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Wasser und Sanitärversorgung

Sauberes Wasser und verlässliche Sanitärversorgung sind Grundvoraussetzungen für gute Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Und doch haben mehr als eine Milliarde Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser und 2,6 Milliarden haben keinen Zugang zu den grundlegendsten sanitären Einrichtungen. In Afrika südlich der Sahara bestehen einige der schlimmsten Mängel – nur 56 Prozent der Menschen steht sauberes Wasser zur Verfügung und lediglich 37 Prozent haben Zugang zu sanitären Einrichtungen. Unsauberes Wasser und schlechte Sanitärversorgung stellen bedeutende Entwicklungshindernisse dar:

  • Geschätzte 5.000 Kinder sterben jeden Tag an schweren Durchfallerkrankungen, die sich durch schlechte Sanitärversorgung und Hygienemängel verbreiten. Für ein Baby, das in Afrika geboren wird, ist es 500-mal wahrscheinlicher an Durchfall zu sterben als für Kinder, die in Europa geboren werden.
  • Frauen in Entwicklungsländern laufen jeden Tag durchschnittlich sechs Kilometer, um Wasser zu holen. - Zeit, die in der Schule oder für andere Arbeiten verbracht werden könnte. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass in Afrika südlich der Sahara jedes Jahr insgesamt 40 Milliarden Arbeitsstunden dafür verwendet werden, Wasser zu holen.
  • Studien zufolge ist in mehr als der Hälfte der Fälle, in denen ein Mädchen in Afrika südlich der Sahara die Grundschule ohne Abschluss verlässt, der Grund fehlende getrennte Toiletten und der fehlende Zugang zu sicherem Wasser.

 

Anstrengungen zahlen sich aus

Eine wachsende Anzahl von Erfolgen belegt, dass Investitionen in Wasser und Sanitärversorgung gewaltige Entwicklungsnutzen mit sich bringen:

  • Nutzen für die Gesundheit: Besseres Wasser und sanitäre Einrichtungen sind zwei der wirksamsten gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen, vor allem für kleine Kinder. Es ist nachgewiesen, dass allein der Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen die Zahl von Durchfall bezogener Erkrankungen um mehr als ein Drittel verringern könnte. Die Vorgaben des Millennium-Entwicklungsziels zu Wasser und Sanitärversorgung zu erfüllen, könnte im Jahr 2015 über 200.000 Kindern das Leben retten.
  • Mehr Zeit für Arbeit und Schule: Wird der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ausgeweitet, hat dies positive Auswirkungen auf Einkommen und Bildung der betroffenen Menschen. Insbesondere für Frauen und Mädchen, die weltweit die Hauptwasserträger sind. Es ist 12 Prozent wahrscheinlicher, dass ein Mädchen zur Schule geht, wenn Wasser zu Fuß in 15 Minuten und nicht erst in 60 Minuten von zu Hause aus erreichbar ist. Die Fehlzeiten in der Schule würden sich durch weniger Erkrankungen reduzieren. Wenn die Vorgaben des Millennium-Entwicklungsziels zu Wasser und Sanitärversorgung erfüllt werden, würde dies zu einem Gewinn von 272 Millionen Schultagen führen.
  • Höheres Einkommen: Nach Schätzungen führt jeder Euro, der für Wasser und Sanitärversorgung ausgegeben wird, zu Erträgen in Höhe von 8 Euro. Es wird Zeit eingespart, die Leistungsfähigkeit erhöht sich und es fallen geringere Krankheitskosten an. Wenn die Vorgaben des Millennium-Entwicklungsziels zu Wasser und Sanitärversorgung bis 2015 erfüllt werden, könnten Regierungen in Ländern südlich der Sahara Jahr für Jahr etwa 12 Prozent an öffentlichen Gesundheitsausgaben sparen. Das ist 1,50 Euro pro Bürger.

Deutschland ist einer der drei größten bilateralen Geber im Wassersektor und unterstützt mit durchschnittlich €350 Mio. im Jahr Programme und Projekte in diesem Bereich. Beispielsweise unterstützt Deutschland seit 1990 den Norden Tansanias bei dem Aufbau einer einfachen Struktur zur Wasserversorgung. Der Erfolg ist messbar. Von 1990 bis heute stieg der Anteil der tansanischen Bevölkerung mit Zugang zu Wasserversorgung von 46 auf 62 Prozent.

Als Teil der Millennium-Entwicklungsziele haben sich Entwicklungs- und Geberländer verpflichtet, die Zahl der Menschen ohne nachhaltigen Zugang zu sicherem Trinkwasser und grundlegender Sanitärversorgung bis 2015 zu halbieren. Die Länder Afrikas südlich der Sahara liegen in beiden Punkte gefährlich zurück. Wenn sich der derzeitige Trend fortsetzt, wird die Region die Vorgabe zum Wasser um 25 Jahre und die zur Sanitärversorgung um 61 Jahre verfehlen.

Aufgrund der nachgewiesenen Vorteile, die eine Ausweitung des Zugangs zu sauberem Wasser und zu Sanitärversorgung bietet, müssen erfolgreiche Projekte wie in Tansania kopiert und erweitert werden.

Weiterführende Links

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung - "Sauberes Wasser“
Water Partners International (englisch)