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Eva Joly über Korruption in Afrika und die Rolle großer Unternehmen
Die tageszeitung (taz) druckt heute ein Interview mit Eva Joly mit dem Titel: „Afrika wird geschmiert, wir schmieren“. In dem Interview spricht Joly, ehemalige Untersuchungsrichterin mit Schwerpunkt Korruption und für die französischen Grünen im Europaparlament, über Korruption in Afrika. Joly kritisiert, multinationale Unternehmen, darunter etwa das Transport und Logistikunternehmen Bolloré, seien mit unverantwortlichen Geschäftstaktiken für die anhaltende Korruption in vielen afrikanischen Ländern mit verantwortlich. Der Chef von Bolloré, Vincent Bolloré, sei darüber hinaus ein enger Freund des französischen Premiers Nicolas Sarkozy. In ihrer jetzigen Funktion als Vorsitzende des Ausschusses für Entwicklungszusammenarbeit des Europäischen Parlaments betont sie, dass arme Länder stark unter der Finanzkrise zu leiden hatten und deshalb größere Unterstützung der EU benötigten. Sie zeigt sich besorgt darüber, dass die EU keine Mittel habe, um Entwicklungsländer ausreichend in ihrem Kampf gegen extreme Armut und die Folgen von Finanzkrise und Klimawandel zu unterstützen. Deshalb unterstützt sie auch die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen, um das europäische Budget für Entwicklungszusammenarbeit dadurch erhöhen zu können.
Jamie Drummond, Mitgründer und Vorstand von ONE, war auf einer sehr persönlichen Reise
Vor 25 Jahren fühlte ich, ich musste handeln. Wie viele meiner Generation wurde ich geradezu dazu aufgerufen. Durch Bilder von Dürre und Hunger – und von ein paar zotteligen irischen Rockstars (mit denen ich jetzt seit einem Jahrzehnt zusammen arbeite). Die Hungersnot in Äthiopien und die Reaktion der Welt darauf mit BandAid und LiveAid prägten das Bild Afrikas für eine ganze Generation und initiierten eine Reihe konzertierter Aktionen zum Kampf gegen extreme Armut. (more…)
Wie wir schon letzte Woche berichteten, ist die Lungenentzündung weltweit bei Kindern die Todesursache Nummer 1. Und dennoch hat die Krankheit bisher nur einen Bruchteil der Finanzmittel und Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für sich einnehmen können, die andere weltweite Gesundheitsthemen erhalten haben. Gestern hat ONE in New York einen Gipfel zum ersten Welttag gegen die Lungenentzündung mit organisiert. Ziel war es, diesen Trend umzukehren und verschiedenste Interessenvertreter für ein Ziel zu mobilisieren: bis 2015 fünf Millionen Kinderleben zu retten. Dazu sollen die Menschen in den am stärksten betroffenen Ländern Zugang zu medizinischen Behandlungen bekommen, die in vielen anderen Ländern bereits weiträumig angewendet werden. (more…)
Anlässlich des Weltgesundheitstages im April startete ein Bündnis von Aktivisten und Organisationen eine Kampagne, die die Vereinten Nationen dazu bewegen soll, den 2. November zum Welttag gegen Lungenentzündung zu erklären.
Mit mehr als zwei Millionen Kindern unter fünf, die jedes Jahr an Lungenentzündungen sterben, ist die Krankheit die häufigste Todesursache in dieser Altersgruppe. Allerdings wird sie kaum thematisiert und allenfalls als eine Krankheit älterer Menschen wahrgenommen. In vielen Fällen wird sie nicht erkannt und so auch nicht rechtzeitig behandelt – einfache Fälle werden somit kompliziert und die Behandlungskosten steigen. Der Schauspieler und Save the Children-Botschafter Hugh Laurie („Dr. House“) erklärte: „In meiner Serie geht es um ungewöhnliche, bizarre, einzigartige Fälle. Aber die Fälle bei Dr. House sind schillernde Fischchen im Vergleich mit dem Leviathan der Lungenentzündung. Das Problem ist so gigantisch, man kann keine Fernsehsendung darüber machen. Aber man kann etwas verändern. Ich kann etwas ändern. Wir können und wir müssen etwas ändern.“ (more…)
Globale Gesundheit
Harro Albrecht kritisiert in Die Zeit scharf das mangelnde Engagement Deutschlands in Fragen der globalen Gesundheit. Er zeigt, dass dieses Thema bisweilen total ignoriert wurde und führt als Beispiel die Live-Schaltung ins Weltall während des Weltgesundheitsgipfels in Berlin an. Gesundheitliche Fragen im Feld der Raumfahrt hätten mit den dringendsten globalen medizinischen Fragen wenig zu tun. Mary Robinson (GAVI) fordert von Deutschland eine stärkere Beteiligung, gar eine Führungsrolle: Auf Grund der relativ kurzen Kolonialvergangenheit könnte Deutschland das neutrale Zentrum für Europa für eine globale Gesundheitspolitik sein.
Zum Weltgesundheitsgipfel auch Weltexpress:Sigurd Schulze, „Rat der Götter oder Ratschlag für Gesundheit?
Ein Gastbeitrag von Melinda Gates:
In dieser Woche werden Bill und ich in Washington sein, um etwas zu tun, das auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag: wir sagen „Danke!”. Wir sagen denjenigen Danke, die Teil hatten an den großen Anstrengungen der US-Regierung, die globale Gesundheit zu verbessern. Unter anderem werden wir unsere neue Kampagne namens Living Proof Project: U.S. Investments in Global Health are Working vorstellen. Ihr Ziel ist es, Amerikanern von den enormen Erfolgen zu berichten, die wir auf vielen Gebieten bei der Verbesserung der Gesundheit überall auf der Welt machen. Unsere Hoffnung ist es, dass, wenn mehr Menschen die Ergebnisse sehen, sie diese fesselnden Geschichten mit anderen teilen werden und damit Amerika weiterhin dabei unterstützen werden, auf diesem Gebiet eine Führungsrolle einzunehmen. (more…)
Obwohl weltweit mehr Kinder geimpft werden, erhalten noch immer fast 24 Millionen Kinder keine lebensrettenden Impfungen. Das gaben UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Weltbank in dieser Woche bekannt. Diese oftmals stark gefährdeten Kinder zu erreichen würde geschätzte $1 Mrd. pro Jahr kosten.
Diese neuen Daten stammen aus dem von den drei Organisationen verfassten Bericht The State of the World’s Vaccines and Immunization. Demnach wurden 2008 so viele Kinder wie noch nie zuvor – 106 Millionen – geimpft. Dabei kam der GAVI Alliance eine entscheidende Rolle zu. Die Partnerschaft von öffentlichen und privaten Gebern, die sich für den Zugang zu neuartigen und nicht genutzten Impfstoffen einsetzt, hat seit ihrer Gründung im Jahr 2000 die Impfung von 200 Millionen Kindern ermöglicht und somit 3,4 Millionen unnötige Todesfälle vermieden. (more…)
In Berlin fand letzte Woche der erste World Health Summit statt. Veranstaltet wurde er von der Berliner Charité und anderen Mitgliedern der M8 (Medical8), einem Zusammenschluss von einflussreichen medizinischen Forschungseinrichtungen. Obwohl ein Großteil der Veranstaltung sich mit der Zukunft der Gesundheitssysteme westlicher Länder beschäftigte, gab es einige interessante Programmpunkte, die direkt mit der Gesundheitssituation in Entwicklungsländern zu tun hatten. Damit der Gesundheitsgipfel in Zukunft auch den Zusatz „Welt-“ verdient, sollten die Veranstalter die nun jährlich stattfindenden Gipfel aber stärker auf die Bedürfnisse in den Entwicklungsländern richten. Veranstaltungen wie „Raumfahrtmedizin: Ergebnisse für die Anwendung auf der Erde, Herausforderungen für Langzeitaufenthalte auf Mond und Mars“ sind zwar spannend, die Lösungen für die größten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit - Malaria, HIV/Aids und die Sterblichkeit von Müttern und Kindern - müssen nicht auf dem Mond gesucht werden. (more…)
Am Mittwoch stellten die Deutsche Welthungerhilfe, das International Food Policy Research Institute (IFPRI) und die irische NGO Concern in Berlin den Welthungerindex 2009 vor. Dieser Bericht ergänzt einen zur gleichen Zeit erschienenen Bericht FAO. Während der FAO-Bericht Unterernährung nur an der Zufuhr an Kalorien misst, wählt der Welthungerindex einen weiter gefassten Ansatz und zieht drei Indikatoren zur Beurteilung der Nahrungsmittelsituation in einem Land heran:
Welthungerindex 2009
Gestern wurde in Berlin der Welthungerindex vorgestellt und beinahe alle großen Zeitungen berichten heute darüber. Der Welthungerindex ist eine Ergänzung zum Bericht zum Stand der Nahrungsmittelsicherheit der FAO und ein gemeinsames Projekt vom International Food Policy Research Institute (IFPRI), der Welthungerhilfe und der irischen Organisation concern international. Zum ersten Mal wurden Hunger und geschlechterbezogene Ungerechtigkeit auf Verbindungen untersucht und es zeigte sich, dass verhältnismäßig weit mehr Frauen auf der Welt von extremem Hunger betroffenen sind. Insgesamt 1,2 Milliarden Menschen hungern auf der Welt, der Großteil in Asien und Afrika. Im Afrika südlich der Sahara allein hungern 265 Millionen Menschen, be-richtet die Süddeutsche Zeitung. Die Zahl der weltweit hungernden hat damit zum ersten Mal seit 1970 die Eine-Milliarde-Marke übersprungen; dennoch bleibt der Anteil an der Weltbevölkerung proportional kleiner, da diese sich diese der Sieben-Milliarden-Marke nähert. Ousmane Badiane, Afrika Direktor des IFPRI, nennt bewaffnete Konflikte und schlechte Regierungsführung als die beiden stärksten Verursacher von Hunger in Afrika. Pia Heinemann schreibt in der Welt: Die Mittel sind längst da. Doch der Welthunger ist ein Armutszeichen für Menschen, die in der Lage sind, Tiere zu klonen, Menschen auf einer Raumstation wohnen zu lassen und Medikamente zu entwickeln, die gegen schwere Krankheiten helfen. Heinemann nennt Bildung den Schlüssel, um Armut und somit Hunger zu überkommen und führt Singapur als leuchtendes Beispiel an. Wichtig wäre also, dass die Entwicklung von innen heraus kommt, sie zweifelt aber an den Selbstheilungskräften einiger afrikanischer Staaten. (more…)
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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Schlagworte: Barack Obama, Bill und Melinda Gates Stiftung, EU, Frankreich, Gesundheit von Müttern und Kindern, Klimawandel, Kopenhagen Prozess, Mosambik, Politik Aktuell, Regierungsführung, UNO, USA, Was wir lesen