2. September 2021
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2. September 2021

Corona: Impfungen auffrischen oder Impfstoffe verteilen?  / Kein Impfstoff gegen HIV/Aids / Sahelstaaten: Staat kaum präsent in ländlichen Gegenden

1. Corona: Impfungen auffrischen oder Impfstoffe verteilen? 

Claus Hecking thematisiert im Spiegel Corona-Drittimpfungen in Industrieländern und die Konsequenzen für ärmere Länder. Laut der geschäftsführenden Direktorin der internationalen Impfstoff-Initiative Covax, Aurélia Nguyen, bedeute jede sogenannte Boosterspritze, die Einwohner*innen einer reichen Nation verabreicht wird, dass eine Spritze weniger für die ungeimpfte Hochrisikobevölkerung in ärmeren Ländern verfügbar steht. Covax seien zwar bereits knapp vier Milliarden Impfdosen zugesagt worden, geliefert worden seien allerdings erst rund 230 Millionen. In Afrika seien erst gut 2,5 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Und nun drohen die großflächigen Drittimpfungs-Kampagnen in den Industrienationen die Erstimmunisierungen im globalen Süden noch weiter zu verzögern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert flächendeckende Drittimpfungen ebenfalls. Ein Grund für die ungleiche Impfstoffverteilung sei, dass Hersteller finanziell stärker vom Verkauf von Impfstoffen an Länder mit höherem Einkommen profitieren als vom Verkauf an Covax.

 

2. Kein Impfstoff gegen HIV/Aids

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson ist bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Aids-Erreger vorerst gescheitert. Darüber berichten der Tagesspiegel, Deutschlandfunk und Ärzteblatt.de. Ein Impfstoffkandidat habe sich bei einer großangelegten klinischen Studie in südafrikanischen Staaten als wenig wirksam erwiesen. Der Schutz vor einer Infektion mit dem HI-Virus habe nur 25 Prozent betragen. Die 2017 gestartete sogenannte Imbokodo-Studie mit mehr als 2.600 jungen Frauen in Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Südafrika sei deswegen eingestellt worden. Paul Stoffels, der wissenschaftliche Leiter von Johnson & Johnson, zeigte sich „enttäuscht“ über die Ergebnisse. Er betonte allerdings, dass die Studie dem Hersteller „wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse“ bei der weiter laufenden Suche liefern werde. Die Forschung habe im Kampf gegen das HI-Virus in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte erzielt. Während antiretrovirale Medikamente Infizierten ein weitgehend normales Leben erlauben, bieten regelmäßig eingenommene Prep-Medikamente einen sehr guten Infektionsschutz.

 

3. Sahelstaaten: Staat kaum präsent in ländlichen Gegenden

Katrin Gänsler kommentiert in der Tageszeitung (Taz) die prekäre Sicherheitslage in der Sahelzone. Es sei höchste Zeit, langfristige Strategien zu entwickeln, um die Region vor dem Verfall zu bewahren. Wie schnell die Kontrolle entgleiten könne, zeigen zwei Beispiele: Noch vor sechs Jahren sei es kein Problem gewesen, Burkina Faso mit dem Bus zu bereisen. Heute berge jede Überlandfahrt ein enormes Risiko. Nach dem Putsch in Mali 2012 sei man in Mopti, im Zentrum des Landes, sicher gewesen. Heute leben besonders dort die Menschen in Angst und berichten von militanten Dschihadisten, die in den umliegenden Dörfern auf sie lauern. Einer der Gründe sei die in ländlichen Regionen de facto abwesende Staatsmacht. Dies müsse sich laut Gänsler dringend ändern. Hier staatliche Präsenz zu zeigen, verhindere zwar nicht jeden Anschlag, setze aber für die Bevölkerung ein Zeichen: Wir sind da und auf eurer Seite, gegen den Terror. Der Einsatz internationaler Streitkräfte sei weiterhin wichtig. Doch staatliche Präsenz allein reiche nicht. Vor allem auf dem Land brauche es bessere Infrastruktur wie Straßen, Gesundheitseinrichtungen und Schulen sowie Perspektiven für die junge Generation.

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