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Im Jahr 2000 verpflichteten sich 189 Nationen die Millennium-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals – MDGs) zu erreichen. Die MDGs sind acht ambitionierte Ziele, aufgestellt, um bis 2015 globale Armut und Krankheit zu bekämpfen. Fast alle MDGs, etwa solche, die sich auf die Gesundheit von Müttern und Kindern, auf Bildung oder den Zugang zu Wasser-und Sanitärversorgung beziehen, geben ein exaktes Zieldatum vor und sind messbar. Diese gemeinsamen Ziele der Weltgemeinschaft gaben dem Kampf gegen extreme Armut eine neue Dynamik.

Damit die Welt diese wichtigen Entwicklungsziele erreichen kann, ist eine lebendige Partnerschaft zwischen Entwicklungs- und Geberländern notwendig, so wie sie etwa die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (New Partnership for African Development - NEPAD), die MDGs und das Kommuniqué des G8-Gipfels von Gleneagles vorsehen. Ein jedes Land muss sich voll im Kampf gegen weltweite Armut einbringen, damit die notwendigen Ergebnisse erzielt werden können. In erster Linie sind die Entwicklungsländer selbst für ihre Zukunft verantwortlich. Sie müssen auf gute Regierungsführung setzen, in das Wohlergehen ihrer Bürger investieren und gemeinsam mit den Zivilgesellschaften ihrer Länder transparente Entwicklungspläne entwerfen. Die industrialisierten Staaten müssen diese Vorhaben und Pläne unterstützen und die Fähigkeiten der Entwicklungsländer stärken, diese selbst zu entwerfen und umzusetzen. Sie müssen außerdem ihre eigenen Zusagen zur Finanzierung von Entwicklung einhalten.

Seit dem Jahr 2000 sind wichtige Ergebnisse im Kampf gegen extreme Armut erzielt worden. Dies beweist, dass immense Fortschritte möglich sind, wenn Entwicklungs- und Geberländer ihren jeweiligen Teil der Abmachung einhalten:

  • Durch Schuldenerlasse haben afrikanische Länder €63 Mrd. eingespart, die konsequent zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden konnten. Zusammen mit gezielter Entwicklungshilfe haben sie etwa dazu beigetragen, 29 Millionen afrikanische Kinder zusätzlich einzuschulen.
  • Die Erhöhung der Mittel zur Gesundheitsversorgung hat dazu beigetragen, fast drei Millionen Menschen, die den HI-Virus in sich tragen, Zugang zu lebensrettenden Medikamenten zu ermöglichen. Über zwei Millionen davon allein in Afrika.
  • Mehr als 59 Millionen Moskitonetze schützen in Afrika Familien vor lebensbedrohlicher Malaria.

Trotz dieser Erfolge bleibt noch viel zu tun, um sicher zu stellen, dass die Weltgemeinschaft bis 2015 die Millennium-Entwicklungsziele erreicht. Insbesondere in Afrika – der Region, die von der Erreichung der Ziele am weitesten entfernt ist:

  1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger: Weltweit müssen mehr als eine Milliarde Menschen mit weniger als einem Dollar am Tag überleben; Nacht für Nacht geht jeder siebte Mensch hungrig zu Bett.
  2. Grundschulbildung für alle: Der erleichterte Zugang zu Bildung hat positive Auswirkungen auf die Gesundheitssituation aber auch auf das wirtschaftliche und politische Weiterkommen in den Entwicklungsländern. Trotzdem können 72 Millionen Kinder weltweit noch immer nicht zur Schule gehen.
  3. Die Gleichstellung der Geschlechter fördern:Obwohl die Stärkung der Stellung der Frau ein wesentlicher Aspekt von Entwicklung ist, tragen Frauen noch immer die Hauptlast weltweiter Armut und Krankheit. Frauen arbeiten länger für weniger Geld, erhalten weniger Möglichkeiten in Bildung und Politik und spüren öfter das Versagen maroder Gesundheitssysteme und die Folgen von Krankheiten wie HIV/Aids als Männer.
  4. Senkung der Kindersterblichkeit: Jedes Jahr sterben fast zehn Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag – fast alle an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung oder Masern. Das bedeutet: alle drei Sekunden stirbt ein Kind .
  5. Gesundheitsversorgung von Müttern verbessern: Jedes Jahr sterben mehr als eine halbe Million Mütter durch Komplikationen während der Geburt und mehrere zehn Millionen weitere Mütter leiden unter Krankheiten und Verletzungen, die in Verbindung mit ihrer Schwangerschaften entstanden sind.
  6. HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria bekämpfen: Obwohl HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria vermeidbar und behandelbar sind, sind sie drei der verheerendsten Krankheiten weltweit: 2007 tötete HIV/Aids zwei Millionen Menschen, TB tötete 1,7 Millionen und 881.000 Menschen starben an Malaria.
  7. Ökologische Nachhaltigkeit sicherstellen: Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser; 2,6 Millionen haben keinen Zugang zu grundlegender Sanitärversorgung. Das sind Mängel, die sich aufgrund neuer Bedrohungen wie Klimawandel und Bevölkerungswachstum wohl noch ausbreiten werden, deren Beseitigung aber großes Potenzial hat: Jeder Euro, der in die Verbesserung von Wasserversorgung investiert wird bringt eine Rendite von acht Euro.
  8. Eine globale Partnerschaft für Entwicklung aufbauen: Ein Erfolg bei den ersten sieben Zielen wird nur durch einen neuen Vertrag über globale Zusammenarbeit möglich sein. Ein Vertrag, der Entwicklungs- und Geberländer verpflichtet, Entwicklung Priorität einzuräumen und ein nachhaltiges, verlässliches System für ihre Finanzierung aufzubauen.

 

Zwischen der Einigung auf die MDGs im Jahr 2000 und deren Zielmarke im Jahr 2015 liegt schon über die Hälfte des Weges hinter uns. Die Regierungschefs dieser Welt haben die historische Chance, den Kampf gegen extreme Armut neu zu beleben. Sie müssen ihre Verpflichtung zu Entwicklung nochmals bestätigen und neue Mittel zur Erreichung der vereinbarten Ziele wirkungsvoll einsetzen. Zusammen mit einflussreichen Persönlichkeiten und Unterstützern auf der ganzen Welt arbeitet ONE, um weltweit eine breite Unterstützung für die MDGs zu mobilisieren. Gemeinsam müssen wir die Regierungschefs dieser Welt für die Erreichung der MDGs in die Verantwortung nehmen.

Weiterführende Links

Weltbank (englisch)
Millennium-Entwicklungsziele
Millennium-Entwicklungsziele (englisch)
Zwischenstand der Millennium-Entwicklungsziele (englisch)
African Monitor (englisch)
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - BMZ