Stell dir vor du hättest eine Sanduhr. Der Sand braucht genau eine Minute um durchzulaufen. Dreh die Sanduhr jetzt um. Stell dir nun vor, dass in dieser Minute 23 Hektar Boden durch Desertifikation und Landdegradation zerstört wird. 23 Hektar entsprechen 20 Fußballfeldern. Auf das Jahr umgerechnet gehen so 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden für immer verloren. 24 Milliarden Tonnen pro Jahr!
Während nun der restliche Sand durch die Uhr läuft stell dir vor, welche Folgen der Verlust von fruchtbarem Boden auf die Wasser- und Nahrungsmittelversorgung hat. Innerhalb der nächsten 25 Jahre könnte die Nahrungsmittelproduktion um 12 Prozent abnehmen, die Nahrungsmittelpreise aber um 30 Prozent ansteigen könnten.
Wir alle spüren den Preisanstieg bei Lebensmitteln bei unserem täglichen Einkauf. Für uns ist das ärgerlich, aber nicht lebensbedrohlich. Was aber wäre wenn du zu Ärmsten der Armen gehören würdest? Als armer Bauer am Horn von Afrika siehst du deine Ernte vertrocknen. Dein ehemals fruchtbares Land verwandelt sich in eine Staubpiste. Wovon sollst du nun deine Familie ernähren?
Glücklicherweise gibt es eine Lösung. Wir müssen nicht nur dafür sorgen, die Ausbeutung der Natur zu stoppen, sondern auch auf die Anwendung nachhaltiger Landbewirtschaftung drängen. Nachhaltiges Landmanagement hat nicht nur positive Effekte auf die Wasser und Nahrungsmittelversorgung, es hilft auch, Armut zu bekämpfen.
Am 20. September 2011 trifft sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, um das Problem der Desertifikation, Landdegradation und Dürre im Kontext der Armutsbekämpfung zu diskutieren. Politiker müssen endlich verstehen, dass nachhaltiges Landmanagement einen wichtigen Beitrag zur globalen Nahrungsmittelsicherheit, Armutsbekämpfung und nachhaltigem Wachstum leistet.
Politiker müssen endlich handeln. Land und Böden müssen vor weiterer Degradation geschützt werden. Nur so kann der Teufelskreis von Dürre und Hungersnot wirksam durchbrochen werden.
Wenn wir jetzt nicht handeln, nehmen wir die fatalen Folgen der Desertifikation, wie beispielsweise Hunger, soziale Konflikte, Arbeitslosigkeit, Migration und politische Instabilität billigend in Kauf. Wir brauchen eine umfassende Bodenschutzstrategie, die nicht nur das Wohlergehen der Böden sondern auch das heutiger und zukünftiger Generationen absichert.
Sicherlich, Hungerbekämpfung dauert länger als eine Minute und die nachhaltige Methoden des Landmanagements brauchen Zeit, um zu wirken. Deswegen müssen wir jetzt anfangen. Mit Hilfe von ONE kann es uns gelingen, nachhaltiges Landmanagement auf globaler als auch auf lokaler Ebene in die Praxis umzusetzen.
– Luc Gnacadja, Exekutivsekretär, Übereinkommen der UN zur Bekämpfung der Wüstenbildung —
Seit der ersten großen Nahrungsmittelpreiskrise im Jahr 2008 wird die Spekulation mit Nahrungsmitteln mit als Ursache für hohe und stark schwankende Preise genannt. Und hohe Preise für Essen bedeuten für Menschen mit wenig Geld noch weniger Geld – oder sogar Hunger.
In diesem Jahr sind die Preise für Grundnahrungsmittel wieder so hoch, wie damals und die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika facht erneut die Diskussionen darüber an, was die Ursachen für knappe und teure Nahrungsmittel sind.
Aber was heißt das eigentlich: Spekulation mit Nahrungsmitteln? Warum gibt es das überhaupt? Wieso ist es jetzt plötztlich ein Problem (und nicht schon früher) und inwiefern kann man wirklich sagen, dass die Spekulationen zu hohen Preisen beitragen? Unsere Kollegen von weed haben dazu einen Film gemacht, der all diese Fragen erklärt und der uns so gut gefällt, dass wir ihn Euch hier hier gleich vorführen möchten.
Übrigens: Frankreich will seinen Vorsitz in der G20 dieses Jahr nutzen, um bei Thema Nahrungsmittelspekulation ein paar Schritte voran zu kommen.
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
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