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Die Millennium-Entwicklungsziele
Die Hälfte der Zeit zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) von 2000 bis 2015 ist um. Doch nur eine der acht Zielregionen – Nordafrika – ist derzeit auf Kurs, um alle Millenniumziele zu erreichen. Am deutlichsten liegen die afrikanischen Länder südlich der Sahara zurück. Trotz individueller Fortschritte in einzelnen Staaten ist für die Region insgesamt nach derzeitigem Stand keines der acht Ziele in Reichweite.
1. Armut und Hunger
Teilziele: Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zum Leben haben. Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die Hunger leiden
Weltweit fiel der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben (d.i. weniger als 1,25 US-Dollar am Tag zur Verfügung haben) zwischen 1990 und 2004 von 31,6 auf 19,2 Prozent. Wenn dieser Trend anhält, wird das Millenniumziel 1 zur Armutsreduzierung für die Welt insgesamt und für die meisten Regionen erreicht werden. Im sub-saharischen Afrika fiel der Anteil von Menschen in extremer Armut im selben Zeitraum jedoch lediglich von 46,8 auf 41,1 Prozent. Der Großteil dieses Fortschritts wurde nach 2000 erreicht. Um das MDG zu erreichen, müsste sich die derzeitige Fortschrittsrate verdoppeln. Hunger ist ebenfalls nach wie vor ein Problem in Afrika, wobei der Anteil unterernährter Kinder unter fünf Jahren zwischen 1990 und 2005 von 33 auf 29 Prozent reduziert werden konnte.
2. Schulbildung
Teilziele: Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Mädchen wie Jungen, eine Grundschulbildung vollständig abschließen können.
Weltweit stieg die Einschulungsrate zwischen 1991 und 2005 von 80 auf 88 Prozent. Während in Afrika innerhalb der letzten Jahre eindrucksvolle Ergebnisse erzielt werden konnten, bleibt die Region mit einem Anteil von 30 Prozent nicht eingeschulter Kinder nach wie vor hinter anderen Teilen der Welt zurück. Die Einschulungsquote stieg in nur sechs Jahren zwischen 1999 und 2005 von 57 auf 70 Prozent, aber 33 Millionen Kinder gehen nach wie vor nicht zur Schule.

3. Gleichstellung
Teilziele: Das Geschlechtergefälle in der Grund- und Sekundarschulbildung beseitigen, möglichst bis 2005 und auf allen Bildungsebenen bis spätestens 2015.
In Afrika haben etwa 63 Prozent der Staaten zu denen Zahlen verfügbar sind eine Gleichstellung auf dem Gebiet der Grundschulbildung hergestellt. Bei weiterführenden Schulen sind es 37 Prozent. Auf politischer Ebene stieg der Anteil der Inhaberinnen von Parlamentsmandaten zwischen 1990 und 2006 von 7 auf 17. Der Anteil von Frauen, die ein Gehalt außerhalb der Landwirtschaft beziehen, belief sich 2005 nach wie vor auf weniger als ein Drittel.
4. Kindersterblichkeit
Teilziele: Zwischen 1990 und 2015 Senkung der Kindersterblichkeit von Unter-Fünf-Jährigen um zwei Drittel (von 10,6 auf 3,5 Prozent).
Weltweit nahm die Kindersterblichkeitsrate zwischen 1990 und 2005 von 106 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten auf 83 ab. Sub-Sahara-Afrika bleibt die Region, die von Kindersterblichkeit am stärksten betroffen ist. Die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünf-Jährigen fiel im gleichen Zeitraum von 18,5 auf 16,6 Prozent. Diese Entwicklung ist offensichtlich weit von einer Reduktion um zwei Drittel entfernt. Die Kindersterblichkeitsrate ist zudem nach wie vor doppelt so hoch wie die anderer Entwicklungsregionen. Trotz dieser geringen Fortschritte in der Regionenbetrachtung sind in einzelnen Staaten ermutigende Entwicklungen zu verzeichnen. Auch die Zahl der Todesfälle durch Masern ging zwischen 2000 und 2006 um 91 Prozent zurück, nachdem in Partnerschaft zwischen afrikanischen Regierungen, UNICEF, dem US-amerikanischen Roten Kreuz und der Weltgesundheitsorganisation ein umfassendes Impfprogramm umgesetzt wurde.
5. Mutterschutz
Teilziele: Zwischen 1990 und 2015 Senkung der Sterblichkeitsrate von Müttern um drei Viertel. Bis 2015 allgemeinen Zugang zu reproduktiver Gesundheit erreichen.
Weltweit sterben nach wie vor über eine halbe Million Frauen an vermeidbaren und behandelbaren Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt. Die Sterblichkeitsrate von Müttern im sub-saharischen Afrika gehört zu den höchsten der Welt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau in dieser Region an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt stirbt beträgt 1:16. In den Industriestaaten beträgt diese Wahrscheinlichkeit 1:3.800.
6. HIV/Aids und andere Infektionskrankheiten
Teilziele: Bis 2015 die Ausbreitung von HIV/Aids zum Stillstand bringen und eine Trendumkehr bewirken. Bis 2010 weltweiten Zugang zu medizinischer Versorgung für alle HIV/Aids-Infizierten erreichen, die diese benötigen. Bis 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand bringen und eine Trendumkehr bewirken.
Im Jahr 2007 verzeichnete man 1,7 Millionen HIV-Neuinfektionen unter Afrikanern, was die Zahl der Infizierten in der Region auf 22,5 Millionen erhöhte. Während die Verbreitungsrate leicht zurückging, stieg die absolute Zahl neuer Fälle insbesondere unter Frauen. Und die Zahl der Menschen mit fortgeschrittener HIV-Infektion steigt schneller als die Behandlungsangebote ausgeweitet werden. Die Zahl der Menschen, die an Aids sterben, steigt weiterhin und erreichte 2006 die Zwei-Millionen-Grenze.
Bei der Bekämpfung von Malaria sind u.a. dank der Arbeit des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) Erfolge zu vermelden. Die Zahl der Todesopfer fällt in zahlreichen Ländern der Region mit zweistelligen Prozentraten.
7. Nachhaltigkeit
Teilziele: Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in der Politik und den Programmen der einzelnen Staaten verankern und die Vernichtung von Umweltressourcen eindämmen. Den Verlust der Biodiversität verringern, bis 2010 eine signifikante Drosselung der Verlustrate erreichen. Bis 2015 Halbierung des Anteils der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser (von 65 auf 32 Prozent). Bis 2020 eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern und -bewohnerinnen bewirken.
Die Hälfte der Menschen in den Entwicklungsländern hat keinen Zugang zu Sanitärversorgung. Um das Millenniumziel zu erreichen, muss 1,6 Milliarden Menschen zwischen 2005 und 2015 verbesserte Sanitärversorgung bereitgestellt werden. Wenn sich der Trend von 1990 bis heute fortsetzt, wird die Weltgemeinschaft das Ziel um fast 600 Millionen Menschen verfehlen.

In Afrika hatten 2004 nur 42 Prozent der Landbevölkerung Zugang zu sauberem Wasser und 63 Prozent aller Afrikaner verfügen nicht einmal über eine grundlegende Sanitärversorgung. Dieser Zahl fiel seit 1990 nur unwesentlich von damals 68 Prozent und ist damit deutlich von dem Ziel entfernt, bis 2015 eine Halbierung zu erreichen.
8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Teilziele: Fortschritte bei der Entwicklung eines offenen, regelgestützten, berechenbaren und nicht diskriminierenden Handels- und Finanzsystems. Dies umfasst die Verpflichtung zu verantwortungsbewusster Regierungsführung. Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries - LDC). Das beinhaltet den Abbau von Handelshemmnissen, Schuldenerleichterung und -erlass, besondere finanzielle Unterstützung der aktiv um Armutsminderung bemühten Länder.
Die weltweiten Hilfszahlungen fallen, was es erschwert, zielgerichtete und wirksame Programme auszubauen. In Afrika werden in 27 der 33 ärmsten hochverschuldeten Staaten (Highly Indebted Poor Countries - HIPC) Schuldenerlasse umgesetzt. Allerdings sind noch deutliche Verbesserungen erforderlich, damit arme Staaten Zugang zu Exportmärkten erhalten, sich Chancen durch Handel erarbeiten können und verfügbare Technologien erlangen. Es ist mehr und bessere Hilfe erforderlich, um den entwicklungspolitischen Herausforderungen des afrikanischen Kontinents zu begegnen, einschließlich einer Ausweitung der Finanzierung von Programmen, die Afrikas Exportchancen verbessern. Diese Unterstützung sollte zudem in einer vorhersehbaren Art und Weise erfolgen, so dass die Staaten ihre Entwicklungsstrategien planen und umsetzen können.
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