom oder Rechtshilfe haben; für das Mädchen, das rein rechtlich gar nicht existiert, weil seine Geburt nicht amtlich registriert wurde und der Staat nicht über die Systeme verfügt, Daten für sie und ihr Dorf zu erfassen, für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt sind und ihre Peiniger nicht vor Gericht bringen können und keine Gerechtigkeit erfahren – sorgen wir dafür, dass ihre Belange Berücksichtigung finden.

Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen: Armut ist sexistisch. Und das wird auch so bleiben, wenn wir die Tatsache ignorieren, dass Frauen und Mädchen ganz einfach zu kurz kommen. Wir dürfen niemanden zurücklassen. Denn wenn wir die Lage der Frauen und Mädchen verbessern, profitieren alle davon. Frauenrechte durchzusetzen heißt, die Rechte aller zu stärken.

Wenn uns das gelingt, können wir bis 2030 jede Frau und jedes Mädchen – und damit letztlich jeden – aus der Armut befreien. Scheitern wir, könnten extreme Armut, Ungleichheit und Instabilität die gefährdetsten Regionen erfassen und damit unser aller Zukunft gefährden.

Sie haben die Wahl, aber Ihre Entscheidung betrifft uns alle.

2015 sollten wir den Mut haben, mehr zu fordern und die für die Beseitigung der extremen Armut bis 2030 notwendigen Schritte einzuleiten. Millionen von Frauen und Mädchen in aller Welt werden Ihre Entschlossenheit begrüßen – und dazu beitragen, dass die in diesem Jahr gegebenen Versprechen in der Zukunft auch tatsächlich eingelöst werden.

  • Ali Hewson, Gründerin von Edun and Nude
  • Angellah Kairuki, Mitglied des Parlaments in Tansania
  • Angelique Kidjo, Sängerin, Songschreiberin und Aktivistin
  • Ann Cairns, Präsidentin von International Markets und von MasterCard
  • Arianna Huffington, Vorsitzende, Präsidentin und Chefredakteurin der Huffington Post Media Group
  • Beyonce Knowles-Carter, Entertainerin und Unternehmerin
  • Charlize Theron, Schauspielerin und UN-Botschafterin für den Frieden, Gründerin des Charlize Theron Africa Outreach Project
  • Christy Turlington Burns, Gründerin von Every Mother Counts
  • Cindi Leive, Chefredakteurin des Glamour Magazins
  • Danai Gurira, Schauspielerin, Bühnenautorin und Aktivistin
  • Gesine Schwan, Professorin und frühere Kandidatin für das Präsidentenamt
  • Helene Gayle, Präsidentin und Geschäftsführerin von CARE
  • Jude Kelly, CBE, Indendantin des Southbank Centre
  • Jutta Allmendinger, Professorin und Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Karen Kornbluh, Senior Beraterin am US-Rat für auswärtige Beziehungen
  • Karen Ruimy, Musikerin, Perfomerin und Autorin
  • Lady Gaga, Sängerin und Songschreiberin
  • Lauren Bush Lauren, Gründerin und Geschäftsführerin von FEED
  • Mabel van Oranje, Initiatorin und Vorsitzende von Girls Not Brides: The Global Partnership to End Child Marriage
  • Maria Furtwängler, Schauspielerin und Ärztin
  • Marian Salzman, Geschäftsführerin von Havas PR
  • Mariella Frostrup, Journalistin und Mitbegründerin der GREAT Initiative
  • Meryl Streep, Schauspielerin
  • Michele Sullivan, Präsidentin der Caterpillar Foundation und Direktorin der Corporate Social Innovation
  • Mimi Alemayehou, Expertin für Entwicklungsfinanzierung
  • Monica Musonda, Geschäftsführerin und Gründerin von Java Foods (Sambia)
  • Mpule Kwelagobe, Aktivistin
  • Naisula Lesuuda, Senatorin in Kenia
  • Rita Wilson, Schauspielerin, Produzentin und Sängerin
  • Rosamund Pike, Schauspielerin
  • Sabine Christiansen, Journalistin, Produzentin und UNICEF-Botschafterin
  • Sarah Silverman, Comedian, Schauspielerin und Aktivistin
  • Sheryl Sandberg, leitende Geschäftsführerin von Facebook
  • Sheryl WuDunn, Bankerin und Autorin
  • Susan Shabangu, Frauenministerin in Südafrika
  • Yvonne Chaka Chaka, Präsidentin der Princess of Africa Foundation, Aktivistin und Sängerin