17. Juli 2019
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17. Juli 2019

Kampf gegen HIV und Aids: Finanzielle Mittel fehlen / Neue Fluchtrouten: Von Eritrea über Mexiko in die USA / Deutsche Kolonialvergangenheit in Namibia

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1. Kampf gegen HIV und Aids: Finanzielle Mittel fehlen

Mehrere Medien, darunter die Deutsche Welle, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Zeit und Spiegel Online berichten, dass die Anzahl der an AIDS verstorbene Menschen weltweit zurückgeht. Vergangenes Jahr seien rund 770.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben, dies sei im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang von 33 Prozent. In Osteuropa und Zentralasien hingegen sei die Zahl der infizierten Personen um 29 Prozent gestiegen. Die Regionen Ost- und Südafrika seien allerdings nach wie vor am stärksten von HIV betroffen. Rund 20 Millionen Menschen seien dort mit dem Virus infiziert, 37,9 Millionen seien es weltweit. Eine positive Entwicklung sei in Südafrika zu sehen, hier sei die Zahl der Neuinfektionen seit 2010 um 40 Prozent gesunken, ebenso die Zahl der Todesfälle. Nach wie vor ein großes Problem im Kampf gegen HIV sei die Versorgung mit den lebenswichtigen Medikamenten. Diese seien für Betroffene oft schwer zu bekommen, nur rund 62 Prozent weltweit hätten im letzten Jahr Zugang zu den antiretroviralen Medikamenten gehabt. Ein weiteres Problem sind laut UNAIDS fehlende finanzielle Mittel. Diese seien bereits 2018 um rund 890 Millionen Euro zurückgegangen.

2. Neue Fluchtrouten: Von Eritrea über Mexiko in die USA

Wie Simone Schlindwein in der Tageszeitung (taz) berichtet, fliehen immer mehr Menschen aus Afrika in Richtung der USA und durchqueren dabei Mexiko. Mexikanische Behörden meldeten, dass sich die Zahl der afrikanischen Migrant*innen seit Beginn des Jahres verdreifacht habe. Rund 1.900 Geflüchtete seien registriert worden, sie kämen vor allem aus den Ländern Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo. Doch auch immer mehr Eritreer*innen würden sich für die Route Richtung USA entscheiden, oft sei dies nur über „komplizierte Umwege” möglich, so Zecarias Gerrima, Vizedirektor der Organisation Africa Monitors. Vor der Grenzöffnung Eritreas nach Äthiopien im Juli 2018 seien rund 5.000 Eritreer*innen heimlich über die Grenze geflohen. Von dort machten sich viele über den Sudan nach Libyen an die Mittelmeerküste auf, um nach Europa zu gelangen. Vor ein paar Jahren seien die Grenzen jedoch weitestgehend geschlossen worden und die Weiterreise durch den Sudan sei kaum möglich. Viele Eritreer*innen würden dort festgenommen und deportiert, so Gerrima. Doch die Zahl der Flüchtenden gehe nicht zurück, stattdessen gebe es eine neue Route für Schleuser*innen. Sie würden nun bis nach Nordamerika geschleust. Über Umwege würden sie von afrikanischen Flughäfen nach Südamerika gebracht, um von dort mit dem Auto weiter zu fahren. Oft dauere die Reise mehrere Monate, manchmal sogar Jahre. Den Deal, den die Europäische Union mit dem Sudan und Libyen geschlossen habe, funktioniere nicht, es habe die Schlepper nur auf andere Routen gebracht, so der Vizedirektor von Africa Monitors.

3. Deutsche Kolonialvergangenheit in Namibia

Wie sowohl die Welt als auch die Süddeutsche berichten, hat Bundesratspräsident Daniel Günther in Namibia über die Kolonialvergangenheit Deutschlands gesprochen. Die Schrecken, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts an den Menschen des Landes verübt worden seien, werden nicht vergessen, so Günther. Deutschland, welches von 1884 bis 1915 Kolonialmacht in Namibia war, habe die „historische Schuld” anerkannt. Der letzte Besuch des Landes durch den Bundesrat habe 1997 stattgefunden. Dementsprechend groß sei das Interesse an Günthers Besuch in Windhuk. Das Verbrechen an den Herero und Nama sei ein Punkt, aber auch mögliche Entschädigungszahlungen von Seiten Deutschlands an die Nachkommen der Herero und Nama stehen im Fokus des Besuchs. Präsident Hage Geinob und Vizepräsident Nickey Mbumba betonten, dass die finanzielle Entschädigung vor allem ein Wunsch der namibischen Bürger*innen sei. Herero-Aktivist*innen kritisierten hingegen, dass Günthers Gesten und Worte nicht ausreichen. Eine Kranzniederlegung in dem Ort Swakopmund für die Opfer des Kolonialismus bezeichneten Herero-Vertreter*innen als „Heuchelei”.

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