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Bonner Aufruf auch nachgebessert nicht schlüssig Berlin, 23. März. Die entwicklungspolitische Organisation ONE kritisiert die entwicklungspolitischen Thesen des Bonner Aufrufs auch in der überarbeiteten Form. Der Text sei nun konstruktiver, urteilte ONE heute in Berlin. Damit nehmen die Autoren ihre kategorische Kritik aus dem ersten Bonner Aufruf teils selbst zurück. Das Papier sei aber nach wie vor inkonsistent. „Die Kritik an zusätzlichen Finanzmitteln und an afrikanischen Regierungen ist in der Form empirisch nicht zu halten. Aber auch die eigenen Vorschläge des Bonner Aufrufs bräuchten deutlich höhere Budgets für Entwicklungszusammenarbeit und eine intensive Einbeziehung der Staaten, um effektiv zu sein“, kommentiert der Deutschlandchef der Organisation, Tobias Kahler, den nachgebesserten Diskussionsbeitrag. Die Aussagen zum Bereich Finanzierung sind aus Sicht ONEs nicht überzeugend: In den letzten zehn Jahren wurden von allen Gebern pro Afrikaner im Schnitt 17 US-Dollar jährlich aufgewandt. Die Entwicklungseffekte konnten demnach nur begrenzt sein. Afrikanische Staaten sind deutlich leistungsfähiger und reformbereiter als von den Autoren des Bonner Aufrufs dargestellt. Unter den Top-10 Wirtschaftsreformern 2008 sind nach Angaben der Weltbank vier afrikanische Staaten. Die Zusammensetzung ihrer Haushalte hat sich seit der vom Bonner Aufruf eingeräumten Neuorientierung der Entwicklungszusammenarbeit zu mehr und nicht zu weniger Eigenfinanzierung entwickelt. Die vorgeschlagene Konzentration auf die drei Sektoren Bildung, Mikrokredite und Infrastruktur ignoriert nicht nur die multifaktoriellen Anforderungen an Entwicklung sondern auch die Grundlagen moderner Geberkoordinierung, wie in Paris und Accra vereinbart. Starke Finanzierung und Einbindung der Staaten ist bei mindestens zwei dieser Sektoren unverzichtbar. 34 Millionen zusätzlich eingeschulte Kinder zwischen 2002 und 2006 zeigen zudem, dass es im Bereich Bildung echte Erfolge gibt. Grundsätzlich begrüßt ONE eine Debatte zur Effektivität deutscher Entwicklungshilfe. Die Organisation will sich auch künftig zu den tatsächlich verbesserungsfähigen Aspekten deutscher Entwicklungszusammenarbeit an der Diskussion beteiligen. |






