Die Themen des Tages:
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Die entwicklungspolitische Organisation ONE hat errechnet, welchen Teil der Verantwortung welches Mitglied des Entwicklungsausschusses (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an der Antwort auf die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika tragen sollte. Wir haben außerdem eine Gesamtschau dazu erstellt, wie viel welches Land zum jetzigen Zeitpunkt bereits beigetragen hat. Zudem blicken wir auf Beiträge der so genannten Neuen Geber und Länder der Region. Dies ist eine Zusammenfassung der Analyse und eine Erläuterung dazu, wie sie erstellt wurde.
Hintergrund
Am Horn von Afrika erleben 12,4 Millionen Menschen derzeit die schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Es handelt sich hauptsächlich um Nomaden und Kleinbauern des südlichen Somalias, aus dem nördlichen Kenia und dem Südosten Äthiopiens. Aktuellen Schätzungen zufolge sind in Äthiopien 4,8 Millionen Menschen vom Hunger betroffen, in Kenia 3,7 Millionen, 165.000 in Dschibuti und 3,7 Millionen in Somalia, davon 2,8 Millionen aus dem südlichen Teil des Landes.
Die Vereinten Nationen haben einen Finanzbedarf von 2,48 Milliarden US-Dollar aufgerufen, um auf die Krise zu reagieren und Millionen vor dem Tod zu bewahren. Derzeit (Stand: 9. August) besteht allerdings noch eine Finanzierungslücke von 1,01 Milliarden US-Dollar. Diese Lücke muss umgehend geschlossen werden, um die Arbeit der Helfer in höchstmöglichem Tempo in Gang zu halten – um Leben zu retten und weitere Katastrophen abzuwenden.
Zusammenfassung der Berechnungen zum angemessenen Beitrag (“fair share”)
ONEs Analyse hat ergeben, dass die traditionellen Geber (damit meinen wir die 24 Mitglieder des OECD DAC) gemeinsam 2,11 Milliarden US-Dollar (entspricht 81,1 Prozent) des Finanzbedarfs tragen sollten.
Unsere Berechnungen zeigen, dass Akteure wie Großbritannien, die Niederlande, Schweden, Australien und die EU-Kommission bisher eine internationale Führungsrolle in der Antwort auf die Krise an den Tag legen und substantielle Beiträge zu dem Aufruf geleistet haben. Allerdings haben unter anderem Deutschland, Frankreich und Italien bislang erwartbare Beiträge vermissen lassen, um unnötiges Leid am Horn von Afrika zu vermeiden. Dies ist unentschuldbar und ONE ruft diese Staaten auf, sich ihrer Verantwortung bei der Hilfe für ihre globalen Mitbürger zu stellen, indem sie nunmehr umgehend ihren angemessenen Anteil zur Antwort auf die Krise beitragen. ONE ruft zudem die Europäische Kommission auf, ihre positive Rolle in dieser Angelegenheit fortzusetzen, auch indem sie die 27 Mitgliedstaaten dazu ermutigt, dass die EU insgesamt deutlich mehr tut, um diese Finanzierungslücke zu stopfen.
Dies ist eine enorme Krise, die Millionen von Menschen betrifft. Sie erfordert demnach eine internationale Reaktion. Die traditionellen Geber haben bislang immer den überwiegenden Großteil des Finanzbedarfs humanitärer Krisen getragen. Mittlerweile sind Neue Geber und Länder der Region allerdings zunehmend in der Lage in Notfällen wie diesen ebenfalls zu helfen. Dies konnte man etwa bereits 2004 in der Reaktion auf die Tsunami-Katastrophe in Südost-Asien beobachten als diese Akteure etwa fünf Prozent der Finanzierung zusagten.
Unter Beachtung dieses Umstands zeigt unsere Analyse, dass Neue Geber und regionale Partner 470 Millionen US-Dollar (18,9 Prozent) zur Krisenreaktion am Horn von Afrika beitragen sollten. Obwohl ein Großteil dieses Betrags bereits zugesagt wurde – hauptsächlich Dank der erheblichen Beiträge von Ländern wie Saudi-Arabien, Brasilien und multilateralen Fonds – waren die Beiträge der Golf- und anderer BRIC-Staaten bisher sehr gering. Mit Ausnahme von Saudi-Arabien haben die Golfstaaten vernachlässigbare Beträge aufgebracht. Die Kassen dieser Länder sind angesichts des hohen Ölpreises voll. Es ist von diesen Ländern leist- und erwartbar, dass sie sich Hilfe für Menschen leisten können, die praktisch direkt vor ihrer Haustür in größter Not sind. Dieser Ausfall steht in deutlichem Kontrast zu der Antwort afrikanischer Länder und Institutionen, einschließlich Sudan, der Afrikanischen Union und Kenia, die alle eine deutliche Reaktion zeigen und ihren Nachbarn mit Finanzierung und anderen Beiträgen zur Seite stehen.
Die Themen heute:
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Wie wir am Dienstag berichteten, verkündete der kanadische Premierminister und Gastgeber des G8-Gipfels, Stephen Harper, dass die G8 zusätzliche $5 Mrd. für die Gesundheit von Müttern und Kindern zur Verfügung stellen wird. Andere Geber wie beispielsweise die Bill und Melinda Gates Stiftung, Norwegen, Neuseeland, die Republik Korea, Spanien und die Schweiz versprachen Gelder in Höhe von $2,3 Mrd. Somit beläuft sich die Summe der Zusagen nun auf $7,3 Mrd.
Während wir diesen Anstieg begrüßen, so ist er doch weit von den $30 Mrd. entfernt, die laut Schätzung von Experten notwendig sind, um die Millenniumziele für Mütter- und Kindergesundheit bis 2015 zu erreichen.

Gestern berichteten wir über die Ergebnisse des G8-Gipfels und warum wir darüber enttäuscht sind. Auch ONE-Mitbegründer Bono findet, dass der Plan zur Reduzierung der Müttersterblichkeit ein guter Anfang ist, aber spätestens beim UN-Millenniumgipfel diesen Herbst noch viel mehr passieren muss. Hier sein Kommentar zum Gipfel in Kanada:
„Der Plan von Premierminister Harper zur Müttersterblichkeit allein reicht nicht aus, um der moralischen Provokation zu begegnen, welche der Tod von Millionen schwangeren Frauen darstellt. Mit diesem Plan wurde die Arbeit begonnen. Nun muss sie von den Staats- und Regierungschefs beim Gipfel der Vereinten Nationen zu den Millennium-Entwicklungszielen im September beendet werden. Bei den MDGs liegt insbesondere Afrika weit zurück. Aber die Millionen von engagierten Menschen überall auf der Welt, die für sie geworben haben, lassen sich nicht so schnell entmutigen – und das sollten die politisch Verantwortlichen, deren Länder die Millennium-Entwicklungsziele unterzeichnet haben, genau so wenig. Präsident Obama versprach einen konkreten globalen Aktionsplan bei den Vereinte Nationen vorzulegen, der die Millennium-Entwicklungsziele „eine Realität“ machen würde. Die Millennium-Entwicklungsziele müssen im Zentrum der Arbeit der G8, G20 und der Vereinten Nationen bleiben, bis ein konkreter Plan steht, wie diese erreicht werden können. Die Uhr tickt.“
ONE-Unterstützer Mark Entwistle hat im Vorfeld des G8-Gipfels echte Ausdauer bewiesen. Er sollte ONEs Petition für 3,5 Millionen zusätzliche Gesundheitsfachkräfte an den kanadischen Premierminister und G8-Gastgeber in Ottawa übergeben. 60.000 ONE-Unterstützer hatten im Vorfeld des Gipfels eine bessere Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern in Afrika gefordert.

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ONE ist mit einem internationalen Team in Kanada gelandet. Mit dabei ist neben Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, den USA und Kanada auch Tobias Kahler, Direktor von ONE Deutschland. Das Team hat sich bei einem Treffen mit Torontos Bürgermeister David Miller direkt an die Arbeit gemacht. Unser Ziel ist es, bei den diesjährigen Treffen der G8 und G20 mehr Aufmerksamkeit auf die Bekämpfung extremer Armut zu lenken. Weiterlesen
Am 3. Juni veranstaltete ONE einen parlamentarischen Empfang in der Nationalgallerie im kanadischen Ottawa, um angesichts des anstehenden G8-Gipfels in Muskoka auf die Gesundheitssituation von Müttern und Kindern aufmerksam zu machen. Model und Aktivistin Christy Turlington-Burns nahm an dieser Veranstaltung teil und zeigte bei dieser Gelegenheit einen Ausschnitt aus ihrem neuen Dokumentarfilm „No Woman, No Cry“.
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Es war ein hektisches Wochenende, aber jetzt, da wir das Endprodukt in den Händen halten, absolut lohnenswert: Für die Montagsausgabe der renommierten kanadischen Zeitung Globe and Mail übernahmen Bono und Bob Geldof gemeinsam mit ONE die Chefredaktion. Kanada bereitet sich gerade darauf vor, auf den G8- und G20-Gipfeln im Juni die Staats- und Regierungschefs der Welt zu willkommen zu heißen. Höchste Zeit für uns, die Aufmerksamkeit im Land auf Afrika zu richten.
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Am 26. April treffen sich die Entwicklungsminister der G8 im kanadischen Halifax, um einen Aktionsplan für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern zu erstellen. Dies ist Teil von Premierminister Harpers Zusage aus dem Januar, als Gastgeber der G8 in diesem Jahr den Gipfel dazu zu nutzen, „eine bedeutende Initiative zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern in den ärmsten Ländern der Welt“ voranzubringen.

Der renommierte kenianische Anti-Korruptionsaktivist John Githongo und Jamie Drummond, Mitgründer von ONE, veröffentlichten vor kurzem diesen Aufruf, in dem sie den Schlüssel für den Weg Afrikas aus der Armut in die Hände seiner Bürgerinnen und Bürger legen – und den Norden zur Unterstützung dieses Weges aufrufen.
Als diesjähriger Gastgeber der G8 und der G20 befindet sich Kanada in einer guten Position, die fällige Wiederbelebung der weltweiten Kampagne gegen extreme Armut vorzunehmen. Premierminister Stephen Harpers Aufruf zu mehr Verantwortung der G8 gegenüber ihren Entwicklungsversprechen und zu mehr Investitionen in die Gesundheit von Müttern und Kindern sind zu begrüßen und wir freuen uns bereits darauf, dazu weitere Details zu erfahren. Europäische Staatschefs und auch US-Präsident Barack Obama, der im letzten Frühjahr zu einem neuen, weltweiten Plan zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele aufgerufen hatte, sind bereits mit an Bord.
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Zum Ende des G20-Treffens im letzten September in Pittsburgh verkündeten Kanadas Premierminister Stephen Harper und Südkoreas Präsident Lee Myung-bak, dass sie beide in diesem Jahr G20-Gipfel veranstalten würden. Hier bei ONE waren wir neugierig zu sehen, wie genau diese Ankündigung aussehen würde, da Südkorea bereits für den nächsten G20 vorgemerkt worden war und Kanada ja turnusmäßig eh den nächsten G8-Gipfel ausrichten würde.

So verkündete dann Premierminister Harper, dass Toronto, Kanada, den G20-Gipfel als Teil des G8-Gipfels am 26. und 27. Juni 2010 ausrichten wird. Präsident Myung-bak verkündete, dass Seoul, Südkorea, einen zweiten G20-Gipfel im November 2010 ausrichten wird.
Im Oktober stellte Kanadas Ministerin für internationale Zusammenarbeit, Beverly Oda, die Nahrungssicherheitsstrategie der kanadischen Entwicklungsagentur CIDA vor. Dies ist ein wichtiger Schritt des Landes in Richtung der Erfüllung seiner Zusagen vom G8-Gipfel 2009. Kanada hat Nahrungssicherheit zu einer seiner Prioritäten gemacht. Die nun vorgestellte Strategie soll sowohl die nach wie vor spürbaren Folgen der Nahrungsmittelkrise als auch die Folgen der derzeitigen Wirtschaftskrise und des Klimawandels durch nachhaltige und wirkungsvolle Initiativen in Angriff nehmen. Weiterlesen
Am letzten Donnerstag veröffentlichte das Center for Global Development (CGD) den Commitment to Development Index (CDI) für 2009. Dieser listet reiche Staaten nach ihrer Politik zur Unterstützung von Entwicklungsländern. Der CDI wird seit 2003 veröffentlicht mit dem Gedanken, über die Messung von Hilfszahlungen hinaus herauszufinden, ob sich die Industriestaaten an ihre Versprechen in allen entwicklungspolitisch relevanten Bereichen halten. 22 reiche Nationen werden so nach den politischen Rahmenbedingungen und den tatsächlichen Handlungen eingeordnet, mit denen sie arme Nationen dabei unterstützen, bessere Lebensstandards, bessere Regierungen und mehr Sicherheit zu erlangen. Im Detail werden die Länder in sieben Kategorien beurteilt: Höhe und Qualität der Entwicklungshilfe, Handel, Investitionen, Migration, Umwelt, Sicherheit und Technologie. Weiterlesen
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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