Die Themen des Tages:
Am morgigen Samstag, 12. November findet bereits zum dritten Mal der „Welttag zur Bekämpfung von Lungenentzündung“ statt, den ein weltweites Bündnis aus über 125 NGOs, wissenschaftliche Einrichtungen, staatliche Stellen und Stiftungen ins Leben gerufen hat. Denn was viele nicht wissen: Jedes Jahr sterben über eine Million Kinder an dieser Krankheit. Das sind 4300 Kinder jeden Tag – alle 20 Sekunden ein junges Leben. Lungenentzündung ist damit die Haupttodesursache bei Kindern unter fünf, vor allem in Entwicklungsländern. Aber es gibt auch gute Nachrichten: In 16 Entwicklungsländerm wurde inzwischen ein Impfstoff eingeführt, der vor Pneumokokken schützt, der Hauptursache von Lungenentzündung. Das erste dieser Länder war Ruanda. Hier berichtet euch die ruandische Gesundheitsministerin über ihre Erfahrungen bei der Bekämpfung dieser tödlichen Krankheit.

Im April 2009 führte Ruanda als erstes Land mit niedrigem Einkommen den Pneumokokken-Impfstoff (PCV7) ein, emöglicht durch eine Partnerschaft mit dem Unternehmen Wyeth. Dies war ein bedeutender Moment für uns, denn nachdem wir es geschafft hatten, die Fälle von Malaria drastisch zu senken, waren nun Pneumokokken-Erkrankungen die neue Hauptursache für Todesfälle bei Kindern in Ruanda. Die engagierte Arbeit unseres Partners, der GAVI Alliance, sorgte dafür, dass der Pneumokokken-Impfstoff in unserem Land sowohl verfügbar als auch erschwinglich sein würde.
Lungenentzündung bleibt weltweit die Hauptursache von Todesfällen bei Kindern unter fünf Jahren. Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an dieser vermeidbaren Krankheit.
Am 12. November 2011 wird Ruanda gemeinsam mit anderen Ländern den 3. Welttag zur Bekämpfung von Lungenentzündung (World Pneumonia Day) begehen – ein Tag, an dem wir feiern, dass Impfungen die Macht haben, Leben zu retten, wenn der Zugang zu ihnen gewährleistet ist.
Außerdem verhindert der Impfstoff, den wir verwenden, sogenannte Pneumokokken-Meningitis, eine Form der Hirnhautentzündung, die durch Pneumokokken verursacht wird. Diese Krankheit hinterlässt bei den Kindern, die sie überleben lebenslange geistige und körperliche Behinderungen.
Natürlich sind Impfungen nicht der einzige Weg, um Lungenentzündung zu verhindern. Das Stillen von Säuglingen, bessere Ernährung sowie die Senkung der Raumluftverschmutzung sind ebenso unerlässlich. Zudem müssen Kinder Zugang zu wirksamen Antibiotika haben, wenn sie doch erkranken. Aber durch Impfungen wird die Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen und Behandlungen reduziert und damit das Gesundheitssystem entlastet. Zudem wird durch Impfungen die Zeit verringert, die Familien sonst mit der Pflege eines kranken Kindes verbringen müssten. Dies stellt in Ländern wie Ruanda einen wesentlichen wirtschaftlichen Vorteil dar, denn Eltern, die ihre Kinder pflegen, können nicht zur Arbeit gehen.
Damit Impfungen funktionieren, müssen sie vollständig in die Gesundheits- und Sozialversorgung integriert werden. Genau das haben wir in Ruanda gemacht.
Im letzten Jahr wurden die Impfungen gegen Pneumokokken auf 16 Länder ausgeweitet. GAVI erwartet, dass 58 Länder bis zum Jahr 2015 die neueste Generation von Pneumokokken-Impfungen landesweit eingeführt haben werden. Auf diese Weise werden weitere 90 Millionen Kinder erreicht.
Durch den beständigen Einsatz aller Partner, einschließlich GAVI-förderberechtigter Länder und Geberländer, können wir bemerkenswerte Fortschritte im Kampf gegen tödliche, vermeidbare Krankheiten bei Kindern erzielen. Die Anzahl der von GAVI geretteten Leben ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zum 4. Millenniums-Entwicklungsziel (Senkung der Kindersterblichkeit), aber wir dürfen nicht nachlassen.
In Ruanda haben heute über 80 Prozent der Kinder Zugang zur Pneumokokken-Impfung. Die Kinder, deren Leben durch unsere Zusammenarbeit mit GAVI gerettet wird, werden dabei helfen, aus Ruanda ein Land zu machen, in dem Gesundheit für alle kein Traum ist, sondern eines der Fundamente einer starken, friedlichen Nation.

Die Autorin Dr. Agnes Binagwaho ist Kinderärztin und Gesundheitsministerin von Ruanda. Sie unterrichtet ausserdem „Global Health“ und Sozialmedizin and der medizinischen Fakultät der Harvard Universität (USA).
– Maike Bildhauer, GAVI Alliance –
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2000 haben sich die Staaten der Welt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Die Halbierung der Armut bis zum Jahr 2015. Gemssen wird der Fortschritt an acht Zielen, den so genannten Millennium-Entwicklungszielen (MDGs). Und es gab erhebliche Fortschritte. Dennoch wird es schwierig bleiben, alle Ziele bis 2015 zu erreichen, weil die ärmsten Menschen zurückbleiben. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Berichts, den UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon heute vorstellte. Weiterlesen
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Heute schreibt Jeffrey Lee, CEO der Urwego Opportunity Bank in Ruanda, über starke Frauen in seinem Land. Nicht nur die Mehrheit der Klienten, sondern auch die Mehrzahl seiner Angestellten ist weiblich. Den Originalbeitrag auf Englisch sowie ein Video von Alica Gastura findet ihr auf der Website von Opportunity International USA.
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Im Nachgang des Weltaidstages vor einer Woche, möchte Erin – bei ONE verantwortlich für Gesundheitspolitik – von einer Krankheit erzählen, die direkten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit nehmen kann, mit der sich eine Frau mit HIV ansteckt.
Vor ONE arbeitete ich für eine Organisation namens Global Network. Diese will über vernachlässigte Tropenkrankheiten (neglected tropical diseases, NTDs) informieren. NTDs sind Krankheiten, die mehr als eine Milliarde Menschen weltweit betreffen, aber weder von der Öffentlichkeit genügend Aufmerksamkeit erhalten noch ausreichend Finanzmittel zur Verfügung haben. Zu den interessantesten Fakten, die ich während meiner Zeit bei Global Network gelernt habe, ist, wie besonders Frauen unter eine vernachlässigte Tropenkrankheit – der Schistosomiasis (auch bekannt als Bilharziose oder „Schneckenfieber”) – zu leiden haben.
Mikiko Imai Ollison war früher bei ONE für die Handelspolitik verantwortlich. Derzeit führt sie bei der Weltbankgruppe eines der neun Expertenteams, die Daten für den Doing Business-Bericht 2011 zusammenstellten. Das Thema ihres Teams ist der grenzübergreifende Handel.
Seit ich ONE vor zehn Monaten verlassen habe, war ich als eine der Autorinnen des Doing Business-Bericht 2011 sehr beschäftigt. Unter der Überschrift „Unterschiede im Sinne der Unternehmer bewirken“ stellten die Weltbank und die Internationale Finanz-Corporation (IFC) den Bericht nun Anfang des Monats in Washington vor.
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Leith Greenslade, Leiterin des Vorstandes der GAVI-Kampagne Immunize Every Child plädiert für wirksame Vorbeugung und Behandlung von Lungenentzündungen, weil diese uns mit großen Schritten der Erfüllung von Millennium-Entwicklungsziel 4 entgegenbringen können.
Wie haben wir uns gefreut, als wir die Neuigkeit vernahmen, dass nun 3,7 Millionen weniger Kinder vor ihrem fünften Geburtstag sterben! Die Wirklichkeit sieht aber ein wenig anders aus: Um bis 2015 Millennium-Entwicklungsziel 4 zu erreichen, ist das nicht annähernd genug.
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Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
Schlagworte: Afrika, Angela Merkel, CDU/CSU, Deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, FDP, Frankreich, Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM), HIV/Aids, Malaria, Nicolas Sarkozy, Nigeria, ONE, Ruanda, Technologie, Transparenz, USA, Was wir lesen