Gestern konntet ihr live auf unserem Blog die Rede von Bill Gates vor dem Europäischen Parlament verfolgen und euch mit uns auf Twitter über den Hashtag #livingproof dazu austauschen. Heute veröffentlichen wir hier einen Gastbeitrag von Bill Gates, der seinen “Annual Letter” vorstellt. Dies ist eine Übersetzung des englischen Originals, das zuerst auf “Impatient Optimist”, dem Blog der Bill & Melinda Gates Stiftung, veröffentlicht wurde. Es gibt auch eine deutschen Fassung von Bill Gates’ Brief. Wir twittern dazu heute unter dem Hashtag #Billsletter – und freuen uns, wenn ihr mitmacht.
Mein Job ist es, mehr über globale Gesundheit und Entwicklung zu lernen – und in arme Länder zu reisen, um Bauern zu treffen, die nicht genug Lebensmittel anbauen können, Mütter, die ihre Kinder nicht gesund aufziehen können, und Helden vor Ort, die etwas gegen diese Notstände machen. Nur sehr wenige Menschen haben die Zeit, um sich mit diesen komplexen Probleme umfassend zu beschäftigen. Noch weniger Menschen haben die Chance, jene Menschen treffen, diese sich abmühen, diese Probleme zu bewältigen. Deswegen schreibe ich jedes Jahr einen Brief.
Ich möchte, dass die Leute über den unglaublichen Fortschritt Bescheid wissen, den wir gemacht haben. Ich möchte auch, dass sie wissen, wie viel Fortschritt noch nötig ist, damit wir in einer wirklich gerechten Welt leben.
Dieses Jahr möchte ich mich in meinem Brief auf Ernährung und Landwirtschaft konzentrieren (obwohl ich auch Updates über unsere Arbeit zu den Themen globale Gesundheit und amerikanisches Schulwesen geben werde). Als ich in der High School war, zeichnete ein beliebtes Buch namens „Die Bevölkerungsbombe“ ein albtraumhaftes Bild über massenhaftes Hungersterben auf einem Planeten, der seine Grenzen seiner Tragfähigkeit erreicht hat. Diese Vorhersage war falsch, vor allen Dingen weil Forscher produktivere Samen und andere Hilfsmittel entwickelten, die armen Bauern in vielen Teilen der Welt halfen, ihre Ernte zu vervielfachen. Als eine Folge davon konnte der Prozentsatz der Menschen in extremer Armut in meiner Lebenszeit halbiert werden. Das ist der Teil der Geschichte über den großartigen Fortschritt, der gemacht wurde, und nicht genug Menschen wissen das.
Aber da ist auch der Teil über den Fortschritt, der noch gemacht werden muss. Auch das müssen die Menschen wissen. Es immer leben über eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Sie sind vor allem in Südasien und Subsahara-Afrika zu finden und sie leben am Rande des Hungertods. Dies ist ironisch, denn die meisten von ihnen sind Bauern. Wir können dieser Milliarde helfen, sich selbst zu versorgen, genau wie wir den Milliarden zuvor geholfen haben – aber wir haben aufgehört, es zu versuchen. An einem bestimmten Punkt verschwand die Krisenstimmung zum Thema Ernährung. Der Teil der Entwicklungsinvestitionen, die der Landwirtschaft zu Gute kamen, sank von einem Fünftel auf weniger als ein Zwanzigstel.
Ich erhoffe mir von meinem jährlichen Brief, dass er die Menschen auf die Entscheidung aufmerksam macht, die wir alle treffen müssen. Relativ geringe Investitionen änderten die Zukunft für Hundert Millionen kleine Bauerfamilien. Jetzt müssen wir uns entscheiden: Setzen wir unsere Investitionen weiter fort, sodass die eine Milliarde Menschen, die immer noch arm sind, davon profitieren? Oder tolerieren wir eine Welt, in der ein Mensch von sieben unterernährt, unterentwickelt und vom Hungertod bedroht ist?
In Zeiten knapper Staatskassen müssen wir Prioritäten setzen. Natürlich besteht die Gefahr, dass wir in diesen besonderen Zeiten entscheiden, dass die Hilfe für die Ärmsten nicht zu unseren Prioritäten zählt. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Menschen darauf bestehen würden mehr in Entwicklung zu investieren, und nicht weniger – wenn sie verstehen, was ihre Hilfe bereits vollbracht hat und was sie noch bewirken könnte. Deswegen habe ich meinen Brief geschrieben. Ich hoffe, dass ihr euch die Zeit nehmt, ih
Ich habe Schüler auf der ganzen Welt dazu eingeladen, ihre eigenen Briefe zu schreiben. Du kannst deinen Brief oder Fragen, die du an mich hast, an annualletter@gatesfoundation.org schicken. Ich werde darauf antworten und über die Ideen in deinem Brief in einem Live-Webcast am 2. Februar auf meiner Facebook-Seite sprechen.
- Bill Gates –
Einige von euch haben es vielleicht schon mitbekommen: in diesen Tagen sind die deutschen ONE-Unterstützer Anna Loos und Jan Josef Liefers mit ONE in Ghana unterwegs. Beide haben sich in der Vergangenheit wiederholt für ONE eingesetzt, zuletzt haben sie zum Beispiel in der internationalen Version des Spots “The F-Word” mitgespielt.
In Ghana ebenfalls mit dabei sind ONE-Mitbegründer und U2-Frontmann Bono. Auf ihrer Reise treffen sie auf Aktivisten, die sich für mehr Transparenz im Rohstoffsektor einsetzen, sie besuchen ein vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria finanziertes Krankenhaus, sie reisen mit Jeffrey Sachs zu einem Millenniumsdorf und sprechen mit Vertretern der Organisation SEND Ghana, die sich für bessere Regierungsführung und die Gleichberechtigkeit von Frauen einsetzt. Ein spannendes Programm, über das Anna und Jan Josef auch über Facebook und Twitter berichten.
Vor ihrer Reise postete Anna Loos auf Facebook:

Und Jan Josef Liefers nutzt Twitter, um seine Eindrücke mit uns zu teilen: 
Wir werden in den nächsten Tagen Fotos und weitere Informationen über die Reise veröffentlichen. Also schaut bald mal wieder auf unserem Blog vorbei.
– Alicia Blázquez –
Morgen beginnt der G20-Gipfel, jetzt wird es ernst! Alles spricht über Griechenland und den Euro. So beunruhigend das alles auch ist, dürfen wir darüber nicht die Menschen vergessen, die gerade unter einer unfassbaren und vermeidbaren (!) Hungersnot leiden.
Darauf machen wir mit unserer aktuellen Petition aufmerksam. Über 400.000 Menschen haben unsere Petition für ein endgültiges Ende der Hungersnot inzwischen unterzeichnet. Die Signale aus Frankreich sind ermutigend: Kürzlich erklärte der französische Präsident und Gastgeber des G20-Gipfels Nicolas Sarkozy, dass Politiker die Macht und Pflicht haben, sich gegen den Hunger einzusetzen. Er forderte, dass die G20 einen Aktionsplan für eine Stärkung der Landwirtschaft in armen Ländern verabschieden. Es sieht also nicht schlecht aus. Aber wir möchten sicherstellen, dass diesen Worten Taten folgen und dass unser Anliegen angesichts der Diskussion um den Euro beim G20-Gipfel nicht untergeht.
Du kannst uns helfen, indem du persönlich die Bundeskanzlerin und ihr Team wissen lässt, dass du ein Ende der Hungersnot forderst – ein für alle Mal. Du kannst verschiedene Sachen machen: Dem Regierungssprecher von Angela Merkel eine Nachricht über Twitter schicken, dem Team von Frau Merkel eine E-Mail schreiben oder eine Nachricht auf der Website der Bundeskanzlerin hinterlassen. Oder vielleicht hast du eine andere Idee? Hast du Lust? Dann klick hier für Aktionsideen und Tipps.
Du hast damit nicht nur die Chance, im Endspurt zum G20-Gipfel noch etwas zu bewegen. Du erhältst damit auch die Chance, ONEs Kampagnenarbeit mitzugestalten. Denn ONE plant in Kürze einen neuen Kampagnenbeirat einzurichten, in dem uns die engagiertesten ONE-Unterstützer beraten sollen. Je mehr du dich engagierst, desto besser sind deine Chancen, in diesen Beirat berufen zu werden. Vielleicht gehörst du ja bald dazu?
Also, werde aktiv und dokumentiere deine Aktion mit einem Kommentar unten. Lass uns die Zeit bis zum Gipfel so gut wie möglich nutzen!
– Alicia Blázquez —
Diese Woche schauen wir nicht nur nach Afrika, sondern auch nach Frankreich. Dort findet diese Woche in Cannes der G20-Gipfel statt. Vor einigen Tagen war auch Bono in Frankreich, um vor Ort für ONEs Anliegen zu werben. Unsere Kollegin Sara aus dem ONE-Büro in Paris berichtet, was Bono zu sagen hatte.
Ach, und wo wir gerade beim Thema sind: Falls ihr zufällig gerade in Paris seid, schaut doch mal heute Abend ab 18.30 Uhr beim Hôtel de Ville vorbei und setzt gemeinsam mit ONE vor dem G20-Gipfel ein Zeichen gegen die Hungersnot. Dazu bald mehr, heute wird nicht mehr verraten.
Bono anerkannte das große Ausmaß der aktuellen Wirtschaftskrise. Er forderte jedoch zugleich, auch in schwierigen Zeiten in effektive Programme zu investieren, um Millionen Menschenleben zu retten – das sei nicht nur richtig, sondern in einer zunehmend globalisierten Welt auch ratsam.

Er betonte, dass die französische Regierung durch die Unterstützung wirksamer Programme im Kampf gegen extreme Armut und Krisen in Afrika, wie die derzeitige Hungerkrise in Somalia, einen bedeutenden Beitrag leiste. „Eine Hungersnot ist nicht normal… Wir sollten in der Lage sein zu verhindern, dass aus einer Dürre einen Hungersnot entsteht. “
Die Franzosen spielen durch ihre fortwährende Unterstützung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria eine Führungsrolle im Kampf gegen HIV/AIDS. Sie sind in einer einzigartigen Position, in Zukunft eine stärkere Beziehung mit Afrika als Handels- und Wirtschaftspartner entstehen zu lassen. Und diese Investitionen wirken: Vier Millionen Afrikaner haben seit 2002 von einer AIDS-Behandlung profitiert.
Auf die Frage nach seinem eigenen politischen Einfluss auf die Regierungschefs im Rahmen des Interviews mit der französischen TV-Show „Le Grand Journal“ von Canal+ verwies Bono auf die Macht seiner Fans, von denen viele wahlberechtigt und ONE-Unterstützer seien. „Die Politiker fürchten ja nicht mich, sondern das Publikum“, äußerte er sich und forderte die Menschen dazu auf, weiterhin Druck auf ihre Regierungen auszuüben, damit Menschen in den extremer Armut auch in diesen schwierigen Zeiten nicht vergessen werden.
Auf dem bevorstehenden G20-Gipfel in Cannes wird ONE die globalen Regierungschefs auffordern, innovative Finanzierungsmechanismen für Entwicklung zu unterstützen, um zukünftige Nahrungsmittelkrisen durch intelligente Investitionen in Landwirtschaft zu verhindern. Zudem sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur in Afrika unternommen werden. Bitte unterstütze unserer Petition mit deiner Stimme, damit wir die Hungersnot ein für alle Mal besiegen.
– Sara Kianpour –
Heute veröffentlichen wir einen Blogbeitrag von ONE-Mitbegründer Bono. Das Original erschien am 4. Oktober 2011 auf Englisch bei The Huffington Post.
Ich bin bekannt dafür, gelegentlich mit einem Schimpfwort um mich zu werfen. Das anstößigste Wort ist für mich jedoch nicht “f***” sondern Famine – zu Deutsch Hungersnot. Am anstößigsten finde ich die Hungersnot in Somalia.
Dürre, Gewalt und politische Instabilität haben den Tod auf den Plan gerufen, wie seit zwanzig Jahren nicht mehr… Mehr als 30.000 Kinder sind in nur drei Monaten gestorben. Die Bilder von Daddab sehen aus wie einen Albtraum aus einem vergangenen Jahrhundert. Und doch schreiben wir das 21. Jahrhundert, die Bilder sind real, bleiben jedoch zum großen Teil ungesehen. Die Nahrungsmittelkrise am Horn von Afrika ist nichts weniger als eine humanitäre Katastrophe, erhält aber weniger Aufmerksamkeit als der aktuellste Promi-Klatsch aus Hollywood.
ONEs neuer Film „The F-Word“ ist nicht gerade der typische emotionale Aufruf zur Nothilfe. Es geht darum, die Medienaufmerksamkeit auf die sich abspielende Tragödie zu richten. Es geht darum, weltweit politische Unterstützung zu mobilisieren, um die akute Not der Menschen zu stoppen und den Teufelskreislauf der Hungersnöte auch für die Zukunft zu durchbrechen. Vor allem geht es darum, zu handeln – denn die Hungersnot ist vom Menschen gemacht.
Natürlich ist die Lage komplex und die Lösung ist schwierig, gerade in Somalia, wo es seit zwanzig Jahren keine richtige Regierung gibt. Aber das ist keine Ausrede für die Welt, um wegzusehen. Die meisten von uns haben (glücklicherweise) keine Vorstellung davon, was es heißt, zu verhungern. Aber die meisten von uns wissen wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren. Jedes dieser 30.000 Kinder war jemandes Tochter oder Sohn, jemandes Schwester oder Bruder. Vom Horn von Afrika erreichen uns Berichte von Müttern, die entscheiden müssen, welches Kind sie füttern und welches sie sterben lassen; von Frauen, die wochenlang unterwegs sind, auf der Suche nach Essen und Wasser, und die dabei die toten Körper ihrer Kinder am Wegrand zurücklassen müssen, um für die noch lebenden Kinder weiterzusuchen.
Die Geschichte zeigt, dass es Möglichkeiten gibt, damit aus einer Dürre keine Hungersnot entsteht, auch wenn es kompliziert ist. Also seht euch den Film an und unterschreibt ONEs Petition an die Staats- und Regierungschefs, damit diese ihre eigenen Versprechen umsetzen und in Dinge investieren, die nachweislich funktionieren: Frühwarn- und Bewässerungssysteme, dürre-resistentes Saatgut… und, natürlich, Frieden und Sicherheit. Auf ONE.org findest du weitere Erklärungen und Informationen. Auch wenn ONE selbst keine Spenden sammelt, findest du dort auch Links anderer Organisationen, die am Horn von Afrika Nothilfe leisten und die jede Unterstützung brauchen können.
– Bono –
ONE-Unterstützer aus aller Welt haben mit ihren Stimmen dazu beigetragen, dass die Regierungen der Welt endlich etwas gegen die Hungersnot am Horn von Afrika unternehmen. Über 223,ooo Unterstützer haben unsere Petition unterzeichnet und darauf gedrängt, dass die internationale Gemeinschaft ihren Anteil zur Krisenbewältigung beiträgt. Seit Beginn unserer Kampagne vor zwei Monaten wurden 700 Millionen US-Dollar im Kampf gegen die Hungersnot eingesetzt, und weitere 970 Millionen US-Dollar wurden zugesagt. Auch die Bundesregierung, die anfangs viel zu langsam reagiert hatte, will jetzt Dank des öffentlichen Drucks ihren fairen Anteil beitragen.
Vergangenen Samstag sprach unser Geschäftsführer beim Sondertreffen der Vereinten Nationen und übergab die Petition mit deiner Unterschrift. „Dürre mag unvermeidbar sein, aber Hungersnöte sind es nicht. Über 200.000 ONE-Unterstützer fordern mit ihrer Stimmen die internationalen Staats- und Regierungschefs auf, jetzt zu handeln“, erkläre er vor den Delegierten.

Jetzt heißt es: Dranbleiben! ONE wird sich weiterhin für dieses lebenswichtige Thema einsetzen. Wir werden den Druck auf die Staats- und Regierungschefs der G20 vor ihrem nächsten Gipfeltreffen weiter erhöhen. Wir erwarten, dass sie ihre Versprechen halten, um dem Hunger langfristig ein Ende zu setzen. Unsere Kampagne geht jetzt also in die nächste Runde – und viele interessante und prominente Personen werden uns dabei unterstützen, also halten Augen und Ohren offen. Wir machen weiter – und wir zählen weiterhin auf eure Unterstützung. Vielen Dank für euer Engagement!
- Alicia Blázquez –
Erinnert ihr euch noch an unseren ONE-Baby Protest? Bei dieser Kampagne machten stinkige Babys ihrem Ärger darüber Luft, dass noch immer Kinder mit HIV zur Welt kommen. Jetzt ist der Baby-Protest in der Lindenstraße angekommen. Vergangenen Sonntag tauchte das Poster zur Kampagne in der aktuellen Folge der Erfolgsserie auf. In Minute 25 ist unser Protest-Baby mehrere Sekunden lang zu sehen. Da hat’s uns vor Freude direkt vom Sofa gehauen! Klick auf das Bild und schau dir die Folge vom 4. September an.
Aber von Anfang an: Unsere Kampagne kritisierte, dass immer noch Kinder mit HIV geboren werden, obwohl es doch längst Medikamente und Verfahren gibt, um zu verhindern, dass HIV-positive Schwangere das Virus auf ihr Baby übertragen. Mit unserer Kampagne forderten wir Staats- und Regierungschefs weltweit auf, sich in diesem Bereich mehr anzustrengen, damit bis 2015 kein Kind mehr mit HIV auf die Welt kommt.
ONE-Unterstützer aus Deutschland konnten im Vorfeld des Weltaidstages bei uns Poster zum Baby-Protest bestellen, um diese in ihrer Stadt aufzuhängen und Unterschriften zu sammeln. Aber auch online sammelten wir Unterschriften. Viele Prominente – darunter zum Beispiel Lady Gaga und Alicia Keys – und Tausende ONE-Unterstützer wie du und ich haben uns bei dieser Kampagne unterstützt. Fast 270.000 Unterschriften aus aller Welt kamen so zusammen. Diese haben wir natürlich in eurem Namen an mehrere Regierungen übergeben. Unsere politischen Experten beobachten, was sich seither in dem Bereich getan hat. Wir werden bald hier darüber berichten. Eins steht in jedem Fall fest: Zum Weltaidstag am 1. Dezember werden wir wieder öffentlichen Druck im Kampf gegen HIV/Aids aufbauen – und wir zählen auch diesmal wieder auf deine Hilfe. Zur Einstimmung seht ihr hier nochmal ausgewählte Fotos vom ONE Baby-Protest 2010.





— Alicia Blázquez —
Unser Kollege Josh Lozman aus dem Washingtoner Büro war diese Woche in Kenia. Für unseren Blog berichtet er, was er dort gesehen hat. Weiterlesen
Letzten Freitag gab Kenias Präsident Mwai Kibaki den Weg für die „Kenia Open Data Initiative“ frei. Das Projekt unter der Leitung von Dr. Bitange Ndemo, dem ständigen Sekretär für Information und Kommunikation, hat namenhafte Unterstützer: Google, Mapping for Results von der Weltbank, Socrata, Nairobis iHub und Ushahidi. Die Open Data Initiative stellt der Öffentlichkeit eine große Zahl an Daten zu Armut, Bevölkerung, Bildung, Energie, Gesundheit, sanitäre Versorgung sowie Wasser zur Verfügung.
Die benutzerfreundliche Bedienung ermöglicht die Einsicht in Daten und das Erstellen von Mappen und Graphiken – und vielleicht am bedeutsamsten – den Vergleich des eigenen Landes oder Wahlbezirks in den einzelnen Kategorien. So können die Nutzer der „Open Data Initiative“ beispielsweise Informationen über den Zugang zu Einrichtungen des Gesundheitssystems herausfinden. Das Tool zeigt auf, welche finanziellen Mittel ein jedes Land für die gesundheitliche Versorgung aufbringt und wie Armut oder Krankheitsraten mit Investitionen in das Gesundheitswesen zusammenhängen. Die Open Data Initiative stellt den Nutzern diesen Service zur Verfügung, um sie darin zu bestärken, Politiker und Vertreter in Gesundheitsthemen zu fragen, „warum die Versorgung hier so viel schlechter ist als anderswo?“ Dr. Bitange Ndemo ist sich der Macht durch Wissen bewusst: „Unser Ziel ist es, die Bevölkerung durch hilfreiche Informationen, die der Öffentlichkeit früher nicht so leicht zugänglich war, zu stärken“.
Kenias Regierung hat über das Kenia ICT Board einen Wettbewerb ins Leben gerufen, mit dessen Hilfe Ideen gesammelt werden sollen, wie man die Daten am sinnvollsten nutzen könnte. Im Bereich Community Applications sind dank der Initiative bereits einige interessante Vorschläge zu finden. Ushahidi hat die Daten mit Informationen zur tatsächlichen Erbringung von Dienstleistungen angereichert. Das “virtuelle Kenia” hat in einer Karte die Standorte von Abgeordeneten zusammengefasst, die sich weigern, Steuern zu bezahlen. Mit “Msema Kweli”(Sag die Wahrheit) hat iHub Community eine Anwendung entwickelt, die es Bürgern ermöglicht, die Spur von Geldern für die Entwicklung der Bezirke zurückzuverfolgen und darüber zu berichten, ob Gelder effektiv eingesetzt wurden oder nicht.
Open Data wird als wegbereitend gehandelt im Hinblick auf Entwicklung, Offenheit und voranschreitender Demokratie. Wir von ONE werden das Kenianische Experiment mit Enthusiasmus weiterverfolgen, in der Hoffnung, dass der Entwurf einer Note für Freiheit und Information in Kenia zu einem tatsächlichen Gesetz wird. Wir wollen andere Länder ermutigen, Kenias Weg zu folgen und Informationen bereitzustellen, die es Bürgern erlauben, sich mit konkreten Forderungen an ihre Regierungen zu wenden. Es soll Menschen geben – emsig arbeitend im ONE-Büro – die sich bereits Gedanken darüber machen, wie man ONEs iPhone App mit Kenias „Open Data Initiative“ verlinken kann.
Ein Video über ein Interview mit Dr. Bitange Ndemo findet ihr hier. Für einen ausführlichen Bericht zur Freigabe der „Open Data Initiative“ hilft ein Blick auf den White African’s blog oder auf Daily Nation.
Folgt Alan auf Twitter unter @alanhudson1
In den vergangenen Monaten haben wir ONE-Unterstützer in aller Welt um ihre Unterstützung für unsere Impfkampagne gebeten. Unser Ziel war es in den nächsten 5 Jahren 4 Millionen Kinder zu retten. Dafür haben wir gemeinsam mehr als 300.000 Unterschriften für unsere Petition gesammelt.
In Großbritannien schickten ONE-Unterstützer hunderte von Briefen an ihre Abgeordneten, in den USA haben wir das Weiße Haus mit Tweets überflutet, im Rahmen der U2-Tour in Südamerika haben sich uns tausende neuer ONE-Unterstützer angeschlossen und unsere Petition mitgetragen, in Australien sorgten unsere Unterstützer dafür, dass das Telefon des Außenministers nicht mehr still stand, und in Deutschland haben unsere engagierten Jugendbotschafter für die Petition getrommelt.
Dank eures Einsatzes und eures Könnens hat all die harte Arbeit Früchte getragen. Wir haben gewonnen! Vergangene Woche haben in London Regierungsvertreter und private Geldgeber bemerkenswerte 4,3 Milliarden US-Dollar für die nächsten 5 Jahren zur Verfügung gestellt. Das liegt weit über den 3,7 Milliarden, auf die wir gehofft hatten. Als Bill Gates angekündigt hat, dass er eine Milliarde beitragen will, erwähnte er in seiner Rede unsere Kampagne.
Das war wirklich eine historische Woche. Unser Executive Director Jamie Drummond hat eine Videobotschaft aufgenommen, um euch für euren Einsatz zu danken:
Ich kann euch gar nicht sagen, wie stolz ich als Kampagnenmitarbeiter bei ONE auf jeden einzelnen von euch bin, und ihr solltet auch auf euch stolz sein.
Dieser schöne Erfolg zeigt, dass wir die Welt auf wunderbare Weise für immer verändern können, wenn wir unsere Stimmen vereinen. Also, klopft euch auf die Schulter und erzählt uns, wie ihr euch angesichts dieser tollen Neuigkeiten fühlt. Dank euch sieht die Zukunft von Millionen von Kindern weltweit besser aus!
- Nadeem Javaid –
Hast du die Premiere unseres Films “Voodoo & Vaccines in Benin, Africa” verpasst? Macht nichts, du kannst dir den Film ab sofort auch hier ansehen. Wie findest du ihn? Hinterlass uns einen Kommentar, zeig den Film deinen Freunden und unterzeichne unsere Petition, damit wir in den nächsten 5 Jahren 4 Millionen Kindern das Leben retten können.
- Alicia Blázquez –
Es ist mittlerweile eine Tradition: Vor jedem G8-Gipfel bitten wir zusammen mit Bono und Bob Geldof eine große Tageszeitung des Gastgeberlandes darum, dem Thema Armutsbekämpfung eine Sonderausgabe zu widmen. Damit wollen wir Jahr für Jahr sicherstellen, dass die Ärmsten nicht von der Agenda G8 gestrichen werden. Nach der Bild-Zeitung 2007, Asahi-Shimbun 2008, La Stampa 2009 und The Globe and Mail 2010 folgt dieses Jahr, voilà — Libération. Weiterlesen
Vergangene Woche haben wir schon kurz berichtet, dass unser Botschafter Alex Bechtel es geschafft hat Hartmut Koschyk, den Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretär im Finanzministerium, zur Unterschrift für den Entwicklungspolitischen Konsens zu bewegen. Inzwischen hat Alex auf seinem Living Proof-Blog ausführlicher geschildert, wie das Treffen abgelaufen ist und worüber die beiden im Detail gesprochen haben. Und weil wir dachten, das findet ihr bestimmt auch spannend, veröffentlichen wir seinen Beitrag auch auf unserem Blog: Weiterlesen
In den vergangenen Tagen war es stiller als sonst auf unserem Blog. Aber nicht etwa weil das ONE-Team gefaulenzt hätte, sondern weil wir – ganz im Gegenteil – alle Hände voll zu tun hatten. Denn gestern startete Living Proof, eine Kampagne von ONE und der Bill & Melinda Gates Foundation, in Deutschland!
Im Zentrum von Living Proof stehen die Erfolge von Entwicklungszusammenarbeit – denn obwohl wir meistens nur schlechte Nachrichten aus Afrika und anderen Entwicklungsländern hören, geht es im Kampf gegen extreme Armut wirklich voran. Dafür haben wir auf unserer neuen Living Proof-Website viel spannendes “Beweismaterial” für euch “sichergestellt”. Schaut euch die Seite doch mal an und sagt es weiter (falls ihr das überTwitter tut, gerne mit dem Hashtag #livingproof).

Wir möchten aber, dass diese Erfolgsgeschichten nicht nur auf unserer Website, sondern in ganz Deutschland bekannt gemacht werden. Deshalb haben wir unser Botschafterprogramm ins Leben gerufen. Unsere 20 Jugendbotschafter kommen aus ganz Deutschland, sind alle sehr engagiert und viele waren sogar selbst schon mal in Afrika. Alle haben Lust darauf, mit harten Fakten und spannenden Geschichten von den Erfolgen im Kampf gegen extreme Armut zu berichten. Die Schirmherrschaft über das Programm hat Bundespräsident Christian Wulff übernommen, der die Botschafter gestern in Schloss Bellevue gemeinsam mit seiner Frau und – last but not least – Bill Gates empfangen hat. Der Bundespräsident lobte das Engagement der Botschafter und die positive Perspektive von Living Proof. Bill Gates bat die Botschafter, möglichst vielen Menschen davon zu erzählen, dass intelligente Entwicklungshilfe funktioniert.

Direkt im Anschluss an den Termin beim Bundespräsidenten ging‘s für unsere Botschafter zum Fototermin mit Bill Gates am Brandenburger Tor. Unserer Botschafter waren bei den anwesenden Medien sehr gefragt und haben eine ganze Reihe Interviews gegeben, um die Menschen da draußen über Living Proof zu informieren. Ganz schön aufregend!
Es ging spannend weiter, nämlich zur Verleihung des Transatlantic Partnership Awards, mit welchem in diesem Jahr die Bill & Melinda Gates Foundation ausgezeichnet wurde. Bill Gates nahm den Award entgegen und hielt einen spannenden Vortrag, voller Fakten, Fakten, Fakten – und er erzählte die bewegende Geschichte einer afrikanischen Mutter, deren Kind an einer vermeidbaren Lungenentzündung gestorben ist. Seither setzt sich diese Mutter in ihrer Gemeinde dafür ein, dass Mütter ihre Babys rechtzeitig impfen lassen, damit ihnen ihr Schicksal erspart bleibt. Tatsächlich konnte zwischen 2000 und 2009 dank wirksamer Impfprogramme der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) der Tod von 5,4 Millionen Kindern verhindert werden – wirklich beeindruckend!

Am Nachmittag nahmen unsere Botschafter noch an einem Workshop teil, der sie auf ihre Aufgaben vorbereitete. Renate Bähr von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung referierte über Herausforderungen und Erfolge bei den Millennium-Entwicklungszielen, Bundestagsabgeordneter Thilo Hoppe erzählte voller Leidenschaft vom Entwicklungspolitischen Konsens, und anschließend trafen die Botschafter im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz. Dieser berichtete vom eben geschlossenen Kooperationsabkommen des Ministeriums und der Bill & Melinda Gates Foundation, welches sicherstellen soll, dass die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung in Zukunft mehr Mittel für ihre erfolgreiche Arbeit erhält. Last but not least trafen unsere Botschafter auf den Kampagnen-Experten Julius van de Laar, der ihnen Tipps mit auf den Weg gab, wie sie möglichst viele Menschen mit Living Proof erreichen können – online und offline.
Ihr könnt euch vorstellen, am Ende des Tages waren die Botschafter (und das ONE-Team) ganz schön geschafft, aber zugleich hochmotiviert. Das war für uns alle eine toller, spannender Tag – und das war erst der Anfang!
– Alicia Blázquez –
Vor wenigen Tagen hatte ich über die Redensart geschrieben, nach der ein Bild mehr als 1000 Worte sagt. Ihr erinnert Euch sicher an unsere Filme — die nur eine Botschaft haben: Schneller.
0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für Entwicklungspolitik. Immer wieder versprochen. Von verschiedenen Bundesregierungen. Seit 2005 ist Deutschland dazu sogar internationale Verpflichtungen im Rahmen der EU und der G8 eingegangen. Die Mehrheit der Deutschen will das Versprechen einhalten. Die Mehrheit des Deutschen Bundestages auch bald? Was Du dazu beitragen kannst steht in diesem Beitrag. Weiterlesen
Das Bundeskabinett beschließt heute die Eckwerte des Bundeshaushalts für 2012. ONE weiß schon jetzt: es wird gerade mal 113,8 Millionen Euro mehr für den Haushalt von Entwicklungsminister Dirk Niebel geben. Damit rückt die Einhaltung von Deutschlands internationaler Zusage für Entwicklungsfinanzierung in immer weitere Ferne. Weiterlesen
Ihr habt sicher schon mitbekommen, dass sich bei uns momentan alles um das Thema Haushalt 2012 dreht. Wir machen schon seit Wochen Druck gegen Kürzungen und für mehr Investitionen in Entwicklung. Und jetzt wird es nochmal richtig spannend! Die Entscheidung über den Haushalt fällt nämlich diesen Mittwoch. Deshalb brauchen wir noch einmal dringend deine Hilfe. Weiterlesen
Ein amtliches Schreiben. Förmliche Sprache. Auf dem Radarfoto ist grau und schemenhaft aber doch deutlich das Gesicht von Angela Merkel zu erkennen. Die Bundeskanzlerin bekam heute von uns Post. Weiterlesen

Heute ist etwas ungewöhnliches geschehen. Bundestagsabgeordnete aller Parteien – von Union bis Linkspartei – traten vor die Presse und erklärten einmütig: Deutschland muss viel mehr für Entwicklungspolitik ausgeben. Weiterlesen
Viele von euch wissen bestimmt, dass die Grammy-prämierte Band Maroon 5 ONE schon seit längerem unterstützt. Vergangenen September sind Maroon 5 zum Beispiel in der beliebten US-Show „Today“ in ONE-Shirts aufgetreten. Außerdem durften wir 2010 mit der Band auf US-Tournee gehen, um mit Hilfe unserer Volunteers möglichst viele Fans als ONE-Unterstützer zu gewinnen. Weiterlesen
Hey, ich bin Sipho Moyo, die Afrika-Direktorin von ONE. In dieser Woche ist eine Menge los bei ONE Afrika.
Vielen Dank an alle, die unsere Petition gegen die HIV-Übertragung von Mutter zu Kind unterzeichnet und uns beim Weitersagen geholfen haben. Inzwischen haben sagenhafte 173.788 Menschen unsere Petition unterschrieben. Sie alle teilen mit uns die Hoffnung auf eine Welt, in der im Jahr 2015 kein Kind mehr mit HIV geboren wird. Wir werden die bald an die Politik übergeben und über die Reaktion berichten. Heute sagen wir aber erst mal Dankeschön und blicken auf die bisherigen Stationen unserer Kampagne zurück:
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Es ist uns eine Ehre, den Gewinner des ONE Africa Award 2010 bekanntzugeben: SEND Ghana. Ihre Bemühungen um die Förderung der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) in Ghana sind herausragend, und wir sind stolz darauf, ihnen nun für ihre gute Arbeit Anerkennung geben zu können.

Im Plenum des Bundestages dreht sich alles um die Entwicklungszusammenarbeit. Den Eindruck haben zumindest die Reichstagsbesucher gewinnen müssen, die am Mittwoch, den 24. November 2010 in den Abendstunden das Parlament betreten haben. Denn zu der Zeit wurde der Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verhandelt, der einen Großteil der deutschen Entwicklungsfinanzierung ausmacht. Die Abgeordneten hatten über die Schwerpunktsetzung der deutschen Entwicklungspolitik und das Haushaltsvolumen von €6,22 Mrd. zu entscheiden. Dies ist zwar der bisher höchste Entwicklungshaushalt, er bleibt allerdings stark hinter dem Volumen zurück, das notwendig gewesen wäre, um das bereits 2010 fällige Versprechen zu erfüllen, 0,51 % des Bruttonationaleinkommens für die Zusammenarbeit mit den ärmsten Ländern aufzuwenden. Somit ist er im positivsten Fall eine schwache Zwischenmarke für das 2015 fällige 0,7 %-Ziel.
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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