The Data Report 2008

GESUNDHEIT

Die im Bereich Gesundheit gefassten Beschlüsse der G8 im Jahr 2005 waren ehrgeizig. Die G8 versprachen einen universalen Zugang zur Behandlung und Prävention von HIV/ Aids sowie zur Pflege von HIV/Aids-Patienten. Sie versprachen, die Anstrengungen zur Bekämpfung von TB auf ein Höchstmaß zu erhöhen, 85 Prozent der Menschen zu erreichen, die auf die Prävention und Behandlung von Malaria angewiesen sind, den Finanzierungsbedarf für die Ausrottung der Kinderlähmung zu erfüllen und Gesundheitssysteme aufzubauen, um Müttern und Kindern Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Zur Erreichung dieser Ziele verpflichteten sich die G8 außerdem, den Finanzierungsbedarf des Globalen Fonds zur ZUSAMMENFASSUNG 12 Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zu decken.

Leider sind keine vergleichbaren Daten zur Analyse dieser Zusagen verfügbar. So konnte DATA nicht ermitteln, ob die einzelnen Geberländer auf Kurs sind oder nicht. Stattdessen hat DATA die Fortschritte in diesen Bereichen anhand der verfügbaren Informationen bewertet. Es zeigt sich, dass die Bemühungen im Kampf gegen Infektionskrankheiten vorangekommen sind. Der Aufbau effizienter Gesundheitssysteme, die neben einer allgemeinen Grundversorgung vor allem die Gesundheit von Kindern und Müttern sicherstellen können, war hingegen weniger erfolgreich.

Beträchtliche Fortschritte wurden bei der Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Kinderlähmung erzielt.

HIV/AIDS in AFRIKA

22,5Mio.Zahl der Afrikaner, die mit Aids leben.

Der Kampf gegen Tuberkulose (TB) und die Bemühungen zum Aufbau funktionierender Gesundheitssysteme zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit sind dagegen sehr viel langsamer fortgeschritten. Trotz der Folgewirkungen der Erkrankung bei HIV/ Aids und des Leids der Betroffenen, ist der Kampf gegen TB weiterhin deutlich unterfinanziert. 2007 forderte der „Stop TB Global Plan“ $1,25 Milliarden für Projekte in Afrika. Bereitgestellt wurden jedoch nur $436 Millionen. Während die Mittel für die Bekämpfung einzelner Erkrankungen erhöht werden, ist die Finanzierung von Gesundheitssystemen als prozentualer Anteil der Gesamtausgaben im Gesundheitssektor in den vergangenen drei Jahren gesunken. Trotz geringfügiger Erhöhungen in der Finanzierung von Gesundheitssystemen insgesamt hat dieser Mittelzuwachs nicht mit den Steigerungen der Mittel für Infektionskrankheiten Schritt gehalten.

Es ist schwierig im Gesundheitsbereich eine Bewertung des Fortschritts vorzunehmen, da die Ziele pauschal und ohne individuelle Verantwortlichkeit formuliert sind. Insgesamt erfüllen die G8 jedoch nicht ihren proportional angemessenen Anteil am Finanzierungsbedarf für die Ziele des Gesundheitssektors. Die Erfüllung der Zusagen in diesem Bereich erfordert eine verstetigte Erhöhung der Mittel im Kampf gegen HIV/Aids, sinnvolles und individuelles Engagement im Kampf gegen Malaria und TB und insgesamt höhere Beiträge für den Globalen Fonds. Um den Erfolg solcher zielgerichteten Investitionen zu gewährleisten und um Fortschritte bei der Verbesserung der Versorgung für Mütter und Kinder zu erzielen, müssen die Geberländer 2008 darüber hinaus ihr Augenmerk auf das grundlegende Bedürfnis in Afrika für funktionierende Gesundheitssysteme richten, wozu auch die Ausbildung und das Halten (Train and Retain) medizinischer Fachkräfte überall auf dem Kontinent gehören.