The Data Report 2008

Deutschland

NICHT AUF KURS

BILDUNG

HANDEL

  • 2007 unterzeichnete die EU vorläufige Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) mit 18 afrikanischen Ländern. Diese Abkommen sehen einen zollfreien Zugang zum EU-Markt sowie verbesserte Ursprungsregeln in einigen Exportbereichen vor. Im Gegenzug hierzu wird von den afrikanischen Ländern erwartet, ihre Märkte nach und nach für EU-Produkte zu öffnen. Die EU würde die EPA-Abkommen mit Afrika gerne umfassender gestalten und unter anderem auch Zusagen in den Bereichen Dienstleistungen, staatliche Beschaffung und Investitionen mit einbeziehen. Zahlreiche afrikanische Länder sowie die Afrikanische Union und die afrikanische Zivilgesellschaft haben jedoch mit Besorgnis auf diesen weiter reichenden Ansatz reagiert. Die Verhandlungen über die Inhalte der „vollständigen EPA“ sollen bis Ende 2008 abgeschlossen sein.
  • Im Rahmen des Programms Everything But Arms (EBA), das einen fast 100-prozentigen Marktzugang vorsieht, kann den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDCs) außerdem zoll- und quotenfreier Zugang zum EU-Markt gewährt werden. Dieses Programm erfasst jedoch nicht alle afrikanischen Länder und wurde auch deshalb kritisiert, weil es weiterhin an komplizierten Ursprungsregeln festhält, die für arme Länder schwer umzusetzen sind.
  • Auf der Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong im Jahr 2005 sagte die EU eine Erhöhung der handelsbezogenen Entwicklungszusammenarbeit (Aid for Trade, AfT) für alle Entwicklungsländer bis 2010 um €2 Milliarden ($2,5 Milliarden) pro Jahr zu.
  • 2006 betrug der deutsche bilaterale Beitrag für „Aid for Trade“ (in der engen Definition, d. h. für handelsbezogene technische Zusammenarbeit) $34,99 Millionen. Im selben Zeitraum trug Deutschland $261,21 Millionen zu EU-Maßnahmen für die handelsbezogene technische Zusammenarbeit bei; weitere $5,4 Millionen gingen an Maßnahmen, die multilaterale Organisationen wie die WTO, UNCTAD (Handelsund Entwicklungskonferenz), das UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) und das ITC (Internationales Handelszentrum) implementierten. Insgesamt beliefen sich diese Beiträge 2006 auf $301,6 Millionen.
  • Deutschland verfügt außerdem über einen strategischen Fonds (den Monterrey-Fonds) in Höhe von €9 Millionen ($14 Millionen), der darauf ausgerichtet ist, handelsrelevante Aspekte in bestehende bilaterale Projekte und Programme zu integrieren.