1. April 2022
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1. April 2022

Ukraine-Krieg verschlimmert weltweite Hungerkrisen / Mali: Seit zehn Jahren Krise / Angola: Repressionen gegen Opposition

1. Ukraine-Krieg verschlimmert weltweite Hungerkrisen

Nach Modellrechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) könne der Ukraine-Krieg zu Hungersnöten und sozialen Unruhen in mehreren afrikanischen Ländern führen, wie BILD und Deutschlandfunk berichten. Dutzende afrikanische Staaten seien von Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine abhängig. Laut IfW-Forschungsdirektor Tobias Heidland könne es dramatische Folgen haben, wenn diese Lieferungen reduziert werden oder ausfallen. Er fordert westliche Staaten dazu auf, die am schwersten betroffenen Länder Afrikas zu unterstützen. Das IfW halte einen Rückgang von 30 Prozent allein bei der weltweiten Weizenproduktion für möglich. Auch Benjamin Emonts thematisiert für die Süddeutsche Zeitung, welche Auswirkungen der Überfall auf die Ukraine auf die Lebensmittelknappheit unter anderem in Afrika hat. Besonders betroffen seien die bereits seit Jahren von Krisen gebeutelten Länder Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Eritrea. In diesen Ländern herrsche die schlimmste Dürre seit 1981. Hunderttausende seien in Somalia aufgrund der Dürre zur Flucht gezwungen. Sie seien zu 100 Prozent von Weizen aus der Schwarzmeerregion abhängig. Auch Jemen beziehe ein Drittel seines Getreides aus der Ukraine. In dem Land hungern derzeit 17 von 30 Millionen Menschen. “Momentan nehmen wir von den Hungernden, um die Verhungernden” vor dem Tod zu bewahren”, so Martin Frick vom Welternährungsprogramm (WFP). Die Kosten für Lebensmittel und Transporte des WFP seien infolge des Krieges etwa um die Hälfte gestiegen. Das WFP bittet die internationale Gemeinschaft dringend um Unterstützung.

2. Mali: Seit zehn Jahren Krise

Der malische Staat zerfiel vor zehn Jahren und steckt seither in der Krise, wie Antonio Cascais in der Deutschen Welle berichtet. So wurde Präsident Amadou Toumani Touré am 21. März 2012, einen Monat vor dem regulären Ende seiner Amtszeit, durch einen Militärputsch gestürzt. Genau am 31. März 2012 fiel die Stadt Gao an Tuareg-Separatisten der Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA) und islamistische Gruppen. Die Misere Malis habe mit einem Putsch begonnen, auf denen weitere Putsche folgten, fasst Mali-Experte Hassane Koné im Interview für die Deutsche Welle zusammen. Unterdessen verschlechtere sich die ohnehin prekäre Sicherheitslage im Land immer weiter. Ein Passant erklärt, dass “zwei oder drei Tage nach dem Sturz des Präsidenten” der norden Malis bereits in die Hände von Terrorgruppen und Banditen geraten sei. Die Bemühungen mehrerer internationaler Militärmissionen in Mali in den vergangenen zehn Jahren gelten als gescheitert. Nach wie vor gelte ein landesweiter Ausnahmezustand. Politik-Experte Bakary Sambe Regionaldirektor des Timbuktu-Instituts, einer Denkfabrik mit Sitz in Dakar und Bamako, sieht eine Aussöhnung im Land “nur durch den Aufbau einer echten Demokratie” als möglich. Zweifel an den Bemühungen der internationalen Militäreinsätze in Mali habe auch die Ausbildungsmission der Bundeswehr, wie Mike Szymanski in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Demnach glaube auch Verteidigungsministerin Lambrecht nicht mehr an eine Verlängerung des Mandats.

3. Angola: Repressionen gegen Opposition

Antonio Cascais berichtet für die Deutsche Welle über die Häufung von Verhaftungen von Oppositionellen fünf Monate vor den Wahlen in Angola. Lokalpolitiker Kinkani Ngangu aus Uíge, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden Angolas, berichtet von “einer regelrechten Hexenjagd auf Oppositionspolitiker und ihre Familienangehörigen” durch Polizisten. Seit einer Woche komme es vermehrt zu Hausdurchsuchungen, Verhaftungen und Kontrollen durch Einheiten des Staatsschutzes. Es deute auf ein gezieltes Vorgehen gegen Oppositionelle hin. Ziel der Polizeimaßnahmen seien Parteimitglieder und Anhänger*innen der größten Oppositionspartei UNITA (“Union für die totale Unabhängigkeit Angolas”), aber auch des Demokratischen Blocks (BD) und des Projekts PRA-JA Servir Angola (“Angola Dienen”). Stark betroffen sei die Provinz Uíge. Aus dieser seien viele Oppositionspolitiker bereits untergetaucht oder mussten fliehen. Laut Muata Sebastião, Generalsekretär des Demokratischen Blocks, herrsche derzeit “ein Klima der Angst unter Menschen, die sich bei Oppositionsparteien engagieren”.

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