07. August 2019
Top-Themen

07. August 2019

Ruanda: Kritik nicht erwünscht / Korruptionsvorwürfe im Kongo / Kamerun: Dunkles Kapitel des deutschen Kolonialismus

Mach mit

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

1. Ruanda: Kritik nicht erwünscht

Thilo Thielke berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass Ruandas Präsident Paul Kagame immer härter und repressiver gegen seine politischen Gegner*innen vorgeht. Um Widerspruch im Keim zu ersticken, werfe Kagame politischen Gegner*innen oft vor, sie würden den Genozid in Ruanda leugnen. Man müsse für die Demokratie im Land kämpfen, so Victoire Ingabire, Vorsitzende der politischen Gruppe ‚Vereinigten Demokratischen Kräfte Ruandas’. Auch Ingabire sei vorgeworfen worden, den Völkermord zu leugnen, bei dem rund 800 000 Menschen ums Leben kamen. Kagame selbst betreibe ‚Geschichtsklitterung‘, so Ingabire. Er leugne, für den Bürgerkrieg verantwortlich zu sein und Kriegsverbrechen begangen zu haben. Jeder, der dieser Meinung widerspreche, werde verhaftet, isoliert oder verschwinde spurlos. Lange habe Präsident Kagame Freiheiten genossen und wenig Widerspruch aus dem Westen erhalten, so der ruandisch-kanadische Ökonom David Himbara. Himbara, der von 2000 bis 2002 für die Regierung Kagames als Ökonom gearbeitet habe, habe den Präsidenten für gefälschte Berichte zum Wirtschaftswachstum kritisiert und könne heute nicht mehr in sein Heimatland zurückkehren. Die vergangene Wahl habe Kagame mit fast 99 Prozent gewonnen. Gegenkandidat*innen wie die Unternehmerin Diane Rwigara seien erst gar nicht zur Wahl zugelassen worden.

2. Korruptionsvorwürfe im Kongo

Wie Clarissa Herrmann in der Deutschen Welle berichtet, erhebt die Nichtregierungsorganisation (NGO) ‚Global Witness‘ Korruptionsvorwürfe gegen den Sohn des kongolesischen Präsidenten, Denis Christel Sassou-Nguesso. Mehr als 50 Millionen US-Dollar soll der Sohn von Präsident Denis Sassou-Nguesso veruntreut haben. Damit sei er nicht das erste Mitglied der Familie, das wegen Veruntreuung im Fokus der Öffentlichkeit steht. Auch seine Schwester, Claudia Sassou-Nguesso, soll sich laut der NGO über Staatsgelder einen luxuriösen Lebensstil finanziert haben. Bereits 2007 habe die Organisation ‚Transparency France’ neben Anderen den kongolesischen Präsidenten angezeigt. Dieser solle in Frankreich Luxusapartments mit veruntreuten Geldern erstanden haben. Im Kongo werde über die Korruption der Familie kaum gesprochen, so Maixent Animba von der NGO ‚Forum für Führungssystem und Menschenrechte’. Auch würden sich nur wenige NGOs trauen, die Regierung zu kritisieren, so Animba weiter. Die Korruption sei nicht nur ein Problem des Kongos. Die internationale Gemeinschaft müsse sich stärker gegen Korruption einsetzen und die Finanzströme besser kontrollieren, so Brice Mackosso von der katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden.

3. Kamerun: Dunkles Kapitel des deutschen Kolonialismus

Hans Hielscher thematisiert bei Spiegel Online das rigide Vorgehen im deutschen Kolonialismus in Kamerun. Das Volk der Douala, dem auch Manga Bell angehört habe, habe seinerzeit einen Schutzvertrag mit dem Kaiserreich geschlossen, an den sich die deutsche Seite nicht gebunden fühlte. Der damalige Thronkandidat Manga Bell habe jedoch an dem deutschen Rechtssystem festgehalten und gefordert, dass der amtierende Gouverneur, Jesko von Puttkamer, aufgrund seiner gewalttätigen Vorgehensweise gegen die Einheimischen abgelöst werde. Die Lage habe sich weiter zugespitzt, als 1910 Otto Gleim den Posten übernahm. Fortan seien viele Einheimische zwangsenteignet und vertrieben worden. Der damalige König Manga Bell habe sich hiergegen zur Wehr setzen wollen und angedroht die Unterstützung anderer europäischer Mächte zu ersuchen. Dieses Vorgehen sei als „Hochverrat“ gewertet worden und von deutscher Seite mit der Todesstrafe geahndet worden. Noch heute werde Manga Bell als Held der Freiheit verehrt. In Gedenken an den kamerunischen König sei der Berliner Nachtigalplatz umbenannt worden.

×

Jetzt mitmachen und extreme Armut bekämpfen

Durch deine Teilnahme erklärst du dich mit unserer Privacy Policy einverstanden. Da ONEs Hauptsitz in den USA ist, befinden sich dort auch unsere Server. Dorthin werden deine Daten übermittelt.
Du willst immer auf dem Laufenden sein, wie du dich im Kampf gegen extreme Armut engagieren kannst?
Dann trag dich auf unserem Verteiler ein, um E-Mails von ONE zu erhalten und gemeinsam mit Millionen Menschen weltweit extreme Armut und vermeidbare Krankheiten zu bekämpfen. Deine Unterstützung bedeutet uns sehr viel. Wir werden dich niemals um Spenden bitten. Du kannst dich jederzeit austragen.
Bist du sicher? Wenn du 'Ja' auswählst, zeigen wir dir weitere Wege, dich mit deiner Stimme im Kampf gegen extreme Armut einzusetzen. Du kannst dich jederzeit austragen.

Diskutiere mit

Regeln für Kommentare

Ähnliche Beiträge