Die Themen des Tages:
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Am Mittwoch hatten wir euch berichtet, dass ONE in der französischen Zeitung Libération zum G8-Gipfel die Armutsbekämpfung thematisiert. Heute erzählt euch unsere Kollegin Verena aus dem Pariser Büro von ONE in Frankreich noch ein wenig mehr über die einizelnen Beiträge…
Das Programm des G8-Gipfels in Deauville ist vollgestopft. Doch Afrika soll darin einen besonderen Platz einnehmen, mit der Präsenz der neugewählten Präsidenten der Elfenbeinküste, Nigers und Guineas als Sondergäste, Seite an Seite mit den Staatschefs der Nepad-Gründerländern, Algerien, Ägypten, Äthiopien, Nigeria, Senegal und Südafrika.
Aber angesichts der Nachrichten der letzten Wochen von den arabischen Revolten zur DSK-Affäre, über Erdbeben und Atomkatastrophen in Japan, läuft Afrika die Gefahr, wieder mal auf den zweiten Platzt verwiesen zu werden. Und die Versprechen könnten die Bürger Afrikas noch einmal enttäuschen. Um sicher zu gehen, dass Afrika im Herzen der Debatte stehen wird, haben ONE und Bob Geldof elf renommierte Persönlichkeiten mobilisiert, die in der französischen Zeitung Libération ihren Standpunkt zur Frage Afrika vertreten. Eine Doppelseite ist am 24. Mai erschienen, eine dritte Seite am 25.
“Wenn wir das Leben eines kranken Kindes in einem Land retten können, müssen wir es in allen Ländern tun”, schreibt Bill Gates, der die G8 Leader an dieses Gleichheitsgesetz erinnert. Er bedient sich des Beispiels der Impfungen “die ein unglaubliches Kosten-Effizienzverhältniss haben”, um Leben zu retten.
“Nur durch Erziehung, Handel und verantwortliche Staatsführung kann Afrika sich verändern”, unterstreicht der Präsident der europäischen Kommission, José Manuel Barroso, der sich für mehr Transparenz im Rohstoffsektor engagieren will.
“Der einzige Reichtum der meisten Afrikaner, ob Land oder Stadtbewohner, ist das natürliche, wiederverwendbare Kapital, Wasser, Wälder, Energiequellen und Agrarland. Der G8-Gipfel kann entscheiden, afrikanische Initiativen zu unterstützen, die sich für dieses Naturkapital einsetzten, ein echter Reichtum der auch die Schönheit dieses Kontinents ausmacht”, sagen Yann Arthus-Bertrand und Denis Loyer von der GoodPlanet Stiftung.
Das ehemahlige Topmodel, Christy Turlington-Burns, spricht über ihren Film, der ihren Kampf gegen Müttersterblichkeit illustriert, der Wirtschaftsexperte François Bourguignon empört sich über die nicht gehaltenen Versprechen an Afrika, und der Präsident des panafrikanischen Parlaments, Idriss Ndélé, unterstreicht, dass Afrikas Zukunft weiblich ist.
„Innovativ sein, heisst auch die internationalen Handelsregeln zu verändern, die meistens im Norden zu Gunsten der Industrien aus dem Norden getroffen werden“, schreibt Philippe Douste-Blazy, der Präsident von Unitaid. Michel Kazatchkine, der Direktor vom Global Fund, ruft seinerseits die G8 Staatschefs dazu auf, die Gesundheitsfragen weiter intensiv zu unterstützen.
Der Text des Schriftstellers und Holocaustüberlebenden, Stéphane Hessel, ist eine harsche Kritik an all denen, die Afrikas Landwirtschaft durch Chemieprodukte und genetisch veränderte Samen ankurberln wollen. „Die Lösung heisst Agrar-Ökologie, sie respektiert die Gesundheit der Umwelt, der Landwirte, der Verbraucher und garantiert eine dauerhafte Tragbarkeit der Böden“, schreibt Hessel der alle „Philantropen, die gegen Hunger in der Welt kämpfen“ dazu aufruft, sich dafür einzusetzten.
Für den Präsident der afrikanischen Entwicklungsbank, Donald Kaberuka, “ist der Zeitpunkt gekommen, Afrikas inneres Potential zu befreien”, wie es die arabischen Revolten – die er vom Sitz der Bank in Tunis aus erster Hand miterlebt hat – gezeigt haben. “Nach dem arabischen Frühling wird der Sommer vielleicht afrikanisch”, hoffen die Präsidenten der französischen NGO’s Nathalie Péré-Marzano (AMPC) et Jean-Louis Viélajus (Coordination Sud).
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die G8 Staatschefs auf die Bühne treten, und uns zu beweisen, dass sie die Wünsche und Bestrebungen des afrikanischen Kontinents gehört haben.
Alle Texte sind auf Französisch unter http://www.liberation.fr/debats zu lesen.
– Verena von Derschau –
Es ist mittlerweile eine Tradition: Vor jedem G8-Gipfel bitten wir zusammen mit Bono und Bob Geldof eine große Tageszeitung des Gastgeberlandes darum, dem Thema Armutsbekämpfung eine Sonderausgabe zu widmen. Damit wollen wir Jahr für Jahr sicherstellen, dass die Ärmsten nicht von der Agenda G8 gestrichen werden. Nach der Bild-Zeitung 2007, Asahi-Shimbun 2008, La Stampa 2009 und The Globe and Mail 2010 folgt dieses Jahr, voilà — Libération. Weiterlesen
Die Themen des Tages:
In der letzten Woche fand im mosambikanischen Maputo die erste All-Africa Energy Week statt. Organisiert von der Afrikanischen Union, der Afrikanischen Entwicklungsbank und der UN-Wirtschaftskommission für Afrika, sollte es vor allem um saubere Energie für nachhaltige Entwicklung gehen.
Dass diese Veranstaltung überhaupt stattfand, zeigt, welche weitreichenden Fortschritte in den letzten Jahren gemacht wurden. Stromknappheit ist in Afrika ein enormes Problem, obwohl es auf dem Kontinent riesige Vorkommen an billigen Energielieferanten wie Kohle und Erdgas gibt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung Afrikas haben keinen Zugang zu Strom. Dieser unsägliche Zustand behindert das Wirtschaftswachstum, schränkt Unternehmertum ein – genauso wie die Produktivität – und hält den Kreislauf extremer Armut damit am Laufen.
Die Lösung? Eine Verstärkung der Anstrengungen um eine emissionsarme Infrastruktur und Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft, die Afrikas Möglichkeiten für eine eigene Stromversorgung aufgreifen. Unerlässlich ist strategisches Denken, um mit Energiepolitik und Regulierung die Lücken in der Infrastruktur zu schließen. Und nicht vernachlässigt werden sollten Biokraftstoffe, Solarenergie und Wasserkraft.
Der verlässliche und bezahlbare Zugang zu Strom kann sowohl Wohlstand als auch Produktivität steigern. Investitionen in eine belastbare Infrastruktur können Arbeitsplätze schaffen und Investoren anlocken. Am wichtigsten aber ist, dass Afrikas Energiesektor Priorität genießt, weil er Millionen Menschen dabei helfen kann, sich aus der extremen Armut zu befreien. Mit dieser Aussicht hat er es in Seoul sogar zum ersten Mal auf die Tagesordnung des G20-Gipfels Ende der Woche geschafft.
Der Fokus auf Afrikas Energiesektor ist ein Schritt in die richtige Richtung, insbesondere, wenn wir hier afrikanische Organisationen sehen, die zusammenarbeiten, damit dabei der Umweltgedanke nicht verloren geht. Weitere Informationen über die All-Africa Energy Week erhaltet ihr auf der offiziellen Website.
– Malaka Gharib –
Wir im Berliner ONE-Büro haben ein bisschen mit QuODA herumgespielt. Fazit: Dieses neu vom US-Entwicklungs-Think Tank Center for Global Development (CGD) entworfene Online-Tool verbreitet Spaß und Erkenntnis.
Die Themen des Tages:
Die Themen heute:
Für eine treibende Kraft in der Entwicklung Afrikas hat es in der ersten Hälfte dieses Jahres gute Nachrichten gegeben. Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) ist ein wichtiges Instrument für den Kontinent. Von – und vor allem für – Afrika (mit Hilfe weiterer Geber) finanziert, spielt sie eine zunehmend wichtige Rolle bei der Finanzierung von entscheidenden Lösungen zur Armutsbekämpfung und für Wirtschaftswachstum, zum Beispiel in den Bereichen Infrastruktur, Privatwirtschaft und Staatsführung. Diese Investitionen bedeuten einen riesigen Anschub für einen Kontinent, auf dem es immer noch sehr große Defizite im Straßen-, Eisenbahn- und Telekommunikationsnetz gibt, und dem weiterhin entscheidende Mechanismen zum Umgang mit dem Klimawandel fehlen.
Die Themen heute:
Durch die globale Finanzkrise ist das Wirtschaftswachstum Afrikas von durchschnittlichen 6 % zwischen 2006 und 2008 auf 2,5 % im letzten Jahr stark zurückgegangen.
Durch das hohe Bevölkerungswachstum blieb das pro-Kopf-Einkommen gar unverändert. Zu diesen drastischen Ergebnissen kamen die Afrikanische Entwicklungsbank, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Wirtschaftskommission für Afrika in ihrem gemeinsamen Bericht, dem African Economic Outlook, der im Mai veröffentlich wurde. Weiterlesen

Am Freitag gingen die afrikanischen Regierungen in Vorleistung, über die Afrikanische Entwicklungsbank für ihre eigene Entwicklung mehr Gelder zur Verfügung zu stellen. In zwei Wochen werden reiche Geberländer wie Deutschland entscheiden, ob sie dem folgen.
Niebel in Afrika
Der Nachrichtenagentur dpa zufolge sagte Oldemiro Baloi, Außenminister von Mosambik, nach einem Treffen mit Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), dass sich der Dialog zwischen den Ländern normalisiert habe. Mosambik war von mehreren Geberländern im Vorfeld der Wahlen im letzten Oktober aufgrund von Unregelmäßigkeiten kritisiert worden und es war mit einer Kürzung der Budgethilfe gedroht worden. Baloi kritisierte, dass Budgethilfe als Druckmittel benutzt worden war, sagte aber auch, dass Mosambik gerne bereit sei, über gute Regierungsführung und Korruption zu sprechen. Nach einem Treffen mit Präsident Armando Guebuza begrüßte Niebel Mosambiks Bemühungen, die Kriterien zum Erhalt von Budgethilfe zu erfüllen, sagte die Nachrichtenagentur epd. Weiterlesen
Insgesamt scheinen auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh in der letzten Woche einige Fortschritte in Richtung Neuorganisation der globalen Machstrukturen, damit diese repräsentativer werden, gelungen zu sein. Doch es muss noch eine Menge mehr geschehen, bevor die G20 ein wirklich die Interessen aller repräsentierendes Entscheidungsforum wird. Weiterlesen
Ende Juni stellte die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) die Africa Legal Support Facility vor. Deren Ziel ist es, afrikanischen Regierungen, die komplexe wirtschaftliche Transaktionen durchführen oder sich einem von Geierfonds initiierten Verfahren gegenüber sehen, Mittel und fachlichen Rat zur Verfügung zu stellen. Der Name weist schon darauf hin: Geierfonds fokussieren ihre Tätigkeit auf Anlagen, die in Schieflage geraten sind, und erwerben diese mit großen Abschlägen. Zu solchen Anlagen gehören auch die Schulden von Unternehmen und Staaten. Die Fonds verlangen dann die Rückzahlung des ursprünglichen Nennwerts und zusätzlich hohe Zinsen. Weiterlesen
In London wurde der DATA Bericht 2009 von Jamie Drummond (Mitbegründer und geschäftsführender Direktor von ONE), Bob Geldof, Erzbischof Desmond Tutu, Dr. Francoise Ndayshimye (Leitende Beraterin beim Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria), Bill Gates und Arunma Oteh (Vizepräsidentin bei der African Development Bank) vorgestellt. Sehen Sie hier noch einmal die gesamte Pressekonferenz:
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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