11. Februar 2020
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11. Februar 2020

Afrika: Gefahr durch unterfinanzierte Gesundheitssysteme / Republik Kongo: Folter und Mord in WWF-Projekt / Gemischte Gefühle 30 Jahre nach Ende der Apartheid

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1. Afrika: Gefahr durch unterfinanzierte Gesundheitssysteme
In vielen afrikanischen Ländern sind die Gesundheitssysteme auf eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus auf dem Kontinent nicht ausreichend vorbereitet, wie die Tageszeitung (taz) berichtet. Vielerorts mangele es nicht nur an Kliniken und Medikamenten. Auch Grundausstattung wie Schutzanzüge und Hygienemittel seien rar. Nach zwei Verdachtsfällen befinde sich beispielsweise Westafrika in Alarmbereitschaft, wie die taz außerdem meldet. Darüber hinaus hätten die unterfinanzierten Gesundheitssysteme seit einigen Jahren mit einer ansteigenden Anzahl von Krebsdiagnosen zu kämpfen, wie der Deutschlandfunk berichtet. Insbesondere Subsahara-Afrika sei nicht auf die teure Therapie von Krebspatient*innen vorbereitet, die eigene Krebsstationen, Bestrahlungsgeräte und Fachpersonal erfordere. Das zunehmende Alter der afrikanischen Bevölkerung, sowie der ungesicherte Einsatz von Umweltgiften und Pestiziden begünstige das Ausbreiten von Krebs. Spezielle Krebsarten treten auch im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten wie HIV, Malaria oder Hepatitis auf und würden somit auch durch eine zunehmende angemessene Behandlung dieser Krankheiten kontrollierbar. Gegen Hepatitis oder Humane Papillomviren, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können, lasse sich auch impfen. Die internationale Impfallianz Gavi unterstütze afrikanische Länder darin, die Impfstoffe zu erschwinglichen Preisen einkaufen zu können. Somit sei beispielsweise in Kenia die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für alle zehnjährigen Mädchen kostenlos.

2. Republik Kongo: Folter und Mord in WWF-Projekt
Christoph Seidler thematisiert im Spiegel einen Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), in dem die Vorwürfe von Folter gegenüber einem Projekt der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) in der Republik Kongo untersucht wurden. Erste Recherchen über diese Vorgänge wurden vor circa einem Jahr öffentlich gemacht, wie der Spiegel berichtet. Eine vom WWF unterstützte Wildhüter-Einheit im Nordwesten der Republik Kongo soll gewalttätig gegen „angebliche Wilderer“ vorgegangen sein und dabei Angehörige der indigenen Baka gefoltert und getötet haben. UNDP, ebenfalls Partner des betreffenden Projekts, habe diese Vorwürfe untersucht und „glaubhafte Beweise“ gefunden, wie sich der Spiegel auf eine Vorabversion des UN-Berichts beruft. UNDP bilanziere bei sich selbst ebenfalls Missmanagement bei diesem Projekt. Die Menschenrechtsorganisation Survival International, die sich weltweit für indigene Völker, kritisiere das Verhalten von WWF und UNDP, da sie Rechtsvorschriften zur Achtung von Menschenrechten der Baka ignoriert hätten.

3. Gemischte Gefühle 30 Jahre nach Ende der Apartheid
Nelson Rolihlahla Mandela, früherer südafrikanischer Freiheitskämpfer und Politiker, der wegen seiner Aktivitäten gegen die Apartheid insgesamt 27 Jahre inhaftiert war, wurde heute vor 30 Jahren in Kapstadt entlassen, wie der Deutschlandfunk, die ARD, das Handelsblatt, die Salzburger Nachrichten, das Migazin, das Ärzteblatt und die Rheinlandpfalz berichten. Das Ende des Apartheidregimes habe er aus seiner Zelle heraus in geheimen Verhandlungen in die Wege geleitet. Mandela machte beiden Seiten deutlich, dass sie voneinander abhängig seien. Er nahm den Weißen die Angst vor einem Systemwechsel und überzeugte die schwarze Bevölkerung von der Hoffnung auf eine friedliche und gleiche Gesellschaft. Das Handelsblatt kritisiert, dass Mandelas Partei, der Afrikanische Nationalkongress (ANC), diesen Weg mittlerweile vergessen habe, da seine Politik von Korruption durchsetzt sei und er liberale demokratische Institutionen auszuhöhlen versuche. Zwar sei die Apartheid abgeschafft worden, „nicht aber die Grundlage der Ungleichheit“, so Senzo Majozi, Südafrikaner und Bewohner des Township Mzinyathi, im Deutschlandfunk. Die Erwartungen an die „Regenbogennation“ seien einerseits zwar teilweise unrealistisch gewesen, doch hätte der ANC mehr erreichen können, wäre er nicht in Korruption und Vetternwirtschaft versunken, sagt die Politikwissenschaftlerin Lubna Nadvi im Deutschlandfunk. Der amtierende Präsident Cyril Ramaphosa habe sich dazu verpflichtet dieses Unrecht aufzuarbeiten, doch die Gleichberechtigung der schwarzen und weißen Bevölkerung sei noch lange nicht Realität.

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