Die Themen des Tages:
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Gute Literatur eröffnet uns Einblicke in andere Leben, andere Schicksale, andere Länder. Das Allerweltshaus in Köln hat deshalb eine Reihe gestartet, in der unterschiedliche literarische Stimmen aus Afrika vorgestellt werden. Unsere lesebegeisterte Living Proof-Botschafterin Sandra Nordhaus war vergangene Woche auf einer Lesung des Autors Lutz van Dijk – und hat die Gelegenheit gleich genutzt, um über ONE und Living Proof zu informieren:

Im Rahmen der Aktion “Stimmen Afrikas” fand vergangene Woche im Allerweltshaus in Köln eine Lesung des in Kapstadt lebenden Autors Lutz van Dijk statt. Neben mehreren literarischen Auszeichnungen erhielt der in Berlin geborene Autor im Jahre 2001 den Gustav-Heinemann-Friedenspreis und im Jahre 2009 die Poetik-Ehrenprofessur der Universität Oldenburg.
Lutz van Dijk war aus Südafrika angereist, um seinen Roman “Romeo und Jabulile” vorzustellen, welcher Tage zuvor im Allerweltshaus Köln im Zuge eines Jugendworkshops thematisiert worden war. Der Roman handelt von einer Liebesgeschichte, welche mit Vorfällen ausländerfeindlichen Ausschreitungen und die Bedrohung durch AIDS konfrontiert wird, aber auch die verbindende Kraft des Fußballs kommt hier zum Ausdruck.
Die Gesprächsrunde mit Lutz van Dijk war sehr bereichernd. Zu Begin gab es eine Begrüßung, die schon fast familiär schien, denn es befanden sich viele langjährige Freunde und Unterstützer im Publikum. Eindrucksvoll und engagiert erzählte er von seinem Werdegang und auch von seinen Beweggründen, die ihn im Jahre 2001 die Stiftung HOKISA gründen ließen.HOKISA steht für “Home for Kids in South Africa” und setzt sich in Kapstadt für von AIDS betroffenen Kinder ein. Kein geringerer als Erzbischof Desmond Mpilo Tutu, der auch zum Kreis der ONE-Unterstützer zählt, hat im Jahre 2002 das erste HOKISA Haus eingeweiht.
Besonders bewegt hat mich die Geschichte von Mbu Maloni, einem ehemaligen Straßenjungen, aufgewachsen inmitten extremer Armut und Gewalt. Als er im Gartenhaus des Kinderheims HIKOSA zum ersten mal in seinem Leben die Geborgenheit eines Zuhauses und somit auch Hoffnung erfährt, erleidet er kurze Zeit später einen erneuten Schicksalsschlag: sein bester Freund Atie wurde im Alter von nur 15 Jahren bei einer schier harmlosen Prügelei erstochen. Dennoch hat Mbu Maloni mit einem unglaublich starken Willen die Kraft gefunden, sich aus der Spirale des Leidens zu befreien. Lutz van Dijk erzählt, dass es Mbus größter Wunsch ist, seinen Schulabschluss zu machen. Heute ist Mbu 18 Jahre alt und besucht die elfte Klasse einer Oberschule im Township Masiphumelele bei Kapstadt. Er hat sogar schon ein Buch geschrieben, seine authentische Lebensgeschichte trägt den Titel “Niemand wird mich töten” und erscheint im Juli 2011. Ein herzerweichendes Lachen ging durch den Raum als Lutz van Dijk davon erzählte, wie er und Mbu zusammen zur Bank gingen um ein Konto für Mbu zu eröffnen. Ein großer Schritt in ein selbstbestimmtes Leben. Diese Geschichten machen Mut und zeigen eine Willensstärke auf, von der jeder rund um den Globus etwas lernen kann. Das ist Living Proof!
Im Anschluss an die Veranstaltung hatte ich die Möglichkeit, mit Lutz van Dijk über ONE und die Living Proof Kampagne zu sprechen. Er war sehr angetan über unser Engagement und ließ es sich nicht nehmen, ONE mit seiner Stimme zu unterstützen. “Darf ich ONE überhaupt unterstützen?” fragte er mich, da er ja in Kapstadt lebt. “ONE engagiert sich international”, sagte ich. ONE Afrika hat nun also eine Stimme mehr im Kampf gegen extreme Armut!
- Sandra Nordhaus –
Was wäre, wenn die Geburtslotterie mich nicht nach Deutschland verschlagen hätte? Wenn ich in Benin geboren wäre? Oder inmitten der Flutkatastrophe von Pakistan? Mit der Internetseite ifitweremyhome.com kann man das jetzt zumindest theoretisch durchspielen. Weiterlesen
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Gestern übergab eine ONE-Delegation 269.664 Unterschriften an Gudrun Kopp, die Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium. So viele ONE-Unterstützer hatten mit ihren Namen gefordert, dass im Jahr 2015 kein Kind mehr mit HIV zur Welt kommt. Was viele Menschen nicht wissen: Mit den richtigen Medikamenten kann man die HIV-Übertragung von der Mutter auf ihr Kind leicht verhindern – aus medizinischer Sicht muss heute also kein Baby mehr mit HIV zur Welt kommen. Und dennoch werden jeden Tag 1000 Babies bereits mit dem Virus infiziert geboren.
Diesen Babies wollten ONE-Unterstützer aus aller Welt eine Stimme geben. Los ging es im Vorfeld des UN-Entwicklungsgipfels mit dem ONE Baby Protest, über die Wiederauffüllung des Globalen Fonds, bis hin zum Weltaidstag. So kam über eine Viertel Million Unterschriften zusammen. Ende Februar hatten unsere britischen Kollegen die Unterschriften an den britischen Entwicklungsminister Andrew Mitchell übergeben. Und gestern war also endlich “Team Germany” dran!

Das ONE-Team übergibt eure Unterschriften an Gudrun Kopp
Und jetzt wollt ihr bestimmt wissen: “Was hat sie denn nun gesagt, die Frau Kopp?” Gudrun Kopp bedankte sich für das Engagement der ONE-Unterstützer und versprach, dass das Entwicklungsministerium die Gesundheit von Müttern und Kindern zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen werde. Die Zielgruppe der Frauen und Mütter solle bei BMZ-geförderten Programmen stärker berücksichtigt werden. So werde sich das Ministerium für einen stärkeren Einsatz ambulanter Gesundheitsfachkräfte stark machen, und diese auch als Hebammen schulen. Gerade in ländlichen Regionen sei es wichtig, gut ausgebildete Hebammen zu haben, die hochschwangere Frauen zuhause besuchen und die ohne lange Wege erreichbar sind. Zur Hebammenausbildung gehöre auch die Sensibilisierung für HIV-bezogene Aufgaben. Deutschland unterstütze bereits die WHO, UNAIDS und den GFATM, die alle in dem Bereich der Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung aktiv sind. Außerdem gebe es weitere Möglichkeiten, um Frauen mit Beratungsangeboten zu sensibilisieren und zu unterstützen.
Die Parlamentarische Staatssekretärin machte – gerade angesichts der bald anstehenden Entscheidung über den Haushalt für 2012 – deutlich, dass das Entwicklungsministerium mehr Mittel noch effizienter einsetzen möchte, um die Gesundheit von Müttern und Kindern in Entwicklungsländern zu verbessern. Wir von ONE können das nur unterstützen. Denn mehr Mittel + mehr Wirksamkeit = mehr gerettete Menschenleben.
Wir werden nun genau verfolgen, inwieweit die von Gudrun Kopp angekündigten Maßnahmen auch wirklich von der Bundesregierung umgesetzt werden. Denn das ONE-Team und 269.664 ONE-Unterstützer wissen: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
– Alicia Blázquez —
P.S. Mehr Beweisfotos von der Übergabe gibt es bei uns auf Facebook.
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Technik ist faszinierend – sie kann die Menschen zusammenbringen, ein Werkzeug für Bildung sein und sogar Leben retten. In Kenia experimentieren Kliniken jetzt mit SMS-Textnachrichten, um sich zu versichern, dass HIV-Patienten ihre Medizin einnehmen. Weiterlesen
Vielen Dank an alle, die unsere Petition gegen die HIV-Übertragung von Mutter zu Kind unterzeichnet und uns beim Weitersagen geholfen haben. Inzwischen haben sagenhafte 173.788 Menschen unsere Petition unterschrieben. Sie alle teilen mit uns die Hoffnung auf eine Welt, in der im Jahr 2015 kein Kind mehr mit HIV geboren wird. Wir werden die bald an die Politik übergeben und über die Reaktion berichten. Heute sagen wir aber erst mal Dankeschön und blicken auf die bisherigen Stationen unserer Kampagne zurück:
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Im Nachgang des Weltaidstages vor einer Woche, möchte Erin – bei ONE verantwortlich für Gesundheitspolitik – von einer Krankheit erzählen, die direkten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit nehmen kann, mit der sich eine Frau mit HIV ansteckt.
Vor ONE arbeitete ich für eine Organisation namens Global Network. Diese will über vernachlässigte Tropenkrankheiten (neglected tropical diseases, NTDs) informieren. NTDs sind Krankheiten, die mehr als eine Milliarde Menschen weltweit betreffen, aber weder von der Öffentlichkeit genügend Aufmerksamkeit erhalten noch ausreichend Finanzmittel zur Verfügung haben. Zu den interessantesten Fakten, die ich während meiner Zeit bei Global Network gelernt habe, ist, wie besonders Frauen unter eine vernachlässigte Tropenkrankheit – der Schistosomiasis (auch bekannt als Bilharziose oder „Schneckenfieber”) – zu leiden haben.
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Jedes Jahr am 1. Dezember gedenkt die Welt der globalen HIV-Epidemie. In diesem Jahr sehen wir Möglichkeiten, die uns sehr optimistisch stimmen, dass die Epidemie bald Vergangenheit sein könnte. Gleichzeitig sehen wir aber auch eine ähnlich lange Liste mit Herausforderungen, die wir auf diesem Weg zu überwinden haben.
Seit nunmehr 20 Jahren veröffentlicht das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) alljährlich seinen Bericht über die menschliche Entwicklung, den Human Development Report. In der letzten Woche wurde unter der Überschrift „Der wahre Wohlstand der Nationen: Wege zur menschlichen Entwicklung“ der 2010er Bericht in London vorgestellt. Neben dem thematischen Fokus enthalten die Berichte auch immer den Human Development Index (HDI), in welchem die Entwicklung der Staaten der Welt bewertet wird. Zu den Wertungsfaktoren zählen neben vielen anderen Wohlstand, Redefreiheit, Gesundheit und Zugang zu Stromversorgung. Auch wenn man den HDI dafür kritisieren kann, dass er versucht, die diversen Entwicklungsthemen in einen Indikator zusammenzupressen, sind die Daten des HDI im Zeitverlauf dennoch nützlich, da man so feststellen kann, ob sich die Bedingungen in einem Land verbessert haben.
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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