May 24th, 2012 4:28 PM UTC
By ONE Deutschland
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Mar 8th, 2012 4:26 PM UTC
By ONE Deutschland
Anlässlich des heutigen Internationalen Frauentages veröffentlichen wir hier ein Gastbeitrag der Generalsekretärin der Groupe de réflexion et d’action Femme, Démocratie and Développement (GF2D), Léontine Ayawovi Gbadégbégnon. Die togolesische Frauengruppe gewann 2011 den ONE Africa Award für ihr herausragendes Engagement für die Frauenrechte.
Der Internationale Frauentag wurde ins Leben gerufen, um die Lage von Frauen aller sozialen Schichten auf der ganzen Welt hervorzuheben. Milliarden gewöhnlicher Frauen werben für ihr Anliegen – zusammen mit der US-amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton, der Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde und der liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf.
Auch die Frauen in dem westafrikanischen Land Togo machen gute Fortschritte. Frauen haben schon immer eine tragende Rolle in der togolesischen Gesellschaft gespielt. Die berühmten „Nana Benz“ (Benz Mädchen), die nach der Wahl ihrer Autos benannt sind, haben Spuren in der Wirtschaft hinterlassen. Sie wurden mit dem raffinierten Design von Wachskleidern reich, die nur sie in den 50er Jahren entwarfen. Sie machten nicht nur schöne Kleider, sondern sie waren Schlüsselfiguren in der Unabhängigkeitsbewegung des Landes.
Gleichberechtigung in Entscheidungsgremien war aber immer noch undenkbar, als dreißig Frauen verschiedener Berufsgruppen 1992 die Organisation GF2D gründeten. Das Land wurde lange Zeit von nur einer Partei regiert, was das soziale und das politische Leben sehr einschränkte. Trotzdem erzielten die GF2D-Gründerinnen, die mit Mut und die Entschlossenheit für die Anerkennung von Frauen in der sich entwickelnden Demokratie kämpften, zahllose Erfolge, welche die rechtliche und politische Stellung von Frauen verbesserten.
GF2D trägt mit Rechtsberatung dazu bei, Frauen zu stärken. Rechtsassistenten werden dazu ausgebildet, Frauen bei der Einforderung ihrer Rechte zu unterstützen, besonders was das Gesetz über die Familie und über Individuen (CPF) und die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) betrifft.
Die Rechtsassistenten sind engagierte Frauen und Männer, denen ihre Gemeinden und die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen am Herzen liegen. Seit 1994 wurden mehr als 700 Rechtsassistenten im gesamten Land ausgebildet und sechs Zentren für Rechtsbeistand gegründet. Von hier aus schlichten und beseitigen sie Probleme, bei denen Gewalt aufgrund des Geschlechts, der Herkunft, einer Ehe und einer Scheidung ausgeübt wird. Sie treten auch bei Radio Nana auf, einem landesweit ausgestrahlten Radiosender, der von und für Frauen betrieben wird, und der nach den Nana Benz benannt ist. Die meisten der Rechtsassistenten sind gewöhnliche Frauen, Bäuerinnen, Händlerinnen, Schneiderinnen, Künstlerinnen, Mütter, Lehrerinnen und Stammesälteste, die ausgebildet werden, und sich dann für Frauenrechte und Gleichberechtigung in einem demokratischen System einsetzen.
Mawussi Toublou, eine Schneiderin aus Lomé, ist Rechtsassistentin bei GF2D. Sie stellt bunte Kleidung mit einer manuellen Nähmaschine in einer kleinen Werkstatt her. Damit verdient sie gerade genug, um davon zu leben und um Benzin zu kaufen, so dass sie durch die Stadt und in die Vororte fahren kann, um dort als Rechtsassistentin zu arbeiten. Diese engagierte Frau ist auch Gewerkschafterin und informiert ihre Mitmenschen – Männer wie Frauen – über ihre Rechte und Pflichten als Bürger. Ama Kemeh, die aus einer polygamen Familie stammt, wuchs in einem Dorf auf, in dem Frauen stark benachteiligt wurden. Die Diskriminierungen und die Demütigungen, denen Frauen ausgesetzt waren und die sie als Kind erfahren hat, haben sie sehr verbittert, nachtragend und rebellisch gemacht. Sie weckten in ihr das brennende Verlangen, Dinge zu verändern. Nur wusste sie lange nicht wie. Sie gewann an Vertrauen und Hoffnung, nachdem die GF2D sie 1994 zur Rechtsassistentin ausbildete. Die Ausbildung öffnete ihr die Augen, und sie schloss ihr Studium mit Mut und Entschlossenheit ab. Nach weniger als sieben Jahren stieg sie zur höheren Staatsbeamtin auf, und in den vergangenen vier Jahren arbeitete sie für die UN in Togo.
Die zwei Frauen sind nicht die einzigen, die Diskriminierungen und Demütigungen überwunden und ihren Platz als vollwertige Bürger in ihren Familien und Gemeinden eingenommen haben. Andere Rechtsassistentinnen und Frauen, die den Rechtsbeistand in Anspruch genommen haben, spielen heute tragende Rollen in ihren Gemeinden. Die Rechtsassistentin Djomba Somtoua bekämpft Gewalt gegen Frauen in dem Bezirk, den sie derzeit verwaltet. Besonders häufig hat sie es mit Ehemännern zu tun, die ihre Frauen aus dem Haus jagen. Andere Rechtsassistentinnen beraten ihre Schwestern bei finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten, um besser an Mikrokredite zu kommen. Manche haben auch ihre eigenen Vereinigungen gegründet, um ihre Ziele wirkungsvoller zu erreichen, wie z.B. Anne Kpedji, die ihre eigene Frauenliteraturgruppe gründete. Akuavi Odah, eine Rechtsassistentin in Atakpame, gründete und leitet heute eine Spar- und Kreditgenossenschaft mit Tausenden Mitgliedern.
Neben Rechtsassistenten wurden auch 190 Frauen aus dem ländlichen Bereich zu Gemeindevorstehern ausgebildet, die dabei helfen, Entwicklungskomitees in Dörfern und Nachbarschaften zu leiten. GF2D bietet auch zivile und politische Bildungsmöglichkeiten für Frauen an, die sich in der kommunalen oder der nationalen Politik engagieren möchten. Über 100 Frauen kandidierten bei der letzten Parlamentswahl, und noch mehr bereiten sich gerade darauf vor, bei den diesjährigen Kommunalwahlen anzutreten. Heute sind dank der Anstrengungen des GF2D mehr gut ausgebildete Frauen in den Entscheidungsgremien des Landes vertreten und Togo hat neun weibliche Abgeordnete (gegenüber ursprünglichen vier) und sieben weibliche Minister (gegenüber ursprünglichen fünf). GF2D versucht weiterhin, mehr Frauen für das soziale und das politische Leben zu interessieren. Eine Frau, Kafui Brigitte Adjamagbo-Johnson, trat 2010 als Präsidentschaftskandidatin an – ein historisches Ereignis in einer immer noch schwierigen sozialen und politischen Lage und in einem immer noch von Männern dominierten Land. Sie ist ein Vorbild für alle afrikanischen Frauen.
Wir hoffen, dass der 8. März für alle Gemeinden, Dörfer, Regierungen und Menschen eine Gelegenheit ist, diese Frauen anzuerkennen und sie zu ehren.
-Léontine Ayawovi Gbadégbégnon-
TAGS: Afrika, Frauen, ONE, ONE Africa Award, Togo
Dec 20th, 2011 4:14 PM UTC
By ONE Deutschland
Ich freue mich bekannt geben zu können, dass die Groupe de Reflexion et d’action, Femme et Democratie Developpment (GF2D) aus dem Togo dieses Jahr die Gewinner des vierten jährlichen ONE Africa Awards sind.
Der ONE Africa Award ehrt und stärkt innovative Afrika-geführte, Afrika-bezogene Lobbyarbeit, welche eines oder mehrere der Millennium-Entwicklungsziele verfolgt, quasi dem weltweiten Plan zur Bekämpfung von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten. Die Ziele beziehen sich dabei speziell auf elementare Faktoren im Rahmen von Entwicklung, wie z. B. die Halbierung der extremen Armut, die Eindämmung von HIV/AIDS und Malaria und die Gewährleistung der Grundschulbildung.
GF2D hilft Frauen dabei, ihr Recht auf Teilhabe an Entscheidungsprozessen in ihrem Land wahrzunehmen.
Einer der Ansätze von GF2D ist der Einsatz von juristischen Hilfskräften, die bezüglich der togoischen Gesetze von GF2D geschult und befähigt sind, Nachrichten an Gemeinden über die Rechte der Frauen zu kommunizieren, streitschlichtend in Ehe-, Erb- und Kinderangelegenheiten einzugreifen sowie helfend im Rahmen von Gerichtsverhandlungen zur Seite zu stehen. Viele der juristischen Hilfskräfte sind ganz normale Frauen: – Händlerinnen, Näherinnen, Mütter, deren Lebensweisen sich aufgrund ihrer Rollen als juristische Hilfskräfte verändert haben, weshalb sie sich nun für lokalpolitische Angelegenheiten einsetzen. Diese Frauen und Männer sind nicht zuletzt aufgrund ihrer Kenntnisse über das togoische Gesetz angesehene Mitglieder ihrer Gemeinden, aber auch aufgrund ihrer Fähigkeit, die Rechte der Frauen in Form von einfachen Botschaften zu vermitteln. GF2D hat bedeutend dazu beigetragen, dass sich die Anzahl der Frauen in politischen Ämtern im Togo erhöht hat.
Als Gewinner des diesjährigen ONE Africa Award erhält GF2D 100.00 US-Dollar Preisgeld.
Im Rahmen der Bekanntgabe des Gewinners hier in Johannesburg äußerte sich Léontine, GF2D-Generalsekretärin, wie folgt:
“Wir widmen den 2011 ONE Award allen togoischen Frauen, deren Mut und Dynamik uns wohl bekannt sind. Wir wollen die schweigende Mehrheit würdigen, welche unter Gewalt, Diskriminierung und hart verdientem, niedrigem Einkommen leidet. Die Bekanntgabe der Auszeichnung wurde vom “Haus der Frauen” und allen Mitgliedern und Mitarbeitern der GF2D mit großer Freude begrüßt.
Diese Auszeichnung steht für die Anerkennung der seit über 20 Jahren währenden Bemühungen, um eine Vision zu verwirklichen: Frauen sollen ihre Rechte kennen und in vollem Umfang davon profitieren:
Wir erhalten diese Auszeichnung als Ermutigung, uns weiterhin für die Verteidigung der Frauen einzusetzen. Wir bedanken uns bei ONE, deren Aufgabe es ist, die wichtige Arbeit von Organisationen inmitten der afrikanischen Zivilgesellschaft zu erkennen, zu belohnen und weiterhin zu unterstützen, um damit einen Beitrag zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) zu leisten. “
Die Zweitplatzierten der diesjährigen Auszeichnung sind (ohne wertende) Reihenfolge: Prévention Information et Lutte contre le Sida (PILS) – Mauritius, Africa Youth Trust (AYT) – Kenia, Alliance for Reproductive Health Rights (ARHR) – Ghana und Sylva Food Solutions Limited (SFSL) – Sambia
Frühere Preisträger sind Nigerias Development Communications Network (Devcoms) und Kenias Slums Information Development and Resources Centres (SIDAREC) sowie SEND aus Westafrika.
Wir sind heute hier, um Afrikas stille Helden zu feiern und unseren Teil zum Wandel der klischeehaften Erzählungen über Afrika beizutragen. Wir leugnen nicht, dass es Herausforderungen gibt, doch wir müssen auch die Erfolge, die Entschlossenheit und die offen und ehrliche Kreativität der Menschen in Afrika hervorheben, die trotz dieser Herausforderungen existiert.
Ich bin mir sicher, dass du dich meinen Glückwünschen an GF2D und unseren runner ups anschließen wirst, und ihnen ebenfalls Dank aussprichst für die erstaunliche Arbeit, welche sie quer über den Kontinent leisten. Wir wünschen ihnen für die Zukunft viel Erfolg!
– Dr. Sipho Moyo –
TAGS: Afrika, Dr. Sipho Moyo, Frauen, Ghana, Kenia, Mauritius, ONE, ONE Africa Award, Sambia, Togo
Dec 7th, 2011 3:42 PM UTC
By ONE Deutschland
Die Themen des Tages:
TAGS: Afrika, Ban Ki-Moon, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), CDU/CSU, China, Dirk Niebel, Djibouti, DR Kongo, Entwicklungszusammenarbeit, EU, FDP, Intelligente Hilfe, Klimawandel, ONE, Politik Aktuell, Regierungsführung, Südafrika, Togo, UNO, USA, Was wir lesen, Welternährungsprogramm (WFP)
Jul 7th, 2011 3:38 PM UTC
By ONE Deutschland
2000 haben sich die Staaten der Welt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Die Halbierung der Armut bis zum Jahr 2015. Gemssen wird der Fortschritt an acht Zielen, den so genannten Millennium-Entwicklungszielen (MDGs). Und es gab erhebliche Fortschritte. Dennoch wird es schwierig bleiben, alle Ziele bis 2015 zu erreichen, weil die ärmsten Menschen zurückbleiben. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Berichts, den UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon heute vorstellte. (more…)
Mar 28th, 2011 4:33 PM UTC
By ONE Deutschland
Die Themen des Tages:
TAGS: Benin, Bill Gates, Bill und Melinda Gates Stiftung, Burkina Faso, Deutschland, ECOWAS, Elfenbeinküste, Entwicklungszusammenarbeit, Frankreich, Gambia, GAVI Alliance, Gesundheit, Gesundheit von Kindern, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Liberia, Mali, Mauretanien, Namibia, Niger, Nigeria, Politik Aktuell, Regierungsführung, Senegal, Sierra Leone, Togo, UNO, Vernachlässigte Tropenkrankheiten, Was wir lesen
Mar 7th, 2011 6:15 PM UTC
By ONE Deutschland
Die Themen des Tages:
Feb 17th, 2011 4:48 PM UTC
By ONE Deutschland
Die Themen des Tages:
Mar 5th, 2010 3:27 PM UTC
By Carola Bieniek
Die Themen heute:
Jan 11th, 2010 7:36 PM UTC
By Carola Bieniek
Niebel in Ruanda
Den Nachrichtenagenturen AFP und epd zufolge hat der ruandische Präsident Paul Kagame nach einem Treffen mit Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) die guten Beziehungen zwischen Ruanda und Deutschland gelobt. Niebel sagte, der Kampf gegen Korruption und die Stärkung der Menschenrechte wären grundlegend für die wirtschaftliche Entwicklung Ruandas. Er nannte Transparenz den ersten Schritt zu guter Regierungsführung und sagte, das Ziel sei, Entwicklungshilfe langfristig unnötig zu machen. Er rief außerdem zu einer Stärkung der Zivilgesellschaft auf. Laut Katja Dombrowski im Tagesspiegel ist es wenig überraschend, dass Präsident Kagame mit ihm einer Meinung ist: er ist als Kritiker „klassischer“ Entwicklungshilfe für Afrika bekannt. Stattdessen fordert er faire Handelsbedingungen, Investitionen und eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Der Nachrichtenagentur epd zufolge hat Niebel sich skeptisch gegenüber der deutschen Budgethilfe für Ruanda geäußert, da sie die Steuerungsfähigkeit einschränke und ließ verlauten, dass sie zur Überprüfung stünde. Eine Bedingung für Budgethilfe wäre, dass man die komplette Kontrolle darüber habe, wo die Gelder hinfließen. (more…)
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.

TAGS: Afrika, Afrikanische Union, Allgemeines, Benin, Burundi, Deutschland, ECOWAS, Entwicklungszusammenarbeit, Gesundheit, HIV/Aids, Klimawandel, Michael Elliott, Togo, UNO, Was wir lesen