Die Themen des Tages:
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Vielen Dank an alle ONE-Unterstützer, die bei unserer Kampagne gegen die Hungersnot mitgemacht haben. Unser aller Stimmen haben dazu beigetragen, dass der UN-Aufruf zur Nothilfefinanzierung für das Horn von Afrika um eine Milliarde US-Dollar aufgestockt und weitere 700 Millionen US-Dollar in Form von Zusagen eingeholt werden konnten. Zusammen genommen würden diese Zusagen die Finanzierungslücke von 530 Millionen US-Dollar mehr als füllen.
Während ONE weiterhin Druck auf Staats- und Regierungschefs ausübt, ihre Zusagen einzuhalten und dringend notwendige, lebensrettende Maßnahmen zu unternehmen, sind viele Menschen am Horn von Afrika noch lange nicht über den Berg. Obwohl die Situationen in den Regionen Bay, Bakool und Lower Shabelle in Südsomalia seit dem 18. November nicht mehr den Status einer „Hungersnot“, sondern (lediglich) den einer „humanitären Notsituation“ besitzen, ist die Lage in Somalia nach wie vor besonders schlimm.
Vier Millionen Menschen in Somalia haben nach wir vor einen sehr unsicheren Zugang zu Lebensmitteln, und 250.000 davon in Südsomalia sehen sich weiterhin einer Hungersnot ausgesetzt. Diese Zustände werden voraussichtlich bis mindestens Dezember 2011 und in Abhängigkeit von den Regenfällen möglicherweise sogar bis zum Frühjahr 2012 andauern.
Vertriebene Menschen sind aufgrund der Mangelernährung, der beengten Wohnsituation (bspw. in Flüchtlingslagern) sowie der unzureichenden sanitären Versorgung einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Masern, Cholera, Kinderlähmung, Durchfall oder anderen Krankheiten zu erkranken. In Somalia hat sich die Zahl der Kinder mit schwerer Mangelernährung in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 fast verdoppelt. Die Cholera-Fälle mit anschließender Todesfolge setzen sich fort. Die Zahl der Maserausbrüche ist zwar seit September rückläufig, zeigte aber im November einen kleinen Anstieg.
Die internationale Gemeinschaft und lokale NGOs haben 4.000 aufgrund der Dürre vertriebene somalische Familien (24.000Menschen) umgesiedelt, die zuvor im Flüchtlingslager in Mogadishu untergebracht waren. Die Rückkehr der Menschen erfolgt dabei auf freiwilliger Basis, damit diese durch die bevorstehende Regenzeit und die sich bietenden Chancen ihr Leben wieder aufbauen können. Die Rote-Halbmond-Vereinigung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die neben anderen Agenturen am Umsiedlungsprozess beteiligt ist, stellt jeder rückkehrenden Familie neben einem Drei-Monats-Versorgungs-Paket bestehend aus Lebensmitteln, Vieh und anderen Ressourcen 150 US-Dollar zusätzlich zur Verfügung.
Ein neues zweiteiliges TV-Programm von Al Jazeera English mit dem Titel “Fault Lines” (zu sehen oben im Player) zeigt einen Einblick in das Flüchtlingslager in Mogadischu, wo Eltern ihre Kinder begraben. Sie fragen sich, was noch getan hätte werden können, um die Krise zu verhindern, und was nun weiter geschehen kann. Diese Frage ist heute noch aktuell, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Al-Shabaab-Miliz 16 Hilfsorganisationen den Einsatz im Krisengebiet untersagt hat.
Nach vereinzelten Angriffen und Entführungen innerhalb des kenianischen Staatsgebietes durch die Al-Shabaab-Miliz marschierten kenianische Streitkräfte letzten Monat in Somalia ein. Das Ziel dabei war die Verkehrsknotenpunkte Afmadow und die Hafenstadt Kismayo zu ergreifen, beides wichtige Hochburgen der Al-Shabaab südlich von Mogadischu. Kenia erhofft sich hierdurch eine Pufferzone im Süden Somalias zu errichten, um die Infiltration von Terroristen verhindern und Hilfsorganisationen einen besseren Zugang zur Region ermöglichen zu können. Kenia konnte bereits mehrere Städte unter seine Kontrolle bringen und forderte Hilfsorganisationen zur Rückkehr auf. Reuters berichtet, dass Kenia seit dem Einmarsch in Somalia “von einer Welle von Anschlägen heimgesucht wurde”.
Trotz der Verluste im Zuge der Invasion von 2006 bis 2009 hat auch Äthiopien die Grenze zu Somalia überquert. Obwohl die äthiopische Regierung ihre Teilnahme an den militärischen Aktionen gegen die Al-Shabaab-Miliz nicht bestätigt hat, berichten viele Augenzeugen von äthiopischen Truppen in der Stadt Guriel. Über die Absichten Äthiopiens ist zu diesem Zeitpunkt wenig bekannt.
Und was ist der somalischen Regierung? Richard Dowden von der Royal African Society schreibt, dass die Regierung – die sogenannte “Transitional Federal Governmnet (TFG) – durch den Rückzug der Al-Shabaab aus Mogadischu Mitte August und ”mit der kenianischen Militärintervention im Süden, eine Chance erhalten hat, die eigene Handlungsfähigkeit zu beweisen und die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und Sicherheit zu gewährleisten. Aber das ist eher unwahrscheinlich …“ Er zitiert den Spezialisten für das Horn von Afrika Ken Menkhaus: „die Bilanz der TFG lässt bislang einen gegenteiligen Schluss zu. Diese hat nie eine Gelegenheit verpasst, eine Gelegenheit zu verpassen.”
– Emily Alpert —
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Heute veröffentlichen wir den dritten und vorerst letzten Gastbeitrag des Global Network, einer Organisation zur Bekämpfung vernachlässigkter Tropenkrankheiten:
Der World Health Summit 2011 hat vom 23. bis zum 26. Oktober mehr als 1.500 Gesundheitsexperten aus mehr als 75 Ländern vereint, um Bewusstsein für wichtige globale Gesundheitsprobleme zu schaffen. Ein solches Problem, mit dem sich die medizinische Fachwelt befassen muss, sind vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs). Im vergangenen Monat habe ich Ihnen hier im ONE Deutschland Blog über die weltweiten Auswirkungen von NTDs berichtet. Wir müssen unbedingt Aufmerksamkeit für diese Krankheiten wecken, öffentliches Bewusstsein schaffen und NTDs endlich besiegen. Anlässlich des World Health Summit hat das Global Network ein Symposium veranstaltet, bei dem wir über die Verbindung zwischen der Kontrolle von NTDs und der Kontrolle von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria sprachen. Heute möchte ich Ihnen über diese Gespräche berichten.
Die Behandlung von NTDs verbessert nicht nur die Gesundheit, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung und Bildung von Einzelpersonen und Gemeinschaften. Das Angehen von NTDs wird unerlässlich dafür sein, die acht Jahrtausend-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs) zu erreichen, mit denen die ärmsten Länder der Welt bis zum Jahr 2015 aus ihrer extremen Armut geholt werden sollen. Darum haben sich die Vereinigten Staaten, Großbritannien und andere G8-Mitglieder in NTD-Programmen engagiert, die zu enormen Fortschritten bei der Behandlung und Vorbeugung dieser Krankheiten geführt haben.
Obwohl diese Programme damit begonnen haben, die NTD-Last anzugehen, bleibt noch viel zu tun. Wenn Programme zur Kontrolle von NTDs nicht ausgeweitet werden, werden derzeitige Entwicklungsbemühungen untergraben. Auch wenn Bildungsprogramme Studenten Laptops oder Bücher zur Verfügung stellen, ist es unwahrscheinlich, dass Studenten mit NTDs diese Ressourcen in vollem Umfang nutzen können. NTDs schränken die geistige Leistungsfähigkeit ein und führen zu Lethargie, wodurch Studenten nicht mehr in der Lage sind, am Unterricht teilzunehmen und sich auf Ihr Studium zu konzentrieren. Außerdem werden die Bemühungen, jungen Menschen regelmäßige, nahrhafte Mahlzeiten zu bieten, zunichtegemacht, wenn sie an einer Wurminfektion (Spulwurm, Peitschenwurm oder Hakenwurm) leiden, die all diese Nährstoffe und Vitamine aufnehmen.
Derzeit besteht ein deutliches Finanzierungsungleichgewicht zwischen der NTD-Kontrolle und der Kontrolle der „Großen Drei“ Krankheiten: HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria. Aber heute haben wir die Gelegenheit, durch die Integration von Kontrollprogrammen stärker auf NTDs und die „Großen Drei“ zu wirken. Wir wissen, dass NTDs dort auftreten, wo HIV/AIDS, Malaria und TB auftreten, und es gibt erste Belege dafür, dass NTD-Infektionen entweder die Anfälligkeit für diese Krankheiten steigern oder deren Verlauf verschlimmern können.
Die jährlichen Kosten für die Behandlung von NTDs betragen nur etwa 40 Cent pro Person. Die Integration von Maßnahmen zur NTD-Kontrolle in die Bemühungen zur Kontrolle der „Großen Drei“ ist eine der kostengünstigsten Gesundheitsmaßnahmen, die uns zur Verfügung stehen. Die Integration würde zu schnelleren Fortschritten bei der Kontrolle von HIV/AIDS, Malaria und TB führen und gleichzeitig mehr Menschen den Zugang zu NTD-Therapien ermöglichen, die ihr Leben verändern können. Eine echte Win-win-Situation. Außerdem verfügen wir bereits über die Medikamente – mehrere Länder mit Pharmaindustrie haben die Medikamente, die wir zur Behandlung von NTDs benötigen, kostenlos bereitgestellt.
Die Integration ist möglich und muss jetzt erfolgen. Wir können unnötiges Leid mindern, das durch NTDs verursacht wird, und wir können einen Beitrag dazu leisten, über eine Milliarde Menschen aus der Armut zu führen.
Beteiligen Sie sich an unserem Kampf gegen die sieben häufigsten vernachlässigten Tropenkrankheiten. In den kommenden Monaten werden wir eine neue Kampagne zur Schaffung von öffentlichem Bewusstsein beginnen, damit diese Krankheiten die Aufmerksamkeit und die dringenden finanziellen Mittel erhalten, die sie verdienen.
– Dr. Neeraj Mistry, Geschäftsführer des Global Network for Neglected Tropical Diseases -
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Es ist Zeit, unseren zweiten Finalisten für den „2011 ONE Africa Award“ bekannt zu geben.
Nach Togo begaben wir uns für ein Treffen mit der Alliance for Reproductive Health Rights (ARHR) nach Accra, Ghana. Die 2004 von einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufene Allianz übernahm eine nicht länger aktive Initiative von Save the Children und setzt sich heute für den Anspruch auf medizinische Fürsorge im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ein. Vicky Okine, Geschäftsführerin der ARHR und ehemalige Leiterin des Save the Children-Programms, erkannte wie wichtig es war, das bestehende Programm fortzuführen. Dieses gründet sich auf das Potenzial der Gesundheitsorganisationen in den lokalen Gemeinden, ihre Gemeinschaften zu stärken und den Anspruch auf leicht zugängliche medizinische Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu fördern. Hierzu koordiniert die Allianz die Gemeindeorganisationen, stellt ihnen die Charta der Patientenrechte bereit und führt Schulungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit durch. Zudem werden lokale Organisationen durch die Allianz darin unterstützt, zusammenzukommen und ihre Erfahrungen in der Gemeinde auszutauschen, voneinander zu lernen und sich zusammenzuschließen.

Das Team der Alliance for Reproductive Health Rights
Mit ihrem rechtsbasierten Ansatz als Grundlage ihrer Aktivitäten bestärkt die ARHR lokale Gemeinden in ihrem Anspruch, medizinische Versorgung von ihren Regierungen zu fordern. Obwohl Ghana Richtlinien für die medizinische Betreuung von Schwangeren und Müttern eingeführt hat, werden diese in dörflichen Gegenden prinzipiell nicht berücksichtigt. Aufgrund der mangelnden Information der Bevölkerung erhalten viele Menschen von den Gesundheitsbehörden lediglich eine unzureichende medizinische Versorgung. Mithilfe der Allianz sind die lokalen Organisationen nun jedoch in der Lage, gemeinsam Lobbyarbeit für eine bessere Versorgung zu betreiben und den Menschen lokal Schulungen anzubieten, damit diese ihre Rechte kennen, die unzureichende medizinische Versorgung öffentlich machen und gemeinsam mit anderen eine bessere Versorgung einfordern können.
Dank einer vor Kurzem durchgeführten Initiative gelang es Patienten beispielsweise, Treffen mit den Gesundheitsbehörden der einzelnen Bezirke zu organisieren, um ihren Anspruch auf eine bessere medizinische Versorgung durchzusetzen.
Das ARHR-Konzept ist einzigartig, denn der rechtsbasierte Ansatz der Allianz überträgt das Prinzip von Nachfrage und Angebot auf den Bereich der Sozialdienste. Die Allianz versorgt die Menschen mit den Informationen, die sie benötigen, um diese Sozialleistungen einzufordern, und beeinflusst zudem die öffentliche Gesundheitspolitik. Des Weiteren veröffentlicht die ARHR Materialien zur Aufklärung der Bevölkerung über die Regierungspolitik und leitet auf lokaler Ebene gesammelte Informationen wiederum an das Gesundheitsministerium weiter, um so Änderungen der bestehenden Gesetze herbeizuführen.
Da die ARHR für ihre Lobbyarbeit die Medien, einschließlich Radio und Fernsehen, nutzt, sind die Betroffenen mittlerweile besser darüber informiert, welche Fortschritte Ghana bezüglich der Millennium-Entwicklungsziele erreicht hat. Anfangs des Jahres produzierte die ARHR einen Dokumentarbericht mit dem Titel „The Lights Have Gone Out Again“ („Die Lichter sind wieder ausgegangen“), welcher im ghanaischen Fernsehen ausgestrahlt wurde und so auf die Versorgungslage im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit aufmerksam machte.

ARHR-Mitarbeiter
Mit ihren zahlreichen Initiativen konnte die ARHR die Vorgehensweise der Regierung erfolgreich beeinflussen. Erste Verbesserungen im Gesundheitswesen in Form einer erweiterten medizinischen Versorgung sind bereits erkennbar. Medizinische Einrichtungen können Gemeindemitglieder nicht länger abweisen und ihnen die Gesundheitsfürsorge verweigern, denn diese sind heute mit Informationen der Allianz gewappnet und bestehen auf ihrem Recht auf medizinische Versorgung.
Weiterhin alles Gute für die Alliance for Reproductive Health Rights!
– Edith Jibunoh –
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
Schlagworte: Afrika, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), CDU/CSU, Deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, EU, Frankreich, Gesundheit, Gesundheit von Kindern, Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM), Gudrun Kopp, HIV/Aids, Malaria, Nigeria, Politik Aktuell, Tuberkulose, USA, Was wir lesen, Weltgesundheitsorganisation (WHO)