19. August 2019
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19. August 2019

Neustart im Sudan / Müller gegen Ebola / Ruanda: Doch kein ökonomisches Vorzeigemodell?

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1. Neustart im Sudan
Viele Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel, die tageszeitung (taz), tagesschau.de und das ZDF berichteten bereits am Wochenende, dass der bisher regierende Militärrat und die Opposition Sudans ihren langen Streit um die Führung des Landes offiziel beigelegt haben. Nach einer Verfassungserklärung, die beide Seiten unterzeichnet haben, werde es eine gemeinsame Regierung aus Militär- und Zivilvertreter*innen geben. Diese dürfe etwas mehr als drei Jahren regieren und solle dann den Weg für freie Wahlen ebnen, aus der eine reine Zivilregierung hervorgehen solle. Dem Streit zwischen Militär und Opposition sei der Sturz des Langzeitdiktators Omar al-Bashir vorausgegangen, der das Land 30 Jahre mit repressiven Mitteln regiert habe. Dieser muss sich nun vor einem Gericht in der Hauptstadt Khartum, wie unter anderem der Deutschlandfunk meldet. Er sei angeklagt wegen „Korruption, Devisenvergehen und illegaler Anhäufung von Vermögen“.

2. Müller gegen Ebola
Der Tagesspiegel, N-tv.de und die Deutsche Welle thematisierten bereits am vergangenen Freitag die Afrika-Reise von Entwicklungsminister Gerd Müller. Beim Staatsbesuch in der Demokratischen Republik Kongo habe Müller 50 Millionen Euro für die Bekämpfung der derzeit vor Ort grassierenden Ebola-Epidmie zugesagt. Laut dem Virologen Jean-Jacques Muyembe sei die Krankheit  „trotz der mittlerweile getesteten effektiven Gegenmittel weder eingedämmt noch unter Kontrolle“. Bisher haben sich im Zuge der aktuellen Krankheitswelle 2900 Menschen infiziert, 1900 seien bereits an Ebola gestorben.

3. Ruanda: Doch kein ökonomisches Vorzeigemodell?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung setzt sich kritisch mit den Erfolgen von Ruandas Präsident Paul Kagame auseinander. Seit seiner Amtsübernahme vor knapp 20 Jahren habe er das Land wirtschaftlich vorangebracht, die Kindersterblichkeitsrate gesenkt und die Armut im Land verringert. Seine repressiver Umgang mit politischen Gegner*innen habe seinem Ansehen bisher nicht geschadet, da die Wahrnehmung seiner Peron als Wirtschaftsdreformer, der Ruanda poltitisch stabilitisert, überwiege. Dieses Bild gerate laut einem Bericht der Londoner Financial Times ins Wanken. Kagames wirtschaftliche Erfolge seien geringer als bisher angenommen, da die „Statistiken Ruandas mindestens einmal gefälscht“ worden sein. Statt dem offiziellen Armutsrückgang um knapp sechs Prozent zwischen 2011 und 2014 sei die Armut in diesem Zeitraum tatsächlich um über sechs Prozent gestiegen. Kagame selbst habe die Berichte als „westliche Propaganda“ bezeichnet. Seine Macht werde von der Kritik nicht erschüttert werden, wohl aber das Bild Ruandas als wirtschaftliche Vorzeigenation Ostafrikas.

 

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