14. Juni 2019
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14. Juni 2019

Deutsche Entwicklungsmittel in China / Südafrika: Korruptionssumpf oder Neuanfang? / Keine weißen Retter

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1. Deutsche Entwicklungsmittel in China
In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen erklärt Entwicklungsminister Gerd Müller, warum China der drittgrößte Empfänger deutsche Entwicklunsgmittel ist. Laut Müller habe die Bundesregierung die klassische Entwicklungszusammenarbeit mit China schon vor Jahren eingestellt. Es gebe allerdings noch mehrjährige Projekte, die derzeit auslaufen. Bei dem Großteil der Mittel handle es sich ohnehin um Kredite der deutschen Förder- und Entwicklungsbank KfW, die verzinzt zurückgezahlt werden müssen. Mit diesen Mitteln wollte man unter anderem deutsche Unternehmen beim Ausbau erneuerbarer Energien in China unterstützen. Die globale Armuts- und Hungerbekämpfung bleibe aber nach wie vor Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit. China sei selbst mittlerweile zu einem Geber aufgestiegen und engagiere sich insbesondere in Afrika. Müller begrüßt dies, kritisiert aber auch, dass China noch zu sehr auf die Rohstoffe schaue und zu wenig auf nachhaltige Entwicklung.

2. Südafrika: Korruptionssumpf oder Neuanfang?
Johannes Dieterich behandelte in der Frankfurter Rundschau bereits gestern den Machtkampf in der südafrikanischen Regierungspartei ANC. Partei-Generalsekretär Ace Magashule, ein enger Vetrauter des ehemaligen Prasidenten Jacob Zuma, der wegen Korruptionsvorwürfen sein Amt räumen musste, sabotiere regelrecht die Arbeit des ANC. Bei der Listenaufstellung für die vorherigen Parlamentswahlen seien Zuma-Vertraute bevorzugt behandelt worden. Magashule habe zudem an der Gründung einer neuen Partei (ATM) mitgewirkt, die den Wahlsieg Ramaphosas beeinträchtigen sollte. Darüber hinaus habe er eine finanzpoltische Entscheidung des höchsten ANC-Gremiums manipuliert, was zu einem Absturz der Landeswährung  geführt habe. Sein Ziel sei, die Bemühungen des Präsidenten so lange zu sabotieren, bis der Unmut der Wähler*innen zu einem Rücktritt Ramaphosas führe. Der ANC sei für viele zu einem Selbstbedienungsladen geworden. Lediglich zwei Parteimitglieder seien mit milden Geldstrafen davongekommen, dabei sei der ANC in 21 Korruptionsskandale verwickelt. Rampahosa, der zusammen mit seinem Vorgänger Nelson Mandela die Landesverfassung ausgearbeitet habe, wolle eine Abkehr von dieser „Raubritter“-Mentalität. Seine Chance gegen den Kontrahenten in seiner eigenen Partei bestehe darin, die neu geschaffenen staatlichen Institutionen so zu gestalten, dass sich Bedienstete dem Gemeinwohl unterordnen.

3. Keine weißen Retter
Marc Engelhardt thematisiert im Deutschlandfunk die ugandische Initiative „Keine weißen Retter“, die sich gegen Stereotypisierung in der Entwicklungszusammenarbeit richtet. Kritisert werden unter anderem Prominente, die in Krisengebiete fliegen und dabei die immer gleichen Rollenbilder reproduzieren. Während weibliche Prominente oft mit Baby im Arm im Gespräch mit einheimischen Müttern seien, sehe man männliche Aktuere oft beim Fußballspielen mit den Kindern vor Ort. Dabei gebe es auch andere Wege, Bilder zu produzieren, die „authentisch und detailliert über Situationen vor Ort berichten können“. Prominente treten oft in Kontakt mit den am stärksten von Armut betroffenen Menschen und verzerren so oft das Bild von Afrika, so eine gängige Kritik. Den Initiatorinnen des Hashtags #NoWhiteSaviors liege am Herzen, das Paradigma des „weißen Retters“ aufzubrechen. Sie betonen, dass die Kritik sich explizit an das vermittelte Rollenbild richte, nicht gegen Weiße als solche.

 

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