The Data Report 2008

Vorwort

Wir alle müssen Rechenschaft ablegen – wir müssen aufrichtig zu unseren Zusagen stehen und zu allem, was nötig ist, um unsere Ziele zu erreichen. Es zeigt sich immer deutlicher: Wenn Entwicklungspartner wirklich zusammenarbeiten, können afrikanische Bürger darin gestärkt werden, ihre eigenen Regierungen in die Pflicht zu nehmen. So kann den Bildungsministern Afrikas und den NGOs geholfen werden, Kinder einzuschulen und zu ernähren, allen Bedürftigen Zugang zu Kliniken zu geben, in denen sie lebensrettende Aids-Medikamente erhalten.

So können die lebenserhaltenden Moskitonetze gegen Malaria in die Hände der Mütter und Kinder gelegt werden, die sie am dringendsten benötigen. Jeder Tragödie wie der von Simbabwe, der des Sudan oder der Demokratischen Republik Kongo stehen mehr als doppelt so viele positive Beispiele aus Afrika gegenüber –Mosambik, Tansania, Ghana, Benin oder Mali.

Wir wollen diese Erfolge nicht durch Almosen erringen, sondern mittels harter Arbeit, Beharrlichkeit, Kreativität und in wahrer Partnerschaft mit den Industrienationen. Wir sind noch nicht soweit, können es aber schaffen, wenn sich der Westen an die Zusagen hält, die er mit so großer Geste in Gleneagles machte und wenn auch die afrikanischen Führungen ihrerseits die Versprechen gegenüber ihren Bürgern erfüllen. Vorsätze sind das eine, ihre Umsetzung etwas ganz anderes.

Und ich bin zutiefst beunruhigt darüber, dass Frankreich, Deutschland und Italien die Versprechen, die sie Afrika 2005 machten, nicht einhalten werden, denn damit fällt ganz Europa zurück. Präsident Sarkozy, Kanzlerin Merkel und Premierminister Berlusconi müssen zu diesem Thema mehr von ihren Bürgerinnen und Bürgern hören, wenn sie die richtigen Entscheidungen im Sinne Afrikas und auch Europas treffen sollen. Die Organisationen der Zivilgesellschaft in diesen Staaten und in aller Welt müssen ihre Stimmen lauter erheben.

Wenn wir zusammenarbeiten, können wir immer noch die Generation sein, die extreme Armut in Afrika in die Geschichtsbücher verbannt. Dies wird gelingen, wenn wir die harten Fakten darüber, was funktioniert und was nicht, zur Grundlage unseres politischen Handelns machen und wenn wir gemeinsam mit einer Stimme sprechen.

ERZBISCHOF DESMOND TUTU