13. September 2019
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13. September 2019

Ghana: Drohnen bringen Medikamente / Nigeria: Land der Vermissten / Wenig Aussicht auf Frieden in der Zentralafrikanischen Republik?

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1. Ghana: Drohnen bringen Medikamente

Jana Sepehr erläutert bei Spiegel online, wie Drohnen in Ghana Menschenleben retten können. Bereits Anfang April dieses Jahres hätte der Ausbau eines Drohnennetzwerkes für Medikamentenlieferungen in Ghana begonnen. Hierfür wurden Verträge mit dem amerikanischen Unternehmen Zipline geschlossen, um in Zukunft 120 Drohnen zu 2.000 Gesundheitszentren zu schicken. Den Weg könne die Drohne meist schneller zurücklegen als ein Auto, gerade in Ghana seien viele Straßen marode oder während der Regenzeit überschwemmt. Hier biete die Drohne einen klaren Vorteil gegenüber herkömmlichen Transportmöglichkeiten. Kritiker*innen sehen das Projekt skeptisch. Für Notfälle mag der Transport mit einer Drohne sinnvoll sein, so Gameli Aheto, Arzt an der Universitätsklinik in Accra. Doch häufig werden auch Impfstoffe mit den Drohnen transportiert, und „Impfungen sind in der Regel keine Notfälle” so Aheto. Die investierten 12 Millionen Dollar hätten an anderer Stelle eingesetzt werden können. Es seien Prioritäten falsch gesetzt worden, so Gregory Rockson, Gründer von mPharma, einem Start-up, dass die Inventur und Belieferung von Medikamenten in Apotheken übernimmt. Im Notfall können die Drohnenflüge vielen Menschen das Leben retten, würden jedoch nicht dafür sorgen, das marode ghanaische Gesundheitssystem zu verbessern.

2. Nigeria: Land der Vermissten

Spiegel online und evangelische.de berichten, dass fast 22.000 Menschen in Nigeria als vermisst gelten. Grund hierfür sei der bereits seit zehn Jahren andauernde Kampf gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Laut dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seien in keinem anderen Land so viele Vermisstenmeldungen eingegangen wie in Nigeria. Gerade für Angehörige sei es schlimm, das Schicksal der Verschwunden nicht zu kennen. Auch waren fast sechzig Prozent der Vermissten zum Zeitpunkt ihres Verschwindens noch unter 18 Jahren. Auch Flucht sei ein Trennungsgrund vieler Familien. Es müsse mehr dafür getan werden, dass Familien erst gar nicht getrennt werden, so Peter Maurer, Präsident des IKRK. Lediglich 367 Fälle konnten in den vergangenen Jahren im Nordosten Nigerias, dem Hauptgebiet von Boko Haram, aufgeklärt werden.

3. Wenig Aussicht auf Frieden in der Zentralafrikanischen Republik?

Jeff Murphy Bares führt in der Deutschen Welle ein Interview mit Mankeur Ndiaye, Leiter der UN-Friedensmission in der Zentralafrikanischen Republik. Aktuell werde sowohl beim UN-Sicherheitsrat als auch bei der UN-Generalversammlung über die Möglichkeit diskutiert, das Waffenembargo gegen das Land aufzuheben. Auch die Verlängerung der UN-Friedensmission MINUSCA stehe zur Diskussion. Grund für das Waffenembargo ist der seit 2012 andauernde Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik. Ndiaye plädiere für eine Fortsetzung der Friedensmission. Aktuell gebe es noch keine Verbesserungen, doch man müsse sich gedulden. Manchmal gebe es Fortschritte, manchmal Rückschläge, so Ndiaye. Gerade in Birao, im Norden des Landes, gebe es immer wieder Gewalt.

 

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