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HIV/Aids, TB und Malaria
Im Jahr 2007 tötete HIV/Aids zwei Millionen Menschen. 1,7 Millionen Menschen starben an Tuberkulose (TB). Malaria tötete weitere 881.000. Diese Killer-Seuchen treffen die Ärmsten dieser Welt überdurchschnittlich stark. Afrika ist bei weitem am schlimmsten betroffen: Jeden Tag sterben mehr als 8.000 Menschen in Afrika an einer dieser drei vermeidbaren, behandelbaren Krankheiten.
Die furchtbaren menschlichen Folgen von HIV/Aids, TB und Malaria sind unbestreitbar, aber ihre sozialökonomischen Folgen sind ebenfalls beträchtlich. In Afrika droht Aids eine ganze Generation in ihren leistungsfähigsten Lebensjahren auszurotten. – Unternehmen verlieren ihre Angestellten, Regierungen verlieren ihre Bediensteten und Familien verlieren ihre Ernährer. Diese drei Krankheiten haben messbaren Einfluss in allen Entwicklungsländern: 12,1 Millionen Kinder in Afrika haben bereits einen oder beide Elternteile durch Aids verloren. Manche Schätzungen kommen zu dem Schluss, dass in Ländern mit hohen HIV/Aids-Infektionsraten das jährliche Wachstum des Bruttosozialprodukts 2 bis 4 Prozent unter dem vergleichbarer Länder liegen kann. Es wird geschätzt, dass Malaria – eine Krankheit, die komplett vermeidbar und behandelbar ist – Afrika jedes Jahr ein wirtschaftliches Wachstum in Höhe von €9 Mrd. kostet.
Erfolg in Zahlen
Die gute Nachricht ist, dass diese Krankheiten vermeidbar und behandelbar sind, indem bewährte, kostenwirksame Strategien angewandt werden:
- Medikamente zur Behandlung von Menschen mit HIV/Aids kosten nicht mehr als 90 Euro pro Patient und Jahr. Vor nicht einmal einem Jahrzehnt lagen die Kosten noch bei 7.000 Euro.
- Mit Hilfe von vier extrem erfolgreichen Maßnahmen können Malaria-Ansteckungen stark zurückgedrängt werden: mit Insektizid behandelte Netze (deren Produktion und Verteilung 5 Euro pro Stück kostet) und Malariabehandlung (die 1,50 Euro pro Dosis kostet) zusammen mit dem Sprühen von Insektiziden in Wohnräumen und der Prophylaxe für schwangere Frauen.
- In vielen betroffenen Ländern würden 12 bis 25 Euro für eine komplette sechsmonatige TB-Behandlung ausreichen.
Die Einrichtung von Initiativen wie dem Globalen Fonds hat dabei geholfen, die Mittel zur Bekämpfung dieser Krankheiten weltweit entscheidend zu erhöhen: 2002 hatten nur 50.000 HIV-positive Afrikaner Zugang zu antiretroviralen Medikamenten (nur 1 Prozent derer, die sie benötigt hätten). Ende 2007 erhielten über zwei Millionen Afrikaner (30 Prozent derer, die sie benötigten) und fast drei Millionen Patienten weltweit (31 Prozent derer, die sie benötigten) – eine Behandlung.
Um Familien vor Malaria zu schützen, hat der Globale Fonds seit 2002 dabei geholfen, 59 Millionen Moskitonetze zu verteilen. In Ruanda und Äthiopien hat die deutliche Verbesserung der Versorgung mit Netzen und Behandlungsmöglichkeiten die Anzahl der Todesfälle durch Malaria in den letzten zwei Jahren halbiert.
Blick in die Zukunft
Trotz der neuesten Erfolge sind die derzeitigen Anstrengungen nicht so groß wie sie sein müssten und könnten. Weltweit erhalten 6,8 Millionen Menschen noch immer nicht die notwendige antiretrovirale Behandlung und 7.400 Menschen infizieren sich Tag für Tag mit dem HI-Virus. Im Jahr 2005 verpflichteten sich Regierungschefs der G8-Staaten dabei zu helfen, dass bis 2010 jeder Mensch Zugang zu Aids-Prävention und -Behandlung sowie Pflege hat. Doch es gibt noch immer keinen Plan zur Verwirklichung dieses ambitionierten Ziels. Malaria ist noch immer für ein Fünftel aller Sterbefälle von Kindern in Afrika verantwortlich. Noch immer stecken sich jedes Jahr 2,5 Millionen Afrikaner mit TB an und jedes Jahr sterben mehr als 500.000 Infizierte.
So viel mehr muss im Kampf gegen diese drei tödlichen Krankheiten getan werden. Ein notwendiger Schritt und Voraussetzung für viele weitere Schritte ist die Erhöhung der weltweiten Finanzmittel. Die Weltgemeinschaft hat im Jahr 2007 bereits €7,3 Mrd. in den Kampf gegen HIV/Aids investiert. UNAIDS geht davon aus, dass dieser Betrag bis 2010 um mindestens 50 Prozent erhöht werden muss, um allen Menschen Zugang zu Vorbeugung, Behandlung und Pflege zu ermöglichen. Malaria verlangt nach Anstrengungen in der Größenordnung von €1,4 – 2,3 Mrd. pro Jahr. Und um TB aufzuhalten, müssten die Geber €2,3 Mrd. pro Jahr aufbringen. Doch im Jahr 2007 fehlten dazu mehr als €730 Mio.
HIV/Aids, TB und Malaria sind besiegbar. Aber nur, wenn deutlich mehr Anstrengungen auf die wirksamen Lösungen verwendet werden – die bereits vorhanden sind.
Deutschland und Gesundheit
Weiterführende Links
Weltgesundheitsorganistion (World Health Organisation - WHO) (englisch)
UNAIDS (englisch)
Global AIDS Alliance (englisch)
Aktionsbündnis gegen AIDS
Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria
Europäische Allianz gegen Malaria
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