Die Themen des Tages:
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Vielleicht habt ihr im September von den Unruhen in Mosambik nach einer Erhöhung des staatlich kontrollierten Weizenpreises um 20 % gehört. Nach den Protesten musste die Regierung die Erhöhung zurücknehmen. Besonders interessant für uns war aber zu sehen, welche Rolle Handys in dem Konflikt spielten: Es kamen Gerüchte auf, nach denen die Regierung den Mobilfunkunternehmen befohlen habe, das Verschicken von SMS zu unterbinden, da diese genutzt wurden, um die teils gewalttätigen Demonstrationen zu organisieren. Auch wenn sich nicht genau sagen läßt, was an diesen Gerüchten dran ist, zeigt der Vorfall doch den Einfluss, den die Mobilfunktechnologie inzwischen in Afrika hat. Während das Internet vielerorts noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen hat, werden besonders SMS genutzt, um sich zu vernetzten und Entwicklung zu organisieren.
Die Themen heute:
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Vor wenigen Tagen kehrten wir von einer Reise unter dem Motto „Zuhören und lernen” zurück, die Mitglieder des Vorstandes von ONE sowie Mitarbeiter und Berater von ONE nach Senegal, Ghana, Mosambik und Kenia führte. Beth Adler schreibt dazu über einen Public Private Partnership (öffentlich-private Partnerschaft – PPP) im Bereich Wasser und sanitäre Versorgung in Mosambik:
Einen unserer Tage im heißen und grünen Mosambik verbrachten wir mit der ONE-Delegation bei einem Projekt im Bereich Wasser und sanitäre Versorgung. Die PPP, die das Projekt unterhält, nennt sich Water and Sanitation for the Poor (WSUP) und wird unter anderem von unserem langjährigen Netzwerkpartner CARE unterstützt.
Niebels Idee erfolgreicher Entwicklungszusammenarbeit
In einem Interview mit der Deutschen Welle sagte Entwicklungsminister Niebel, das Wichtigste, das er in Afrika gelernt habe, sei, dass es ein Kontinent voller Potential, aber auch voller Probleme sei. Er sagt, er glaube, dass wirtschaftliche Entwicklung Grundlage für den Kampf gegen Armut sei, weshalb er eine Einbeziehung der deutschen Wirtschaft für sinnvoll erachte. Der deutsche Staat solle vor allem den Zugang zu Bildung verbessern, da Bildung die beste Absicherung gegen zukünftige Armut sei. Weiterlesen
Positives Fazit zu Niebels Afrika-Reise?
Ruppert Mayr berichtet für die Nachrichtenagentur dpa, dass Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) nach seiner Afrika-Reise „nachdenklicher“ wirke als zuvor. Auf dem Weg nach Afrika hatte er noch einmal wiederholt, dass sich Entwicklungshilfe im besten Fall selbst unnötig mache und dass er sich stärker auf die Wirtschaft als auf Sozialtransfers konzentrieren möchte. Doch laut Mayr war dies nicht ganz einfach. Alle drei Staaten, die Niebel besuchte, haben unterschiedlich stark mit Problemen in der Regierungsführung und Korruption zu kämpfen. In Ruanda hat Niebel dann auch, laut Frankfurter Allgemeine, seine strikte Opposition zur Budgethilfe teilweise aufgegeben und in der DR Kongo musste er sehen, dass humanitäre Hilfe dringend nötig ist und wirtschaftliche Investitionen kaum möglich, so dpa. Niebel kritisierte die Situation von Menschenrechten und Bildung im Kongo, aber lobte die Erfolge im Umweltschutz. Er versicherte laut dpa weiterhin, dass er an dem Verhältnis 2:1 von bilateraler zu multilateraler Hilfe festhalten werde, jedoch einen größeren Einfluss Deutschlands bei der Vergabe multilateraler Mittel anstrebe. Dieter Ernst vom Bund der Deutschen Industrie (BDI) sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die beste Unterstützung für Entwicklungsländer die Schaffung von Arbeitsplätzen sei. Weiterlesen
Niebel in Afrika
Der Nachrichtenagentur dpa zufolge sagte Oldemiro Baloi, Außenminister von Mosambik, nach einem Treffen mit Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), dass sich der Dialog zwischen den Ländern normalisiert habe. Mosambik war von mehreren Geberländern im Vorfeld der Wahlen im letzten Oktober aufgrund von Unregelmäßigkeiten kritisiert worden und es war mit einer Kürzung der Budgethilfe gedroht worden. Baloi kritisierte, dass Budgethilfe als Druckmittel benutzt worden war, sagte aber auch, dass Mosambik gerne bereit sei, über gute Regierungsführung und Korruption zu sprechen. Nach einem Treffen mit Präsident Armando Guebuza begrüßte Niebel Mosambiks Bemühungen, die Kriterien zum Erhalt von Budgethilfe zu erfüllen, sagte die Nachrichtenagentur epd. Weiterlesen
Vor Minister Niebels Reise nach Afrika
Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) startet heute seine erste Auslandsreise seit seinem Amtsantritt, die ihn nach Ruanda, Kongo und Mosambik führt. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge soll der Besuch eines „Vorzeigelandes” und eines „Krisengebiets“ die verschiedenen Gebiete und Herausforderungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit aufzeigen. Niebel sagte, dass Ruanda nach afrikanischen Standards auf dem Weg zu einem Wirtschaftsboom sei und als Paradebeispiel für Entwicklung dienen könne. Im Ostkongo will Niebel ein Flüchtlingslager besuchen und mit Vertretern der UN-Mission MONUS sprechen. Weiterlesen
Eva Joly über Korruption in Afrika und die Rolle großer Unternehmen
Die tageszeitung (taz) druckt heute ein Interview mit Eva Joly mit dem Titel: „Afrika wird geschmiert, wir schmieren“. In dem Interview spricht Joly, ehemalige Untersuchungsrichterin mit Schwerpunkt Korruption und für die französischen Grünen im Europaparlament, über Korruption in Afrika. Joly kritisiert, multinationale Unternehmen, darunter etwa das Transport und Logistikunternehmen Bolloré, seien mit unverantwortlichen Geschäftstaktiken für die anhaltende Korruption in vielen afrikanischen Ländern mit verantwortlich. Der Chef von Bolloré, Vincent Bolloré, sei darüber hinaus ein enger Freund des französischen Premiers Nicolas Sarkozy. In ihrer jetzigen Funktion als Vorsitzende des Ausschusses für Entwicklungszusammenarbeit des Europäischen Parlaments betont sie, dass arme Länder stark unter der Finanzkrise zu leiden hatten und deshalb größere Unterstützung der EU benötigten. Sie zeigt sich besorgt darüber, dass die EU keine Mittel habe, um Entwicklungsländer ausreichend in ihrem Kampf gegen extreme Armut und die Folgen von Finanzkrise und Klimawandel zu unterstützen. Deshalb unterstützt sie auch die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen, um das europäische Budget für Entwicklungszusammenarbeit dadurch erhöhen zu können.
Globale Gesundheit
Harro Albrecht kritisiert in Die Zeit scharf das mangelnde Engagement Deutschlands in Fragen der globalen Gesundheit. Er zeigt, dass dieses Thema bisweilen total ignoriert wurde und führt als Beispiel die Live-Schaltung ins Weltall während des Weltgesundheitsgipfels in Berlin an. Gesundheitliche Fragen im Feld der Raumfahrt hätten mit den dringendsten globalen medizinischen Fragen wenig zu tun. Mary Robinson (GAVI) fordert von Deutschland eine stärkere Beteiligung, gar eine Führungsrolle: Auf Grund der relativ kurzen Kolonialvergangenheit könnte Deutschland das neutrale Zentrum für Europa für eine globale Gesundheitspolitik sein.
Zum Weltgesundheitsgipfel auch Weltexpress:Sigurd Schulze, „Rat der Götter oder Ratschlag für Gesundheit?
Wahlen in Mosambik
dpa berichtet über die anstehenden Wahlen in Mosambik am 28. Oktober. Präsident Afmando Guebuza kandidiert für eine zweite Amtszeit. Die Opposition versammelt sich um Afonso Dhlkama (Renamo) und den ehemaligen Bürgermeister von Beira, Daviz Simango. Im Vorfeld der Wahlen wurde von Übergriffen auf die Oppositionsführer berichtet. Dennoch wird Mosambik als Vorbildnation in Afrika gehandelt. Der Internationale Währungsfond hat dem Land bis 2011 ein Wirtschaftswachstum von beinahe 6 % voraus-gesagt.
Somalia & die Piraten Weiterlesen
Letzte Woche haben wir in den Medien eine aufregende Meldung gefunden: das erste Glasfaser-Unterseekabel in Ostafrika ist angeschlossen worden. Das bedeutet, das die Menschen in Tansania, Kenia, Uganda, Mozambique und Teilen von Südafrika, die bisher auf langsame und teure Satellitenverbindungen angewiesen waren, nun dank dem afrikanischen Unternehmen Seacom Zugang zu Hochgeschwindigkeitsinternetanschlüssen haben. Weiterlesen
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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