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Deutsche Entwicklungszusammenarbeit
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur epd hat Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) der Erhöhung des Entwicklungsetats nach dem EU-Stufenplan auf 0,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2010 eine Absage erteilt. Der EU-Stufenplan beschreibe eine Willensbekundung, aber keine völkerrechtliche Verpflichtung. In einem Jahr von 0,38 auf 0,51 Prozent zu kommen, sei „in der derzeitigen Situation nicht darstellbar“, so der Minister. Dennoch möchte er sich für eine Erhöhung des Etats einsetzen und benennt 0,7 Prozent im Jahr 2015 als übergeordnetes Ziel. Die Oppositionsparteien kritisierten ihn für diesen Bruch mit dem Stufenplan scharf. Hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung der deutschen EZ betonte er erneut die Wichtigkeit von klimawandelrelevanten Projekten und verkündete, dass er gemeinsame Projekte mit Israel in Afrika initiieren möchte. Auch eine deutsch-chinesische Zusammenarbeit fände er sehr interessant. Darüber hinaus möchte er, soweit dies möglich ist, Guido Westerwelles Forderung umsetzen, Ländern, die Frauen und Homosexuelle schwer diskriminieren, die Unterstützung zu verweigern.
Die Industrieländer haben den Klimawandel durch ihre Wirtschaftsweise mit herbeigeführt. Die Rechnung liegt nun auf dem Tisch der Verhandler von Kopenhagen, denn die Kosten fallen erstmal bei den Armen dieser Welt an. Aber nur wenige Wochen vor Gipfelbeginn ist noch recht unklar, wie sich die Rechnung aufteilt. Aktuelle Hintergründe von Andreas Hübers.
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Zu den Verhandlungen zwischen Staaten aus aller Welt vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen werden bei ONE alle ihr Möglichstes tun, um das denkbar günstigste Ergebnis für die Ärmsten der Welt sicherzustellen – insbesondere für die Menschen in Afrika. (more…)
Eva Joly über Korruption in Afrika und die Rolle großer Unternehmen
Die tageszeitung (taz) druckt heute ein Interview mit Eva Joly mit dem Titel: „Afrika wird geschmiert, wir schmieren“. In dem Interview spricht Joly, ehemalige Untersuchungsrichterin mit Schwerpunkt Korruption und für die französischen Grünen im Europaparlament, über Korruption in Afrika. Joly kritisiert, multinationale Unternehmen, darunter etwa das Transport und Logistikunternehmen Bolloré, seien mit unverantwortlichen Geschäftstaktiken für die anhaltende Korruption in vielen afrikanischen Ländern mit verantwortlich. Der Chef von Bolloré, Vincent Bolloré, sei darüber hinaus ein enger Freund des französischen Premiers Nicolas Sarkozy. In ihrer jetzigen Funktion als Vorsitzende des Ausschusses für Entwicklungszusammenarbeit des Europäischen Parlaments betont sie, dass arme Länder stark unter der Finanzkrise zu leiden hatten und deshalb größere Unterstützung der EU benötigten. Sie zeigt sich besorgt darüber, dass die EU keine Mittel habe, um Entwicklungsländer ausreichend in ihrem Kampf gegen extreme Armut und die Folgen von Finanzkrise und Klimawandel zu unterstützen. Deshalb unterstützt sie auch die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen, um das europäische Budget für Entwicklungszusammenarbeit dadurch erhöhen zu können.
Niebel will Fokus auf Klima
Wie Die Welt berichtet, hat Dirk Niebel angekündigt, er werde seine Politik auf den Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz konzentrieren. Sein Ministerium werde dafür mehr als die eine Milliarde Euro ausgeben, mit der schon jetzt „klimarelevante Projekte“ finanziert werden.
Die Welt: Philipp Neumann, „Niebel konzentriert Entwicklungshilfe auf den Klimaschutz“
Wie wir schon letzte Woche berichteten, ist die Lungenentzündung weltweit bei Kindern die Todesursache Nummer 1. Und dennoch hat die Krankheit bisher nur einen Bruchteil der Finanzmittel und Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für sich einnehmen können, die andere weltweite Gesundheitsthemen erhalten haben. Gestern hat ONE in New York einen Gipfel zum ersten Welttag gegen die Lungenentzündung mit organisiert. Ziel war es, diesen Trend umzukehren und verschiedenste Interessenvertreter für ein Ziel zu mobilisieren: bis 2015 fünf Millionen Kinderleben zu retten. Dazu sollen die Menschen in den am stärksten betroffenen Ländern Zugang zu medizinischen Behandlungen bekommen, die in vielen anderen Ländern bereits weiträumig angewendet werden. (more…)
Obwohl weltweit mehr Kinder geimpft werden, erhalten noch immer fast 24 Millionen Kinder keine lebensrettenden Impfungen. Das gaben UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Weltbank in dieser Woche bekannt. Diese oftmals stark gefährdeten Kinder zu erreichen würde geschätzte $1 Mrd. pro Jahr kosten.
Diese neuen Daten stammen aus dem von den drei Organisationen verfassten Bericht The State of the World’s Vaccines and Immunization. Demnach wurden 2008 so viele Kinder wie noch nie zuvor – 106 Millionen – geimpft. Dabei kam der GAVI Alliance eine entscheidende Rolle zu. Die Partnerschaft von öffentlichen und privaten Gebern, die sich für den Zugang zu neuartigen und nicht genutzten Impfstoffen einsetzt, hat seit ihrer Gründung im Jahr 2000 die Impfung von 200 Millionen Kindern ermöglicht und somit 3,4 Millionen unnötige Todesfälle vermieden. (more…)
Wahlen in Mosambik
dpa berichtet über die anstehenden Wahlen in Mosambik am 28. Oktober. Präsident Afmando Guebuza kandidiert für eine zweite Amtszeit. Die Opposition versammelt sich um Afonso Dhlkama (Renamo) und den ehemaligen Bürgermeister von Beira, Daviz Simango. Im Vorfeld der Wahlen wurde von Übergriffen auf die Oppositionsführer berichtet. Dennoch wird Mosambik als Vorbildnation in Afrika gehandelt. Der Internationale Währungsfond hat dem Land bis 2011 ein Wirtschaftswachstum von beinahe 6 % voraus-gesagt.
Somalia & die Piraten (more…)
Letzten Dienstag begann die 64. Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. Aber was geschieht dort eigentlich? Und warum sollte es uns interessieren?
Die Vollversammlung wurde 1945 gegründet. Unter anderem ist sie das Gremium der Vereinten Nationen (Uno), in dem meisten politischen Richtlinien der Uno vereinbart werden (die Uno besteht aus fünf Hauptgremien: Vollversammlung, Sicherheitsrat, Wirtschafts- und Sozialrat, Treuhandrat und Internationaler Gerichtshof). Da in ihr alle 192 Mitglieder der Uno zusammenkommen, stellt die Vollversammlung die einzigartige Gelegenheit dar, verschiedenste Themen, die alle Staaten betreffen, zu diskutieren. Jedes Mitgliedsland – egal wie groß oder einflussreich außerhalb der Vollversammlung – hat eine Stimme. Das bedeutet, dass es oft die Entwicklungsländer sind, die die Tagesordnung und den Verlauf der Debatten bestimmen. (more…)
Gestern veröffentlichte Unicef aktuelle Zahlen zur Kindersterblichkeit: Jedes Jahr sterben weltweit 8.800.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Trotz dieser immens hohen Zahl gibt es eine gute Nachricht: es ist der niedrigste Wert seit Unicef Berichte zur weltweiten Kindersterblichkeit veröffentlicht. Wir haben Beispiele zusammengetragen, wie intelligente Hilfe dazu beigetragen hat:
In Äthiopien beispielsweise, hat intelligente Hilfe dabei geholfen, die Zahl der Todesfälle durch Malaria drastisch zu reduzieren. Im Jahr 2005 hat die äthiopische Regierung (mit der Unterstützung von Gebern) eine ambitionierte Strategie angekündigt, mit der jeder gefährdeten Familie zwi Moskitonetze zur Verfügung gestellt werden sollten. Bis Januar 2008 waren 20,5 Mio. Netze verteilt worden und ein Drittel der gefährdeten Kinder schliefen nun sicher unter Netzen (2005 waren es nur zwei Prozent gewesen). Innerhalb von drei Jahren nach Beginn des Programmes war die Zahl der Todesfälle durch Malaria um die Hälfte gesunken. (more…)
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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Schlagworte: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Deutschland, Dirk Niebel, EU, FAO, Interviews, Klimawandel, Landwirtschaft, Politik Aktuell, Somalia, UNO, Was wir lesen