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Deutschland blockiert IWF-Goldverkäufe für die Ärmsten

Berlin, 31. März. Die entwicklungspolitische Organisation ONE appellierte heute im Vorfeld des G20-Gipfels an die Bundesregierung, ihren Widerstand gegen Goldverkäufe des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu Gunsten armer Länder aufzugeben. „Dies ist der schnellste und politisch sinnvollste Weg, arme Länder zu unterstützen, ohne sie in eine neue Schuldenkrise zu treiben“, erklärte ONEs Deutschlanddirektor Tobias Kahler.

Würde der IWF nur einen kleinen Teil seiner auf über 100 Milliarden US-Dollar geschätzten Goldvorräte gemäß den Empfehlungen des so genannten Crockett Komitees verkaufen, bliebe dies praktisch ohne Auswirkungen auf den Goldpreis oder die Bilanzstärke des IWF. Die Erlöse könnten in den bestehenden Armutsreduzierungsfonds (PRGF) für Zuschüsse an arme Länder fließen. Hierfür sei bereits die Hälfte der vom Crockett Komitee empfohlenen Menge ausreichend, erklärte ONE.

So kann der IWF für die von der Finanzkrise bedrängten Entwicklungsländer schnell Liquidität schaffen. Zugleich bringt dieses Verfahren gegenüber der Mittelbeschaffung über Sonderziehungsrechte oder die klassische Armutsreduzierungs- und Wachstumsfazilität (PRGF) weniger langfristige Zins- und Verschuldungsrisiken mit sich.

Die Financial Times hatte am 29. März einen Entwurf des G20-Kommuniquees veröffentlicht, das unter Punkt 9 entsprechende Goldverkäufe vorsieht. Deutschland hatte IWF-Goldverkäufen im April 2008 bereits zugestimmt, befürwortet aber anders als Großbritannien nicht die Verwendung der Erlöse für die Ärmsten. „Deutschlands starker Einsatz für Afrika, der sich in den gestrigen Zahlen der OECD für 2008 nochmal bestätigte, sollte in dieser Angelegenheit fortgesetzt werden“, so Kahler.

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