Deutschland nimmt im Rahmen einer Bewertung anhand von zehn Indikatoren in vier Bereichen unter den G7- Ländern den dritten Platz bei der Wirksamkeit und Qualität der Entwicklungszusammenarbeit ein. Berücksichtigt wurden die Bereiche „Transparenz und Berichterstattung“, „Vorhersagbarkeit“, die „Nutzung nationaler Systeme“ und „Lieferaufbindung und Beschaffungswesen“. Deutschland verfehlte den von Kanada erzielten zweiten Platz nur knapp. Was die Vorhersagbarkeit seiner Entwicklungsunterstützung angeht, schnitt es besonders gut ab.
Aus der „Pariser Deklaration zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit“ geht ein zunehmender Konsens darüber hervor, was zur optimalen Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit erforderlich ist. Die Staaten der G8 verwiesen hierauf, als sie sich in Gleneagles darauf verständigten, „alle in der Pariser Deklaration zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit erteilten Zusagen umzusetzen und sich diesbezüglich evaluieren zu lassen.“ Zur Bewertung der Fortschritte der einzelnen Länder hat DATA vier Bereiche für die Wirksamkeit der Entwicklungshilfe ausgewählt: Vorhersagbarkeit (gemessen daran, inwieweit die geplante Entwicklungszusammenarbeit umgesetzt wird), Transparenz und Berichterstattung (gemessen daran, inwieweit sich die Entwicklungszusammenarbeit in den Budgets der Empfängerländer niederschlägt), die Nutzung nationaler Systeme (gemessen daran, inwieweit die Entwicklungszusammenarbeit bestehende Systeme der Empfängerländer nutzt), sowie die Lieferaufbindung und Nutzung lokaler Beschaffungssysteme. Diese vier Bereiche wurden sowohl aufgrund ihrer Bedeutsamkeit als auch aufgrund der Verfügbarkeit von Daten ausgewählt.
Deutschland schneidet in einer Reihe der wichtigsten von DATA ausgewählten Wirksamkeitsindikatoren relativ gut ab, vor allem bei der Vorhersagbarkeit. Weniger gut schneidet Deutschland dagegen im Hinblick auf die Transparenz und die Berichterstattung gegenüber Empfängerländern ab. In diesen Bereichen belegt es sowohl bei den DAC- als auch den DRI-Parametern lediglich Platz fünf. Auch bei der Nutzung lokaler Beschaffungssysteme steht Deutschland an fünfter Stelle.
Deutsche ODA-Leistungen an die subsaharischen Länder Afrikas stiegen 2007 an, und dank der wichtigen Zusagen, die im Rahmen des G8-Gipfels in Heiligendamm gemacht wurden, wird sich dieser Anstieg auch 2008 fortsetzen. Es ist von großer Bedeutung, dass die Unterstützung für die in Heiligendamm gemachten Zusagen in den laufenden Haushaltsverhandlungen ausgebaut und langfristig aufrechterhalten wird, und dass Deutschland sein Versprechen einhält, einen Großteil der erhöhten ODA-Leistungen nach Afrika fließen zu lassen. Der 2007 eingeschlagene Trend muss über die nächsten Jahre weitergeführt werden, um Deutschlands langfristiges Engagement im Kampf gegen Armut und Krankheit zu demonstrieren. Europa erwartet von Deutschland einen konkreten Zeitplan zur Erfüllung dieser Versprechen.