Im Jahr 2000 unterzeichneten die Staats- bzw. Regierungschefs von 189 Nationen die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs). Dahinter verbergen sich acht ehrgeizige Ziele, mit denen bis 2015 die weltweite Armut spürbar reduziert und vermeidbare Krankheiten eingedämmt werden sollen. Im Rahmen der MDGs definierten die Unterzeichner terminlich verbindliche und messbare Vorgaben etwa im Bereich der Kinder- und Müttergesundheit, Bildung sowie Zugang zu Wasser und sanitärer Versorgung. Sie verliehen dem Kampf gegen die globale Armut damit neue Kraft.
Diese Anstrengungen tragen Früchte. Die seit 2000 erzielten Ergebnisse sind der Beweis dafür, dass enorme Verbesserungen möglich sind – wenn Entwicklungs- und Geberländer ihre Versprechen einhalten. Trotz dieser Erfolge muss die Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen jedoch erheblich verstärken, wenn sie die MDGs bis zum Jahr 2015 erreichen will. Dies gilt besonders für die afrikanischen Länder südlich der Sahara. Diese Region liegt noch am weitesten hinter den gesteckten Zielen zurück.
Mit den Millennium-Entwicklungszielen verpflichtete sich die Weltgemeinschaft zu Folgendem:
1,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben in extremer Armut, also von weniger als 1,25 Dollar pro Tag. Und fast jeder achte Mensch geht abends hungrig zu Bett.
Ein besserer Zugang zu Bildung wirkt sich auch positiv auf die Gesundheit der Menschen aus und fördert das Wirtschaftswachstum. Dennoch gehen weltweit 67,5 Millionen Kinder nicht zur Schule. 29 Millionen von ihnen leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, und mehr als die Hälfte von ihnen sind Mädchen.
Frauen sind von extremer Armut und Krankheit am stärksten betroffen. Sie arbeiten länger und verdienen dabei weniger, sie haben weniger Möglichkeiten, sich weiterzubilden und politisch zu betätigen, und leiden stärker als Männer unter schlechten Gesundheitssystemen und Krankheiten wie HIV/Aids.
2010 starben 7,6 Millionen Kinder vor Erreichen ihres fünften Lebensjahres – zum überwiegenden Teil an verhinderbaren bzw. vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung, Malaria und Masern.
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Im letzten Jahr starben etwa 358.000 Mütter an ihrer Schwangerschaft oder deren Folgen. Millionen leiden unter Krankheiten und Verletzungen, die Folge von Komplikationen sind.
VideoHIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria sind verhinderbar und behandelbar - und dennoch gehören sie nach wie vor zu den weltweit tödlichsten Krankheiten. Tagtäglich fallen ihnen etwa 11.000 Menschen zum Opfer - fast zwei Drittel davon in Afrika südlich der Sahara.
Wir alle sind von der Natur abhängig: wir alle brauchen Wasser, wir sind auf Nahrungsmittel angewiesen und werden vom Klima beeinflusst. Menschen in Armut sind aber besonders stark von der Verschlechterung der Umweltbedingungen sowie dem Mangel an sauberem Wasser und fruchtbarem Land betroffen. Die Folgen davon sind mehr Hunger, Krankheiten und Armut. Weltweit haben 884 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, und 2,6 Milliarden Menschen fehlt der Zugang zu angemessener sanitärer Versorgung.
Eine erfolgreiche Umsetzung der MDGs setzt eine neue globale Kooperation voraus, in deren Rahmen Entwicklungs- und Geberländer der Entwicklung Vorrang geben und dazu ein nachhaltiges und überprüfbares System aufbauen. Einige Länder gingen in den zurückliegenden Jahren ehrgeizige Verpflichtungen ein. Viele dieser Zusagen warten aber immer noch darauf, umgesetzt zu werden.
Die Uhr tickt. Die Staats- und Regierungschefs der Welt stehen vor der historisch einmaligen Chance, die extreme Armut zu besiegen - wenn sie ihr Engagement im Kampf gegen Armut bekräftigen und mehr Mittel in die Erreichung der Entwicklungsziele investieren.