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Bildung

Unter den verschiedenen Zielen der Entwicklungspolitik kommt der Bildung eine besondere Stellung zu. Zahlreiche Studien belegen, dass Bildung zu den ertragreichsten Investitionen in die Entwicklung eines Landes zählt. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein spezielles Augenmerk auf die Schulbildung von Mädchen gelegt wird. Kinder mit dem Wissen und den Fähigkeiten auszustatten ein produktives Leben zu führen, beeinflusst das Einkommen ganzer Familien. Ein verbessertes Bildungsniveau trägt zu Wirtschaftswachstum bei und hilft die Gesundheitssituation zu verbessern.

  • Die Sterblichkeitsrate der Unter-Fünf-Jährigen sinkt um mehr als die Hälfte, wenn ihre Mütter eine Grundschulbildung erhalten haben.
  • Eine Studie aus dem Jahr 2004 kam zu dem Schluss, dass ein allgemeiner Zugang zu Grundschulbildung 700.000 HIV-Ansteckungen pro Jahr vermeiden könnte.
  • In Ländern mit geringem Einkommen erhöht sich das Durchschnittseinkommen einer jungen Frau mit jedem Ausbildungsjahr um 10 bis 20 Prozent.

 

Trotz des belegbaren Nutzens von Bildung, gehen 72 Millionen Kinder weltweit noch immer nicht zur Schule, davon 33 Millionen in Afrika. Damit Entwicklungsländer ihr Potenzial voll entfalten können, muss der universelle Zugang zu hochwertiger Grundschulbildung sichergestellt werden.

Den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung ausbauen

Geberländern fällt die wichtige Rolle zu, Regierungen zu unterstützen, die sich dem Ziel verschrieben haben, allen Kindern den Zugang zu Grundschulbildung zu ermöglichen. Durch Schuldenerlasse haben afrikanische Länder gut €63 Mrd. eingespart. Diese Gelder zusammen mit gezielter Hilfe im Bildungsbereich trugen dazu bei, 29 Millionen afrikanischen Kindern zusätzlich zum ersten Mal den Schulbesuch zu ermöglichen. In Tansania beispielsweise hat die Regierung im Jahr 2000 die Ersparnisse genutzt, um das Schulgeld für Grundschulen ganz abzuschaffen. Beinahe über Nacht konnten geschätzte 1,4 Millionen Kinder zusätzlich zur Schule gehen. Bis 2003 hatte sich die Zahl auf drei Millionen erhöht. Ähnliche Ergebnisse können aus Mosambik, Kenia, Malawi, Uganda, Ruanda und Äthiopien vermeldet werden.

Über die Initiative Bildung für alle (Education For All Fast Track Initiative – FTI) machen Länder außerdem entscheidende Fortschritte bei der Erstellung von nationalen Bildungsplänen. FTI ist ein Finanzierungsprogramm, welches die Erhöhung von bilateralen und multilateralen Mitteln für Länder koordiniert, deren Bildungspläne einer technischen Überprüfung unterzogen und befürwortet wurden. Mit der Unterstützung Deutschlands und anderer Geber haben bis jetzt 33 Länder (davon 20 in Afrika) von dem Programm profitiert:

  • Sechs afrikanische FTI-Länder erhöhten die Anzahl der Grundschüler um 40 Prozent innerhalb von vier Jahren nach ihrer Aufnahme in das Programm.
  • Seit Burkina Faso im Jahr 2002 in das FTI-Programm aufgenommen wurde, hat das Land die Anzahl seiner Grundschüler um 55 Prozent erhöht. Weitere 550.000 Kinder erhalten jetzt eine Ausbildung.
  • Im Niger ist die Anzahl der Lehrer um 1000 Prozent in die Höhe geschossen und die Zahl der Grundschüler hat sich zwischen 2002 und 2005 von 530.000 auf 1,1 Millionen fast verdoppelt – dank einer Verdreifachung der Unterstützung durch Geber über FTI.

 

Die afrikanischen FTI-Länder haben zusammen €2,2 Mrd. an innerstaatlichen Mitteln für diese Pläne mobilisiert – über 70 Prozent der Gesamtkosten. Diese Anstrengung hat in Verbindung mit ergänzenden Geberzusagen die genannte beeindruckende Entwicklung ermöglicht. Aber nicht alle Bildungspläne erhalten die Unterstützung, die ihnen von Gebern versprochen wurde. Insgesamt sehen sich FTI-Länder einer Finanzierungslücke von etwa einer Milliarde US-Dollar gegenüber. Bezüglich der afrikanischen Staatengruppe beläuft sich die Lücke auf €392 Mio. Um auf die Erfolge aufbauen zu können, müssen die Finanzierungslücken der FTI-Länder geschlossen werden.

Deutschland und Bildung


Weiterführende Links

Globale Bildungskampagne
Bildung für alle Fast Track Initiative (FTI) (englisch)
UNESCO (englisch)