10 Gründe, warum Mädchen ihre Hausaufgaben nicht machen

10 Gründe, warum Mädchen ihre Hausaufgaben nicht machen

Wir waren alle schon einmal in der Versuchung es zu tun. Dem Lehrer zu sagen, der Hund hätte unsere Hausaufgaben gefressen. Oder, dass sie verbrannt sind. Oder aus dem Fenster geflogen. In Wahrheit waren wir natürlich einfach nur zu faul oder haben stattdessen lieber etwas mit Freunden unternommen.

Aber in manchen Teilen der Erde es gibt tatsächlich ein paar sehr ernsthafte Gründe, warum man seine Hausaufgaben nicht machen kann. Im Folgenden haben wir ein paar der Gründe aufgelistet, warum Mädchen in Subsahara-Afrika mit ihren Schulaufgaben nicht hinterherkommen.

(Spoiler: Keiner dieser Gründe hat etwas mit Hunden zu tun)

1. „Ich musste 1 km laufen, um Wasser zu holen … FÜNFMAL!“

Eva und ihre Klassenkameraden in Tansania

Die 15-Jährige Eva Tolage aus Tansania, eine Freundin von ONE (und vom ehemaligen US-Präsidenten Obama) sagt: „Wir haben einen Brunnen neben unserem Haus, aber der Wasserstand ist zu niedrig, also laufe ich stattdessen 1 km zum Fluss… fünfmal am Tag.“

Wie sollen sich Mädchen wie Eva auf ihre Schulbildung konzentrieren, wenn sie den ganzen Tag Wasser für ihre Familien holen müssen?

2. „Ich musste auf meine Geschwister aufpassen!“

Meistens müssen die Mädchen auf ihre Geschwister aufpassen

In Subsahara-Afrika wird meistens von den Töchtern erwartet, im Haushalt mitzuhelfen – nicht so sehr jedoch von den Söhnen. Sie müssen auch eher auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, während ihre Eltern arbeiten, um eine Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Diese geschlechterspezifischen Erwartungen beeinflussen, wie viel Zeit ein Mädchen in der Schule verbringen und welche Lernerfolge sie erzielen kann.

3. „Für mich gibt es keinen sicheren Schulweg!“

Für manche Mädchen ist der Schulweg eine Wahl zwischen unzuverlässigen Transportmitteln und einem endlos langen Fußmarsch

Für Mädchen, die in ländlichen Gebieten mit schlechten Straßen und einer schlechten Verkehrsanbindung leben, ist es noch schwieriger, in die Schule zu kommen. Manche müssen stundenlang laufen, um die Schule zu erreichen. In manchen Fällen ist der lange Schulweg nicht sicher – Bedrohungen können beispielsweise von Gruppen ausgehen, die der Meinung sind, dass Mädchen nicht in die Schule gehen sollten und alles in ihrer Macht stehende tun, um das zu verhindern.

4. „Ich konnte mich nicht konzentrieren, weil ich Hunger hatte!“

Foto Credit: Morgana Wingard

Der Zugang zu Bildung ist zwischen Arm und Reich ungleich verteilt. Schuluniformen, Bücher oder eine Busfahrkarte – all das kostet Geld und macht es Eltern mit geringem Einkommen schwer, ihren Kindern die gleichen Chancen zu ermöglichen. Wenn Kinder an Hunger oder Unterernährung leiden, ist es quasi unmöglich, dem Unterricht konzentriert zu folgen. Häufig fallen sie hinter ihre Schulkameraden zurück oder brechen die Schule ab.

5. „Ich muss arbeiten gehen!“

Für viele arme Familien überwiegt der kurzfristige Vorteil, ihre Kinder, vor allem Töchter, arbeiten zu schicken oder bei der Hausarbeit helfen zu lassen, über den langfristigen Vorteil einer Schulbildung.

6. „Ich heirate!” oder “Ich bin schwanger!“

Masher Duma aus Darfur wurde als 13-Jährige mit einem 35 Jahre alten Mann verheiratet. Kurz darauf erlitt sie eine Fehlgeburt. Nun ist sie 18 und von ihrem Mann getrennt. Foto Credit: UNAMID/Flickr

In manchen Regionen der Welt werden Mädchen gezwungen, jung zu heiraten. Manchmal geschieht dies noch bevor sie überhaupt in die Pubertät kommen und mit Männern, die drei oder vier Mal so alt sind wie sie selbst. Anstatt in die Schule zu gehen, ist es wahrscheinlich, dass sie sehr früh Kinder bekommen. Damit fallen sie aus dem Bildungssystem und es ist sehr wahrscheinlich, dass sich das gleiche Schicksal für ihre Töchter wiederholt.

7. „Ich habe meine Tage!“

Mädchen in Kenia wurden mit Hygieneutensilien von Days for Girls ausgestattet. (Credit: Days for Girls)

Oft können sich Mädchen die monatlichen Hygieneprodukte nicht leisten oder es fehlt schlicht an sanitärer Infrastruktur. Daher bleiben sie der Schule fern, fallen zurück und gehen schließlich gar nicht mehr zum Unterricht. Schulen ohne Toiletten oder mit gemischten Toiletten bergen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Mädchen. Bestenfalls gibt es lange Schlangen, unhygienische Bedingungen und keine Privatsphäre. Aber in 31% der Grundschulen in Subsahara Afrika gibt es nicht mal eine Toilette.

8. „Ich kann mich nicht konzentrieren, weil 50 Kinder in meiner Klasse sind!“

Jungs und Mädchen sitzen gedrängt auf dem Boden in einer Schule in Malawi. Foto Credit: Global Partnership for Education/Deepa Srikantaiah

In der Hälfte der afrikanischen Länder, für die Daten erhoben wurden, sind mehr als 50 Kinder in einer Klasse. In Ländern, in denen es überfüllte Klassenzimmer und nur unzureichendes Schulmaterial gibt, sind die Chancen, eine weiterführende Schulbildung wahrnehmen zu können, sehr gering. Viele der Kinder beenden einfach viel zu früh die Schule.

9. „Ich konnte meine Hausaufgaben nicht machen – es war zu dunkel!“

Wenn es keinen Strom gibt, müssen oft unsichere Lichtquellen verwendet werden. Foto Credit: Power Africa / Sirleaf.

Ein Drittel aller afrikanischen Grundschulen haben keinen Anschluss ans Stromnetz – das betrifft 90 Millionen Schüler. Rund 19% der Weltbevölkerung, ca. 1,3 Milliarden Menschen, haben überhaupt keinen Strom. Wenn es also dunkel wird, ist es fast unmöglich, Schulaufgaben zu erledigen.

10. „Weil ich ein Mädchen bin!“

Ein Klassenzimmer in Burkina Faso. Foto Credit: Jess Lea/DFID

Mancherorts werden Mädchen einer Schulbildung als weniger würdig angesehen als Jungs. Wenn eine Familie also nur begrenzt Geld zu Verfügung hat, werden eher die Söhne in die Schule geschickt, als die Töchter. In Subsahara-Afrika sind 16,7 Millionen Mädchen nicht mehr in der Schule und mehr als die Hälfte wird nie eine Schule betreten, im Vergleich zu 16% der Jungs, die nicht in der Schule sind.

Was tun wir also dagegen?

Studien zeigen, dass Investitionen in Bildung, mit einem Fokus auf Mädchen, zur effektivsten Mittelverwendung in Entwicklungsländern gehören. Wenn man ein Kind mit Wissen und Fähigkeiten ausstattet, profitieren nicht nur die Kinder und ihre Familien davon, sondern auf lange Sicht die gesamte Bevölkerung. Länder, die den Anteil der Frauen, die eine weiterführende Schule besuchen, um 1% erhöhen, könnten ihr jährliches Pro-Kopf-Einkommen um bis zu 0,3% steigern. Das geht aus Zahlen der Weltbank hervor.

Schätzungen ergaben, dass wenn alle Frauen die Grundschule beenden würden, die Rate der Kindersterblichkeit in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen um 15% sinken würde. Damit könnte das Leben von fast einer Million Kinder gerettet werden. Der Besuch einer weiterführenden Schule hat einen noch größeren Effekt: würden alle Frauen in diesen Ländern einen Abschluss an einer weiterführenden Schule machen, würde die Kindersterblichkeitsrate sogar um 49% sinken – somit könnten drei Millionen Kinderleben jährlich gerettet werden!

Brauchst du noch mehr Gründe dafür, dass Armut sexistisch und ein besserer Zugang zu Bildung für Mädchen ein RIESEN Schritt zur Bekämpfung von Ungleichheit ist? – Ich denke nicht!

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Ein offener Brief an die politisch Verantwortlichen

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Sehr geehrte politisch Verantwortliche,

wir müssen Sie verwarnen.

Weil 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule gehen. Weil eine Milliarde Frauen weltweit kein Bankkonto besitzen. Weil allein heute 33.000 Mädchen gegen ihren Willen verheiratet wurden. Weil die allermeisten Frauen weltweit für die gleiche Arbeit noch immer weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen erhalten.

Nirgends auf der Welt haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer. Nirgends. Aber Mädchen und Frauen in den ärmsten Ländern der Welt trifft diese Ungerechtigkeit am härtesten.

Armut ist sexistisch und wir werden nicht tatenlos zusehen, während Frauen in Armut übergangen, benachteiligt und abgehängt werden.

Die gute Nachricht? Sie können dieses Jahr historische Fortschritte bewirken - bei internationalen Treffen im Rahmen der G7, G20, der Afrikanischen Union und in Ihren nationalen Haushalten. Wir werden starke Zusagen von Ihnen fordern. Wir werden Sie an Ihre Zusagen erinnern. Und wir werden die Ersten sein, die Ihre Politik loben, sofern Sie Ihre Versprechen einhalten.

Wir lassen nicht locker, solange es keine Gerechtigkeit für Frauen und Mädchen weltweit gibt.

Erst wenn wir alle die gleichen Rechte haben, sind wir alle wirklich gleichberechtigt.

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