17. Oktober 2019

17. Oktober 2019

Widriger Kobaltabbau im Kongo / Mali: Kein Vertrauen / Kolonialgüter: Rückgabe wird einfacher

1. Widriger Kobaltabbau im Kongo

Christoph Seidler interviewt auf Spiegel Online den Rohstoffexperten Philip Schütte zum Kobalt-Abbau in der Demokratischen Republik Kongo. 70 Prozent der weltweiten Kobalt-Reserven befinden sich in Kongo, Australien und Kuba. Das afrikanische Land sei ein wichtiger Rohstofflieferant für die Produktion von Akkus von Elektrofahrzeugen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffen (BGR), für die auch Schütte wirke, habe sich mit den Arbeitsumständen in den kongolesischen Minen beschäftigt. Vor allem der Kleinbergbau, auf den rund 10 bis 20 Prozent des gesamten Bergbaus entfallen, stelle ein großes Problem dar, so Schütte. Der Abbau erfolge oft illegal und unter Bedingungen, die für die Arbeiter*innen gefährlich sind. Es gebe natürlich auch legalen Kleinbergbau. Die entsprechenden Gebiete werden von der Regierung ausgewiesen und seien für viele Bergleute unattraktiv. Auch Kinderarbeit sei ein großes Thema, so Schütte. Bei den von der BGR untersuchten Minen sei die Situation jedoch weniger schlimm gewesen als befürchtet. Kinder üben oft leichte Tätigkeiten aus oder begleiten ihre arbeitenden Eltern. Der Kongo sei jedoch zu wichtig im Kobalt-Abbau, um auf ihn zu verzichten, so Schütte. Unternehmen müssten die OECD-Standards für Sorgfaltspflicht stärker umsetzen. Dies sei wichtiger als den Kongo in der Lieferkette zu meiden.

2. Mali: Kein Vertrauen

Katrin Gänsler spricht in der Tageszeitung (taz) mit dem Anthropologen Bréma Ely Dicko über die aktuelle Situation in Mali. Die angespannte Lage habe sich zunächst auf den Norden des Landes konzentriert, ab 2015 jedoch nach Zentralmali ausgebreitet. Viele der aktiven Gruppen nutzen Waffen, was wiederum zu einem Anstieg der Gewalt führe, so Dicko. Ein Problem sei, dass die Bevölkerung wenig Vertrauen in den Staat habe. Trotz der anwesenden Blauhelm-Soldat*innen und der G5-Saheltruppen gebe es tägliche Gewalt. Auch die Ausbildung der malischen Armee stehe immer wieder in der Kritik; die Soldat*innen würden im Kampf gegen den Terrorismus zu wenig Einsatz zeigen. Die Ausstattung und Ausbildung sei ungenügend und dies mache es den Angreifer*innen einfach. Der Krieg sei asymmetrisch, die Fahrzeuge des Militärs ungeeignet und die Willensstärke zu gering, so Dicko. Zudem kursieren Gerüchte um einen Staatsstreich.

3. Kolonialgüter: Rückgabe wird einfacher

Vladimir Balzer berichtet im Deutschlandfunk über das Verfahren der Rückgabe von Kulturobjekten aus Afrika. Im kommenden Jahr soll in Berlin dafür eine zentrale Anlaufstelle entstehen. Die Kunst, die mit Deutschlands Kolonialgeschichte verknüpft sei, komme überwiegend aus Afrika. Nun gebe es Mittel, um die Recherche zur Herkunft zu fördern und die Nachfragen zu Rückführungen zu bearbeiten. Bisher sei die Suche langwierig und kleinteilig gewesen. Transparenz sei hierbei eines der wichtigsten Kriterien, so Carsten Brosda, Kultursenator aus Hamburg.

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