Alle Beträge in diesem Abschnitt werden in Euro auf dem Preisniveau von 2007 und in US-Dollar auf dem Preisniveau von 2004 dargestellt, um sowohl einen Vergleich mit dem aktuellen deutschen Haushaltsplan als auch mit den DAC-Beträgen zu ermöglichen, die an anderen Stellen des DATA Berichts auf dem Preisniveau von 2004 dargestellt sind.
Um einen linearen ODA-Anstieg zu realisieren und bis 2010 seine Zielvorgabe von €5,154 Milliarden ($6,204 Milliarden zu Preisen von 2004) zu erreichen, müsste Deutschland seine ODA im Jahr 2008 ohne Berücksichtigung bilateraler Schuldenerlasse um €965 Millionen ($1,161 Milliarden zu Preisen von 2004) erhöhen, um auf insgesamt €3,225 Milliarden ($3.881 Milliarden zu Preisen von 2004) zu kommen.3 Dies entspräche einer Erhöhung von 42,7% gegenüber 2007.
Aufgrund von Budgetschätzungen geht DATA davon aus, dass sich die globalen ODA-Leistungen Deutschlands zwischen 2007 und 2008 um rund €870 Millionen ($1,047 Millionen zu Preisen von 2004) auf insgesamt €7,736 Milliarden ($9,311 Milliarden zu Preisen von 2004) erhöhen werden.5 Dieser Zuwachs ist zum Großteil für das Budget des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vorgesehen, das den größten Teil der Entwicklungsausgaben verwaltet. Weitere ODAErhöhungen gehen u.a. auf finanzielle Mittel aus der Versteigerung von CO2-Zertifikaten zurück. Erwartungsgemäß werden ca. zwei Drittel der Budgeterhöhungen des BMZ und mindestens 40% der übrigen Steigerungen an die subsaharischen Länder Afrikas fließen.6 Auf der Grundlage dieser Zahlen werden die ODALeistungen an die Region um ca. €527 Millionen ($634 Millionen zu Preisen von 2004) auf insgesamt €2,786 Milliarden ($3,353 Milliarden zu Preisen von 2004) ansteigen. Obwohl dies ein starker Zuwachs ist, beträgt er weniger als die Erhöhung von €965 Millionen ($1.161 Millionen zu Preisen von 2004), die erforderlich wäre, um auf Kurs zu gelangen.
Am 26. und 27. September 2007 hielt die Bundesregierung eine erfolgreiche Geberkonferenz zu Gunsten des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) in Berlin ab. Als Gastgeber verdoppelte Deutschland seine jährlichen Beiträge für den Zeitraum 2008 bis 2010 auf €200 Millionen ($273,8 Millionen).
Im Bereich Wasser und Sanitärversorgung ist Deutschland mit seinen Beiträgen auf Kurs. Mit Investitionen in Höhe von $77 Millionen in diesem Sektor leistete Deutschland 2006 für Afrika in absoluten Zahlen den größten Beitrag für die Wasser- und Sanitärversorgung des Kontinents. Im Bildungsbereich dagegen liegen die deutschen Entwicklungsausgaben nicht auf Kurs. Gleiches gilt für seine Position im Bereich Handel, wo Deutschland als wichtiges EU-Mitglied großen Einfluss auf die Verhandlungspositionen der Europäischen Kommission nimmt.
Deutschland hat eine Erhöhung seiner ODA-Leistungen „unterstützt durch innovative Finanzmechanismen“ zugesagt und wird 2008 erstmalig ODA-Ressourcen mittels innovativer Finanzinstrumente mobilisieren. Es steht derzeit allerdings noch nicht fest, wie hoch der an die subsaharischen Länder Afrikas fließende Anteil dieser Mittel sein wird.
Abbildung 3 zeigt die Leistungen und Anstrengungen Deutschlands in Bezug auf die einzelnen sektoralen Zusagen von 2005, die DATA in den Bereichen Schuldenerlass, Handel, Bildung, Gesundheit sowie Regierungsführung und Sicherheit analysiert. Außerdem beleuchtet dieser Abschnitt die wesentlichen Veränderungen der Vergangenheit und die relevanten Entwicklungen bei den deutschen ODA-Leistungen in diesen Sektoren. In diesem Abschnitt werden unter anderem die aktuellsten Zahlen des DAC verwendet, die die Geberzusagen aus dem Jahr 2006 darstellen.