Diese Woche feiert ONE zehn Jahre lebensrettende Arbeit des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Der Fonds ist innovativ, weil es einen so konstruierten Mechanismus vorher noch nie gab. Der Fonds ist transparent, weil er sich in beispielhafter Weise extern prüfen lässt und alle Prüfberichte sofort veröffentlicht. Und das Wichtigste: Er rettet Leben. Monat für Monat überleben mehr als 100 000 Menschen, dank des Globalen Fonds. Weiterlesen
Fast 60.000 ONE-Unterstützer haben bisher die Petition an “Merkozy” für eine Steuer gegen Armut unterzeichnet. Die Debatte darüber ist in vollem Gange. Heute haben ONE und die Cinema for Peace Stiftung einen Brief an alle Bundestagsabgeordneten geschrieben. Darin heißt es:
“Leider spiegelte der Bundeshaushalt in den vergangenen Jahren nur ungenügendes Engagement zur Einhaltung der Millenniumsentwicklungsziele wider.
Um seine internationale Verpflichtung einhalten zu können, das heißt bis 2015 mindestens 0,7 % des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, müssten die dafür vorgesehenen Finanzmittel von 2012 bis 2015 im Schnitt um 2,5 Milliarden Euro pro Haushaltsjahr erhöht werden.
Jedoch sieht auch der für das Jahr 2012 beschlossene Haushalt mit einer Erhöhung von 164 Millionen Euro für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unzureichende Schritte vor, obwohl eine klare Mehrheit der Bundestagsabgeordneten sich im entwicklungspolitischen Konsens für signifikante Aufwüchse stark gemacht hat.
Wir bitten Sie sicherzustellen, dass die Erlöse einer Finanztransaktionssteuer in wirksame Programme der Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe fließen, um die Zahl der extrem Armen und Hungernden zu reduzieren, Aids, Malaria und Tuberkulose einzudämmen, allen Kindern die Möglichkeit auf Bildung zu geben und somit auch langfristig die Einhaltung von Menschenrechten zu stärken.”
Hier findet ihr den vollständigen Brief.
- Alicia Blázquez –
Die Themen des Tages:
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Nun ist der G20-Gipfel in Cannes fast schon wieder vorbei. Tobias Kahler, Direktor von ONE in Deutschland, ist für uns noch vor Ort und zieht eine gemischte Bilanz. Immerhin hat er 75 Minuten Hoffnung erlebt – nämlich als endlich auch mal über Entwicklungsthemen gesprochen wurde:
“Wichtige Themen wurden von der griechischen Schuldenlast zerquetscht. Es gab jedoch 75 Minuten Hoffnung, in denen über starke Ideen im Kampf gegen Armut diskutiert wurde. Diese 75 Minuten mögen den Gipfel gerettet haben. Die Vorschläge von Bill Gates zur Finanzierung von Entwicklungshilfe und zur Transparenz im Rohstoffbereich müssen nun rasch umgesetzt werden. Dafür muss sich Angela Merkel, die in der Euro-Krise eine starke Führungsrolle übernommen hat, einsetzen.“
Auch viele andere Nichtregierungsorganisationen, Experten und Beobachter die Vorschläge. In der deutschsprachigen Presse war dazu zu lesen:
Wenn ihr euch selbst ein Bild machen wollt, könnt ihr hier den vollständigen Bericht und eine Zusammenfassung auf Englisch herunterladen.
Auch all jene, die unsere Petition gegen die Hungersnot unterzeichnet haben, dürfen sich zumindest ein bisschen freuen, wie Tobias Kahler vorhin erklärte: “Dies war zumindest der erste G20-Gipfel, auf dem die Regierungen ihre Zusagen zur Entwicklungszusammenarbeit anerkannten. Zudem wurden neue Zusagen zu Landwirtschaft und Ernährungssicherung gemacht, indem etwa schädliche Spekulationen eingegrenzt und Investitionen in landwirtschaftliche Produktivität ausgebaut werden sollen. Dies waren konkrete Forderungen von 400.000 ONE-Unterstützern, die in Cannes gehört wurden.” Auch das ist also Grund zur Hoffnung.
Wir werden nun die Ergebnisse des Gipfels und die offiziellen Dokumente ausführlicher unter die Lupe nehmen und euch Anfang nächster Woche eine abschließende Einschätzung geben. Bis dahin vielen Dank an alle, die mit ihrer Stimme, mit ihren Tweets und mit ihren E-Mails mit uns Druck gegen die Hungersnot gemacht haben.
– Alicia Blázquez –
Die Themen des Tages:
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Heute haben wir den neuen DATA Bericht veröffentlicht. Das Ergebnis ist nicht überraschend, aber deswegen nicht weniger schlimm: Die deutsche Entwicklungspolitik vernachlässigt Sub-Sahara-Afrika, die ärmste Region der Welt! Deutschland hat seit dem historischen G8-Gipfel von Gleneagles im Jahr 2005 nur 18 Prozent der seitdem zusätzlich eingesetzten Mittel Sub-Sahara-Afrika zukommen lassen. Dabei war damals mindestens die Hälfte zugesagt worden. Diese Neuigkeiten haben auch die deutschen Medien nicht kalt gelassen. Viele haben darüber berichtet, unter anderem Spiegel Online und die Frankfurter Rundschau. Wenn ihr euch die Zahlen und unsere animierten Grafiken nicht entgehen lassen wollt, dann geht zu unserer DATA Bericht Seite.
Dass Deutschland die in Gleneagles zugesagte Gesamtsumme um mehr als drei Viertel verfehlt hat, war bereits längere Zeit bekannt. Zusammen mit Frankreich und ‑ zu einem noch erheblicheren Ausmaß ‑ Italien trägt Deutschland damit die Hauptverantwortung dafür, dass die G7 als Gruppe ihr Versprechen an Afrika nur zu 61 Prozent erfüllt haben. „Dass das zusätzliche Geld in fünf Jahren zu einem so geringen Teil nach Afrika ging, hat uns bei der Analyse der Zahlen selbst überrascht. Denn das steht im Gegensatz zu der von der Bundesregierung häufig beteuerten Schwerpunktsetzung auf die ärmste Region der Welt“, kommentierte unser Deutschlandchef Tobias Kahler. Er begrüßte jedoch Signale des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, dass die Zusagen für Afrika in den kommenden Jahren zu verstärkten Aufwüchsen führen sollen.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Nordafrika befürchten wir dass Sub-Sahara-Afrika weiter aus dem Fokus Deutschlands rücken könnte, obwohl diese Region trotz starken Wirtschaftswachstums nach wie vor am massivsten von Armut und Klimawandel betroffen ist.
Deutschland führend im Bereich innovativer Finanzierungsinstrumente
Es gibt aber auch positive Nachrichten in unserer diesjährigen Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik: Die Fusion der deutschen Entwicklungsorganisationen zur Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) war nämlich ein wichtiger Schritt zu mehr Wirksamkeit der deutschen Armutsbekämpfung. Deutschland ist zudem international führend darin, innovative Finanzierungsformen für Entwicklungsarbeit zu erschließen.
Positive Entwicklungen in Sub-Sahara-Afrika
Die G7/G8 wollten ihre Versprechen an Afrika bis zum Ende des Jahres 2010 einhalten. Dieser Zeitraum ist nun abgelaufen. Obwohl nur 61 Prozent der zugesagten Erhöhungen tatsächlich geflossen sind, zieht ONE ein vorsichtig optimistisches Fazit der fünf Jahre nach dem Gipfel von Gleneagles. Mehr als zwei Drittel zusätzlicher Entwicklungsfinanzierung des letzten Jahrzehnts (68 Prozent oder 10,68 Mrd. US-Dollar) zu Gunsten der Region entfiel auf den Zeitraum 2005 bis 2010.
Ein Großteil dieser Gelder floss in intelligente Programme, die in Sub-Sahara-Afrika dazu beitrugen, dass der Malariatod von 750.000 Kindern verhindert wurde. 46,5 Millionen Kinder konnten in den letzten zehn Jahren zusätzlich eingeschult werden. Die landwirtschaftliche Produktivität stieg in 17 Ländern der Region um 50 Prozent.
Das sind tolle Erfolge. Und auch die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents ist ebenfalls positiv. Sie hat nach der Krise schnell wieder angezogen und wird bald wieder bei einem Wachstum von durchschnittlich 6 Prozent liegen. Die Mobilisierung nationaler Ressourcen in Sub-Sahara-Afrika zieht ebenfalls deutlich an: Sie verdoppelte sich zwischen 2004 und 2010 und liegt damit auf dem siebenfachen dessen, was die Region an Entwicklungsfinanzierung erhält.
Infos auf einen Blick (in konstanten Preisen von 2010):
Höhe der G7-Zahlungen an Sub-Sahara-Afrika (SSA) 2004: 17,479 Mrd. US-Dollar
Versprochene Höhe der G7-Zahlungen an SSA für 2010: 35,7 Mrd. US-Dollar
Tatsächliche Höhe der G7-Zahlungen an SSA 2010: 28,676 Mrd. US-Dollar
Höhe Zahlungen Deutschlands an SSA 2004: 2,45 Mrd. US-Dollar
Versprochene Höhe der Zahlungen Deutschlands an SSA für 2010: 6,72 Mrd. US-Dollar
Tatsächliche Höhe der Zahlungen Deutschlands an SSA 2010: 3,43 Mrd. US-Dollar
Deutschland und Italien sind gemeinsam für rund 7,1 Milliarden US-Dollar des Ausfalls des G7-Versprechens verantwortlich.
- ONE Deutschland –
Die Themen des Tages:
ONE unterstützt die Kampagne für eine Steuer gegen Armut. Heute berichtet der Moderator der Kampagne, P. Dr. Jörg Alt SJ, in einem Gastbeitrag über die aktuellsten Entwicklungen in Punkto Finanztransaktionssteuer: Weiterlesen
Die Themen heute:
Die Themen heute:
Angela Merkel nannte sie anfangs eine „charmante Idee“ – dennoch sah es lange so aus, als hätte die Finanztransaktionssteuer keine Chance. Die Kampagne für eine „Steuer gegen Armut“, der sich auch ONE angeschlossen hat, warb in den vergangenen Monaten kontinuierlich für die Einführung einer solchen Steuer. Jetzt scheint wieder alles offen. Ist dies nun der Durchbruch? Jörg Alt, Jesuitenpater und Koordinator der Kampagne, über die aktuellen Entwicklungen:
Die Themen heute:
Wir bei ONE sind ebenso wie Pater Alt aus Nürnberg, Jan-Josef Liefers, Heike Makatsch und rund 60 000 Unterstützer der Kampagne Steuer gegen Armut der Meinung, dass eine Steuer auf Finanztransaktionen eine gute Idee ist. Mit einer minimalen Abgabe von 0,05% würden mindestens 100 Mrd. € jährlich generiert werden, mit denen wir etwas gegen Armut, für den Klimaschutz und die Stabilität der Finanzmärkte tun könnten.
Die Idee einer Finanztransaktionssteuer, die Banken und Spekulanten an den Kosten der weltweiten Finanzkrise beteiligen würde, schlägt inzwischen Wellen. Mehrere Politiker, unter ihnen Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Gordon Brown haben sich positiv zu einer solchen Idee geäußert. Jan-Josef Liefers und Heike Makatsch drehten ein Video. Und gestern, am 10. März, befasste sich der Bundesrat mit der Petition von Pater Alt und ihren 60 000 Unterzeichnern. Im April geht sie vor den Finanzausschuss des Bundestages.
Dies hat das ARD Morgenmagazin zum Anlass genommen, um über das Thema zu berichten. Weiterlesen
Die Themen heute:
Die Themen heute:
Eine Steuer, die nur Gutes tut? Die Kampagne Steuer gegen Armut – ein Bündnis, dem ONE als eine von zahlreichen deutschen Nichtregierungsorganisationen angehört – hat dazu einen Kurzfilm produziert. Darin windet sich ein Bankmanager, gespielt von Jan Josef Liefers, unter den unbequemen Fragen einer Journalistin, gespielt von Heike Makatsch. Sie hakt hartnäckig nach, was es mit der Finanztransaktionssteuer auf sich hat:
Zu den Verhandlungen zwischen Staaten aus aller Welt vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen werden bei ONE alle ihr Möglichstes tun, um das denkbar günstigste Ergebnis für die Ärmsten der Welt sicherzustellen – insbesondere für die Menschen in Afrika. Weiterlesen
In den letzten Wochen erhielten Vorschläge für eine geringe Steuer auf internationale Finanztransaktionen wie z.B. den Devisenhandel Unterstützung von europäischen Politikern. Die Idee, auch als Tobin-Steuer bekannt, kam ursprünglich vom Wirtschaftsnobelpreisträger James Tobin, der 1971 eine Steuer auf Devisentransfers vorschlug. Diese sollte Spekulanten Einhalt gebieten, die gefährliche Schwankungen der Wechselkurse verursachten. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Kampagnen, Einkommen aus solch einer Steuer dazu zu nutzen, globale öffentliche Güter zu finanzieren. Vorschläge reichten von der Nutzung der Gelder zur Unterstützung der UNO über die Abdeckung einiger der Kosten für die Anpassung an den Klimawandel bis hin zur Finanzierung von Gesundheitsausgaben in Entwicklungsländern. Weiterlesen
Afrika hat am wenigsten zum Klimawandel beigetragen – die Vereinten Nationen haben gar ermittelt, dass nur 3,6% der weltweiten CO2-Emmissionen aus Afrika kommen. Dennoch wird der Kontinent zuerst und am härtesten vom Klimawandel betroffen: davon zeugen zum Beispiel schwere Überflutungen in Sambia und Mozambique und die Verschiebung der Regenzeiten in Uganda und Südafrika. Riesige Gebiete überall in Afrika erleben Dürreperioden, die intensiver sind und sich länger hinziehen. Wahrscheinlich sind dies jedoch nur die ersten Anzeichen für das, was noch folgen wird. Der Weltklimarat (IPCC) hat ermittelt, dass einige Gebiete bis 2020 einen Rückgang ihrer Erträge aus Getreideanbau ohne künstliche Bewässerung um bis zu 50 % erleiden könnten. Weitere 75 bis 250 Millionen Menschen würden vom Wassermangel betroffen. Weiterlesen
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
Schlagworte: Bill Gates, Bill und Melinda Gates Stiftung, Bono, Gesundheit von Müttern und Kindern, Ghana-Reise, Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM), HIV/Aids, Innovative Finanzierungsmechanismen, Intelligente Hilfe, Malaria, Videos