Memento Preis. Warum wir unbedingt in die Öffentlichkeit wollen

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Am 30. Januar wurde erstmals der Momento Preis verliehen, der Forschungsarbeiten und Aktivitäten auszeichnet, die sich der Bekämpfung von vernachlässigten Krankheiten verschrieben haben. Dazu haben Dr. Christian Wagner, Harald Meyer-Porzky und Philipp Frisch hier einen Blogbeitrag verfasst.

Öffentliches Bewusstsein schaffen – darum geht es uns. Dafür taten wir, zwei entwicklungspolitische und eine humanitäre Organisation, uns zusammen: Um gemeinsam Bewusstsein für das Thema vernachlässigte Krankheiten zu schaffen. Memento Preis heißt das gemeinsame Projekt von Ärzte ohne Grenzen, der BUKO Pharma-Kampagne und der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe.

Prof. Stefan Kaufmann, Jury-Vorsitzender und Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, und Dr. Maximilian Gertler (Ärzte ohne Grenzen) gratulieren Anette Hübinger (CDU, MdB) Prof.  Grisela Bretzel, Dr. Marcus Beißner und Karin Roth (SPD) zum Memento Preis 2014 (v.l.n.r.) Credit: Sebastian Bolesch

Prof. Stefan Kaufmann, Jury-Vorsitzender und Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, und Dr. Maximilian Gertler (Ärzte ohne Grenzen) gratulieren Anette Hübinger (CDU, MdB) Prof. Grisela Bretzel, Dr. Marcus Beißner und Karin Roth (SPD) zum Memento Preis 2014 (v.l.n.r.)
Foto: Sebastian Bolesch

Wir schließen uns zusammen, um auf die Problematik der vernachlässigten Krankheiten aufmerksam zu machen. Vernachlässigte Krankheiten ist der Überbegriff für eine Reihe von tropischen Infektions- und armutsbedingten Erkrankungen, die in den reichen Ländern der Welt größtenteils unbekannt sind, aber Milliarden von Menschen in ärmeren Ländern betreffen. Sie führen zu Lähmungen, Behinderungen oder Blindheit und bestimmen und beeinträchtigen so das Leben eines jeden, der an ihnen erkrankt – und das oft dauerhaft. Denn für all diese vernachlässigten Erkrankungen fehlen angemessene Medikamente oder einfache Methoden, um sie schnell und zweifelsfrei zu erkennen. Mehr Forschung und Entwicklung von neuen und innovativen Medikamenten, Diagnostika und Impfstoffen ist hier dringend geboten – und doch passiert in diesem Bereich noch immer viel zu wenig.

Forschung tut Not, kann man da nur sagen. Das wollen wir ändern. Darum sind wir am 30. Januar 2014 mit diesem Thema in die Öffentlichkeit gegangen, indem wir einen Preis verliehen haben: den Memento Preis für vernachlässigte Krankheiten. Mit ihm wollen wir Forschungsarbeiten und Aktivitäten auszeichnen, die sich der Bekämpfung von vernachlässigten Krankheiten verschrieben haben.

Der erstmals vergebene Memento Forschungspreis 2014 würdigt die Arbeit von Gisela Bretzel und Marcus Beißner, die sich an der Universität München dafür einsetzen, die Forschungslücke für vernachlässigte Krankheiten zu füllen. Ihr Forschungsprojekt widmet sich der Behandlung von Buruli Ulkus, einer Infektionskrankheit, die vor allem Kinder und Jugendliche in Afrika betrifft. Die Infizierten leiden an offenen Wunden. Die Krankheit frisst sich durch Gewebe und Knochen, bis schließlich die Amputation als letzter Ausweg bleibt. Die Münchener ForscherInnen haben ein Verfahren entwickelt, das eine frühzeitige Diagnose der Krankheit unter tropischen Bedingungen ermöglicht – und zwar so frühzeitig, dass Spätfolgen dank einer Behandlung verhindert werden können. Mit ihren Projekten haben sie auch dabei geholfen, in Togo ein Referenzlabor für Buruli Ulkus aufzubauen. Damit haben sie einen zentralen Eckpunkt des öffentlichen Gesundheitswesens in Togo geschaffen.

Eine der Vorbedingungen dafür, dass Forschungsprojekte wie das an der Uni München existieren können, ist der Wille politischer Entscheidungsträger, diese Forschung finanziell und politisch zu unterstützen. Deshalb gibt es den Memento Preis auch in einer zweiten Kategorie: der Kategorie „Politischer Wille“. 2014 erhalten diesen Preis die Politikerinnen Anette Hübinger (CDU) und Karin Roth (SPD). Sie haben sich in den letzten Jahren im Bundestag sehr dafür engagiert, die Forschungsförderung zu vernachlässigten Krankheiten auszubauen. Mit Erfolg: Seit 2011 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erstmalig so genannte Produktentwicklungs­partnerschaften (PDPs). Diese entwickeln Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika zur Bekämpfung vernachlässigter Krankheiten in ärmeren Ländern. Ein Novum in der Förderung des BMBF und ein erster positiver Schritt der deutschen Politik in Richtung nachhaltiger Bekämpfung dieser Krankheiten.

Mit dem Memento Preis machen wir sichtbar, was leider viel zu häufig vernachlässigt wird. Wir rücken Krankheiten ins Blickfeld, die Leben und Leiden von Milliarden Menschen in den armen Ländern bestimmen.

So gesehen stimmt es: Wir wollen Öffentlichkeit schaffen. Denn nur so wird sich am Problem der vernachlässigten Krankheiten etwas ändern.

Dr. Christian Wagner-Ahlfs, Geschäftsführer der BUKO Pharma-Kampagne/Gesundheit und Dritte Welt e.V., Harald Meyer-Porzky, stellvertretender Geschäftsführer der  DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V., Philipp Frisch, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen

 

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