Gastbeitrag von Rea Garvey: Day One in Uganda

Zusammen mit Minh-Khai Phan-Thi und Tim Mälzer war Rea Garvey im Rahmen der Kampagne “Ich schaue hin!” mit ONE in Uganda. In einer dreiteiligen Blogserie berichtet er uns exklusiv von seinen Erfahrungen. Das englische Original von Reas Beitrag findet ihr auf dem internationalen Blog.

Bei den meisten Reisen geht irgendetwas schief… Besonders bei Transkontinentalflügen kann so ziemlich alles passieren! Ich startete in Frankfurt, wo ich meinen Co-Piloten Tim Mälzer traf. Tim und ich sind seit einigen Jahren befreundet, aber wir hatten noch nie eine Reise zusammen unternommen, um die Welt zu verändern! Ich weiß, dass die Bezeichnung WELT das Unmögliche anzudeuten scheint, aber in Wahrheit können alle Veränderungen, ob groß oder klein, die Welt beeinflussen und mir gefällt der Gedanke, dass jede Aktion eine Reaktion auslöst, es gibt einem das Gefühl, dass alles auf der Welt einen bedeutenden Grund hat!

Wir bestiegen das Flugzeug nach Addis (Äthiopien), wo wir in ein anderes Flugzeug nach Entebbe (Uganda), unserem Zielort, umsteigen sollten. Erste Komplikation: Wir mussten in Khartum im Sudan zwischenlanden, um Passagiere abzusetzen und Treibstoff aufzutanken…Routine…es kam zu einer Betriebsstörung des Flugzeuges, was dazu führte, dass wir unseren Flug nach Entebbe verpassten und die Nacht in Äthiopien verbringen mussten.

Ich war schon einmal in Äthiopien und so übernahm ich die Rolle des Reiseleiters für Tim und mich und organisierte die neuen Tickets und die Hotelübernachtung. Ich war ein bisschen stolz auf meine Pfadfinderaktivitäten, während Tim auf der Suche nach spätnächtlichen Erfrischungsgetränken war! Wir hatten beide Erfolg mit unseren Bemühungen und sechs Stunden später waren wir wieder am Flughafen und bestiegen ein Flugzeug nach Uganda. Ich vergaß zu erwähnen, dass ich auf meiner letzten Reise nach Äthiopien einen Mann gesehen hatte, den ich sonst nur von den Olympischen Spielen kannte, Haile Gebrselassie. Auf meiner Reise zurück nach Afrika etwa acht Jahre später sitzen wir auf einmal nebeneinander in einem Flugzeug auf einem Rollfeld in Khartum! Der Mann ist ein wahrer Sport HERO und nach unserer Unterhaltung kann ich auch bestätigen, dass er ein echter Gentleman ist!

Aber zurück zu Uganda.
Wir landeten in Entebbe und nachdem wir Tims Riesenkoffer abgeholt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Kampala. Wir setzten uns zusammen mit einer Gruppe junger Erwachsener, die das “Muvubuka Agunjuse” (Aufgeklärte Jugend-) Zentrum führen und uns von ihrer Arbeit mit anderen jungen Menschen erzählten. (78% der ugandischen Bevölkerung ist unter 30, HIV/Aids und ein langer Bürgerkrieg löschten eine ganze Generation aus und überließen es der Jugend, das Land zu führen) In erster Linie helfen sie den jungen Leuten, eine Perspektive in ihrem Leben zu sehen, sie klären sie über die Gefahren von ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf und helfen ihnen bei Überlegungen zur Weiterbildung, um einen Beruf zu finden. Sie bringen jungen Menschen den Umgang mit dem Internet bei und informieren sie über Job-Perspektiven. Ich war beeindruckt von ihrer positiven Einstellung, außerordentlichen Offenheit und Freundlichkeit. Ich hatte bisher in anderen Ländern Afrikas ganz andere Reaktionen kennengelernt, wo die Menschen trotz ihrer Opferrolle keine Hilfe von außen wollten; Stolz hinderte sie daran, fremde Hilfe zu akzeptieren. Hier in Uganda waren die Türen offen für jene, die zu Besuch kamen und Hilfe anboten. Die meisten, die wir auf unserer kurzen Reise trafen, waren sich der Hilfe von ausländischen Regierungen/ Banken/ Organisationen/ Menschen bewusst und freuten sich darüber, und sie wollten mehr Unterstützung, um die Hindernisse aus dem Weg zu räumen und wieder eine starke Nation zu sein.

Ich habe noch nie so viele Menschen lächeln sehen, wie in Uganda – wir haben so viele Schwierigkeiten besprochen, mit denen sie täglich konfrontiert sind, wie HIV/Aids, Arbeitslosigkeit, fehlende Bildung, aber immer geschah dies in der Absicht die Probleme anzugehen und Lösungen zu finden! Die Menschen, die vor mir saßen, waren nicht besiegt sondern begeistert und motiviert durch die Aussicht, sich der Herausforderung zu stellen und die Welt zu verändern… Genau mein Ding!

Haile zu treffen war ein großartiger Anfang, diese jungen Menschen und ihre Lebhaftigkeit kennen zu lernen war noch aufregender!! Uganda hatte die Lautstärke aufgedreht und ich fing an ihr Lied zu hören…Tag 1 geschafft!

WIR SIND ONE

God bless

Rea