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Klimawandel
Der Klimawandel ist nicht das Werk Afrikas. Und doch werden die Folgen der globalen Erwärmung die Ärmsten Afrikas überproportional stark betreffen. Reiche Länder haben die Verpflichtung, ihre Treibhausgas-Emissionen sofort zu drosseln und Afrika bei der Vermeidung der schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu helfen.
Auswirkungen des Klimawandels
Berichte des Internationalen Klimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) und des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Development Program – UNDP) benennen alarmierende Einzelheiten über die katastrophalen Auswirkungen, die der Klimawandel auf die Entwicklung Afrikas haben könnte. Erwartete Auswirkungen sind unter anderem:
- Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion: Die Gebiete, in denen Landwirtschaft möglich ist, und das Ertragspotenzial von Pflanzen, die als Grundnahrungsmittel dienen, werden schrumpfen. Aufgrund längerer Tockenperioden wird außerdem die jährliche Zeitspanne, in der Landwirtschaft möglich ist, verkürzt. Einige afrikanische Länder könnten bis 2050 eine Reduzierung ihrer landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 50 Prozent erleben. Ernteeinnahmen könnten bis 2100 um bis zu 90 Prozent sinken.
- Extreme Wasserknappheit: Veränderte Klimabedingungen werden Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Wasser in Afrika haben. Im Jahr 2020, so Voraussagen, könnten durch Klimawandel weitere 75 bis 250 Millionen Afrikaner extremer Wasserknappheit ausgesetzt sein.
- Steigende Meeresspiegel: Überall auf der Welt könnten durch das Abtauen von Eismassen und Permafrost die Meeresspiegel rasch ansteigen. In Afrika befinden sich extrem fruchtbare Ökosysteme in küstennahen Gebieten. Gerade dort finden oft wichtige wirtschaftliche Aktivitäten wie Tourismus und Fischerei statt. Insgesamt könnten bis zum Jahr 2080 70 Millionen Menschen und 30 Prozent von Afrikas küstennaher Infrastruktur von Überschwemmung durch steigende Meeresspiegel betroffen sein.
- Risiken für die menschliche Gesundheit: Aufgrund von Temperaturveränderungen als Folgen des Klimawandels wird es zunehmend extreme Wetterereignisse geben unter denen die Menschen leiden. Aber es bestehen auch schleichende Risiken: Ehemals malariafreie Regionen in den Hochlandgebieten von Äthiopien, Kenia, Ruanda und Burundi könnten bis zu den 2050er Jahren ein Auftreten von Malaria erleben. Die Übertragungswahrscheinlichkeit wird in den 2080er Jahren extrem hoch sein. Insgesamt könnten im Jahr 2080 weltweit 260 bis 320 Millionen mehr Menschen als heute in Malariagebieten leben.
- Bedrohungen für Ökosysteme und biologische Vielfalt: Der Klimawandel wird sehr wahrscheinlich Auswirkungen auf die Artenvielfalt und das Wachstum von Bäumen haben. Dies wird auch Folgen auf die sonstige Flora und Fauna haben. Studien sagen voraus, dass 25 bis 40 Prozent aller Säugetierarten bis 2080 zu den gefährdeten Arten gehören oder sogar ausgestorben sein werden.
Blick in die Zukunft: Anpassungsmaßnahmen und Klimaschutz
Dem Klimawandel muss doppelt begegnet werden: erstens durch die Anpassung an die Folgen derzeitiger und künftiger Klimaveränderungen und zweitens durch die Abschwächung des Klimawandels durch die drastische Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen.
- Das Verursacherprinzip muss gelten. Entsprechend sollten die G8-Staaten den ärmsten und anfälligsten Ländern finanzielle Hilfe für die Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung stellen. Der Begriff „Anpassung“ umfasst dabei eine breite Spanne von Maßnahmen, die dabei helfen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Anpassungsansätze sollten sich darauf konzentrieren, die physische Infrastruktur klimafest zu gestalten und gleichzeitig die Verwundbarkeit der Menschen durch Klimaveränderungen zu begrenzen. Dies sollte über öffentliche Investitionen, soziale Sicherungsprogramme und „klimafeste Entwicklungsprogramme“ geschehen. Die G8-Länder müssen sich verpflichten, Mittel für Anpassungsmaßnahmen zusätzlich zu bestehenden Hilfszusagen zur Verfügung zu stellen. Der Faktor Klimawandel treibt die Kosten für die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele in die Höhe. Aus diesem Grund dürfen die zugesagten Mittel nicht von der direkten Armutsbekämpfung in Anpassungsmaßen umgeleitet werden.
- Die G8-Staaten und andere Industrieländer müssen jetzt handeln, um das Ausmaß des Klimawandels abzuschwächen. Sie müssen gewährleisten, dass die globale Durchschnittstemperatur nicht um mehr als 2°C über die vor-industriellen Werte steigt. Sie sollten damit anfangen, sich auf einen ehrgeizigeren globalen Rahmenplan zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu einigen; einen Plan, der fordert bis 2050 den Ausstoß von Kohlendioxid um 80 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern und bis 2020 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus regenerativen Quellen zu stillen. Die G8 sollten auch eng mit Entwicklungsländern und der Privatwirtschaft zusammenarbeiten, um kohlenstoffarme Energiegewinnung und die Nutzung energieeffizienter Technologien voranzutreiben. Der Bericht über die menschliche Entwicklung der Vereinten Nationen (The Human Development Report - HDR) hat zur Einrichtung eines Finanzierungsmechanismus zur Abschwächung der Ursachen von Klimawandel (Climate Change Mitigation Facility) aufgefordert, der jährlich €15 bis 35 Mrd. an Finanzmitteln für Investitionsprojekte mit geringem Kohlenstoffausstoß bereitstellen soll.
Im Rahmen der Verhandlungen zur Nachfolgeregelung des Kyoto-Protokolls haben Forderungen nach Finanzierungsmechanismen für Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen in den Entwicklungsländern kräftig Rückenwind bekommen.
Weiterführende Links
Bericht über die menschliche Entwicklung der Vereinten Nationen (The Human Development Report - HDR) (englisch)
Forum Umwelt und Entwicklung
Germanwatch
Internationaler Klimarat (IPCC) (englisch)
Sekretariat der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) (englisch)
World Wide Fund For Nature - WWF
Greenpeace
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