The Data Report 2008

BILDUNG

Auch im Bildungssektor verpflichteten sich die G8 zur Zusammenarbeit mit afrikanischen Regierungen, um ein ehrgeiziges, aber realistisches Ziel zu erreichen: nämlich dafür zu sorgen, dass alle Kinder eine vollständige Grundschulbildung erhalten. Die G8-Staats- und Regierungschefs haben 2005 keine konkreten Finanzierungsziele ausgegeben. DATA hat den Fortschritt der G8 deshalb auf Grundlage der besten verfügbaren Schätzungen bezüglich der Kosten für die Umsetzung des universalen Zugangs zu Grundschulausbildung analysiert. Dies zeigt, dass die G8 insgesamt ihren proportional angemessenen Anteil zur Erreichung dieses Ziels nicht geleistet haben. Individuell betrachtet sind lediglich zwei Länder (Kanada und das Vereinigte Königreich) bei dieser Zusage auf Kurs.

Seit der Jahrhundertwende wurden in Afrika massive Fortschritte in der Grundschulbildung erzielt. 2005 besuchten etwa 29 Millionen mehr Kinder eine Schule als 1999. Dies konnte aufgrund einer Prioritätensetzung auf den Bildungsbereich durch afrikanische Regierungen, Einsparungen infolge von Schuldenerlassen und zielgerichteter Entwicklungszusammenarbeit erreicht werden. 33 Millionen Kinder besuchen jedoch nach wie vor keine Schule, und der demografische Druck wird auch im nächsten Jahrzehnt eine Herausforderung bleiben, da die Anzahl der Kinder im Grundschulalter stetig ansteigt. Parallel zur steigenden Anzahl an Einschulungen muss auch die Bildungsqualität für die Kinder, die eine Schule besuchen, verbessert werden. Die G8 versprachen die vollständige Aufstockung der „Education For All Fast Track Initiative“.

DIE BEDEUTUNG VON BILDUNG

50%Die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass eine Mutter ihr Kind impfen lässt, wenn sie eine Grundschulbildung erfahren hat.

Es bestehen jedoch nach wie vor bei mehreren an der Initiative teilnehmenden afrikanischen Ländern Finanzierungslücken. Darüber hinaus müssen die G8 ihr Augenmerk auf die noch größere Herausforderung richten, zusätzliche Unterstützung für die Bedürfnisse von Kindern in fragilen Staaten bereitzustellen. Auch die afrikanischen Länder müssen ihre inländischen Ressourcen aufstocken und andere Geberländer außerhalb der G8, z. B. die Niederlande, sollten ihre Führungsrolle fortsetzen, indem sie die verbleibende Finanzierungslücke schließen.