Puh, was für eine Woche! Am Montagabend machten unsere französischen Kollegen im Herzen von Paris eine großartige Aktion, um im Land des G20-Gastgebers Nicolas Sarkozy ein starkes Zeichen gegen die Hungersnot zu setzen. Am Dienstag übergaben unsere Kollegen in London eure 400.000 Unterschriften an die britische Regierung – und zwar ausgedruckt und verpackt in vielen schweren Kartons. Wahnsinn!

Und heute hat das Team in Berlin die 400.000 Unterschriften zum Kanzleramt gebracht (allerdings gebrannt auf DVD, denn wir wollten keine 4897 Seiten ausdrucken). Wir gaben die Unterschriften bei einem sehr freundlichen Mitarbeiter der Poststelle ab, der versicherte, die DVD an die zuständigen Mitarbeiter der Bundeskanzlerin weiterzugeben. Auf Facebook könnt ihr euch weitere Fotos davon ansehen.
Aber damit nicht genug: Heute Mittag starteten wir noch eine Aktion, um die Bundeskanzlerin und ihr Team auf dem Weg zum Gipfel daran zu erinnern, dass die G20 in langfristige Lösungen gegen die Hungersnot investieren müssen. Die Bundesregierung trägt zur Bewältigung der aktuellen Hungerkrise am Horn von Afrika zwar ihren fairen Anteil bei. Allerdings sind mehr Anstrengungen nötig, um die Situation der Kleinbauern und die Landwirtschaft in Afrika nachhaltig zu stärken.
Damit diese Nachricht ankommt haben heute zahlreiche ONE-Unterstützer E-Mails ans Kanzleramt geschickt, Nachrichten auf der Website von Angela Merkel hinterlassen und den Regierungssprecher über Twitter angesprochen. Der hat auch auch prompt über Twitter geantwortet: “Die Themen Landwirtschaft, Nahrungsmittelpreise- und versorgung sind wichtiger Teil der G20-Tagesordnung.”
Das ist schon mal gut. Wir hoffen nun, dass dieser Tagesordnungspunkt starke und konkrete Ergebnisse hervorbringt. Dafür setzt sich vor Ort in Cannes übrigens auch ein kleines internationales ONE-Team im Austausch mit Journalisten, Politikern und Vertretern anderer Organisationen ein. Wir hoffen, dass unsere Stimmen gehört werden und halten euch auf dem Laufenden.
- Alicia Blázquez –
Die Themen des Tages:
Was ist besser als der berühmte Kuss vor dem Hôtel de Ville? Ganz klar: Der Stunt vor dem Hôtel de Ville!
Das Hôtel de Ville ist das Rathaus von Paris. Dort hat ONE mit Unterstützung der Stadt Paris am Montagabend, wenige Tage vor dem G20-Gipfel, ein Zeichen gegen Hungersnot gesetzt. Am Abend löschte das Rathaus die Lichter, und die Fassade des Gebäudes verwandelte sich in eine Leinwand, auf die unsere Videos “The F-Word” und “Eine Zukunft ohne Hungersnot” projiziert wurden. Unsere Forderungen an die G20 wurden auf Französisch, Deutsch und Englisch auf das Hôtel de Ville gestrahlt, ebenso wie die Namen der Unterzeichner unserer Petition.
Dabei waren neben dem Pariser Team von ONE zahlreiche französische ONE-Volunteers, Journalisten und prominente Unterstützer aus Frankreich. Chapeau – eine großartige Aktion! Ich wäre zu gerne dabei gewesen. Für alle, die ebenfalls nicht dabei sein konnten, gibt es zumindest dieses Video von der Aktion.
– Alicia Blázquez —
Diese Woche schauen wir nicht nur nach Afrika, sondern auch nach Frankreich. Dort findet diese Woche in Cannes der G20-Gipfel statt. Vor einigen Tagen war auch Bono in Frankreich, um vor Ort für ONEs Anliegen zu werben. Unsere Kollegin Sara aus dem ONE-Büro in Paris berichtet, was Bono zu sagen hatte.
Ach, und wo wir gerade beim Thema sind: Falls ihr zufällig gerade in Paris seid, schaut doch mal heute Abend ab 18.30 Uhr beim Hôtel de Ville vorbei und setzt gemeinsam mit ONE vor dem G20-Gipfel ein Zeichen gegen die Hungersnot. Dazu bald mehr, heute wird nicht mehr verraten.
Bono anerkannte das große Ausmaß der aktuellen Wirtschaftskrise. Er forderte jedoch zugleich, auch in schwierigen Zeiten in effektive Programme zu investieren, um Millionen Menschenleben zu retten – das sei nicht nur richtig, sondern in einer zunehmend globalisierten Welt auch ratsam.

Er betonte, dass die französische Regierung durch die Unterstützung wirksamer Programme im Kampf gegen extreme Armut und Krisen in Afrika, wie die derzeitige Hungerkrise in Somalia, einen bedeutenden Beitrag leiste. „Eine Hungersnot ist nicht normal… Wir sollten in der Lage sein zu verhindern, dass aus einer Dürre einen Hungersnot entsteht. “
Die Franzosen spielen durch ihre fortwährende Unterstützung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria eine Führungsrolle im Kampf gegen HIV/AIDS. Sie sind in einer einzigartigen Position, in Zukunft eine stärkere Beziehung mit Afrika als Handels- und Wirtschaftspartner entstehen zu lassen. Und diese Investitionen wirken: Vier Millionen Afrikaner haben seit 2002 von einer AIDS-Behandlung profitiert.
Auf die Frage nach seinem eigenen politischen Einfluss auf die Regierungschefs im Rahmen des Interviews mit der französischen TV-Show „Le Grand Journal“ von Canal+ verwies Bono auf die Macht seiner Fans, von denen viele wahlberechtigt und ONE-Unterstützer seien. „Die Politiker fürchten ja nicht mich, sondern das Publikum“, äußerte er sich und forderte die Menschen dazu auf, weiterhin Druck auf ihre Regierungen auszuüben, damit Menschen in den extremer Armut auch in diesen schwierigen Zeiten nicht vergessen werden.
Auf dem bevorstehenden G20-Gipfel in Cannes wird ONE die globalen Regierungschefs auffordern, innovative Finanzierungsmechanismen für Entwicklung zu unterstützen, um zukünftige Nahrungsmittelkrisen durch intelligente Investitionen in Landwirtschaft zu verhindern. Zudem sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur in Afrika unternommen werden. Bitte unterstütze unserer Petition mit deiner Stimme, damit wir die Hungersnot ein für alle Mal besiegen.
– Sara Kianpour –
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:

Seit der ersten großen Nahrungsmittelpreiskrise im Jahr 2008 wird die Spekulation mit Nahrungsmitteln mit als Ursache für hohe und stark schwankende Preise genannt. Und hohe Preise für Essen bedeuten für Menschen mit wenig Geld noch weniger Geld – oder sogar Hunger.
In diesem Jahr sind die Preise für Grundnahrungsmittel wieder so hoch, wie damals und die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika facht erneut die Diskussionen darüber an, was die Ursachen für knappe und teure Nahrungsmittel sind.
Aber was heißt das eigentlich: Spekulation mit Nahrungsmitteln? Warum gibt es das überhaupt? Wieso ist es jetzt plötztlich ein Problem (und nicht schon früher) und inwiefern kann man wirklich sagen, dass die Spekulationen zu hohen Preisen beitragen? Unsere Kollegen von weed haben dazu einen Film gemacht, der all diese Fragen erklärt und der uns so gut gefällt, dass wir ihn Euch hier hier gleich vorführen möchten.
Übrigens: Frankreich will seinen Vorsitz in der G20 dieses Jahr nutzen, um bei Thema Nahrungsmittelspekulation ein paar Schritte voran zu kommen.
Angesichts einer der schwersten Hungersnöte in der jüngeren Geschichte der Menschheit haben sich U2-Sänger und ONE-Mitbegründer Bono und der somalisch-stämmige Musiker K’naan den Fragen von Anderson Cooper bei CNN gestellt. Bereits vor zwei Wochen hatten sich Bono und K’naan mit Vertretern der somalischen Diaspora in den USA getroffen, um die Situation und mögliche Unterstützung zu diskutieren.
Im Interview mit CNN erläutert K’naan Gefühle vieler Somalis angesichts der Katastrophe und einer möglichen Müdigkeit der Welt, Somalia nach zwanzig Jahren Bürgerkrieg nun noch zu helfen. Bono nimmt Stellung zu möglichen Gegenstrategien und weist darauf hin, dass diese Krise – trotz aller anderen Herausforderungen der Welt – die Aufmerksamkeit der Welt benötigt. Bono lobt ausdrücklich die Großzügigkeit der Deutschen, die privat bereits fast 100 Millionen Euro gespendet haben und sagt, er erhofft sich eine ähnliche Summe von der deutschen Regierung. Die Krise sei so schwer, dass man jeden nur dringen aufrufen könne, sich mit voller Kraft zu engagieren.
Das ganze Interview auf Englisch seht Ihr mit einem Klick auf das Bild unten.

Die entwicklungspolitische Organisation ONE hat errechnet, welchen Teil der Verantwortung welches Mitglied des Entwicklungsausschusses (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an der Antwort auf die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika tragen sollte. Wir haben außerdem eine Gesamtschau dazu erstellt, wie viel welches Land zum jetzigen Zeitpunkt bereits beigetragen hat. Zudem blicken wir auf Beiträge der so genannten Neuen Geber und Länder der Region. Dies ist eine Zusammenfassung der Analyse und eine Erläuterung dazu, wie sie erstellt wurde.
Hintergrund
Am Horn von Afrika erleben 12,4 Millionen Menschen derzeit die schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Es handelt sich hauptsächlich um Nomaden und Kleinbauern des südlichen Somalias, aus dem nördlichen Kenia und dem Südosten Äthiopiens. Aktuellen Schätzungen zufolge sind in Äthiopien 4,8 Millionen Menschen vom Hunger betroffen, in Kenia 3,7 Millionen, 165.000 in Dschibuti und 3,7 Millionen in Somalia, davon 2,8 Millionen aus dem südlichen Teil des Landes.
Die Vereinten Nationen haben einen Finanzbedarf von 2,48 Milliarden US-Dollar aufgerufen, um auf die Krise zu reagieren und Millionen vor dem Tod zu bewahren. Derzeit (Stand: 9. August) besteht allerdings noch eine Finanzierungslücke von 1,01 Milliarden US-Dollar. Diese Lücke muss umgehend geschlossen werden, um die Arbeit der Helfer in höchstmöglichem Tempo in Gang zu halten – um Leben zu retten und weitere Katastrophen abzuwenden.
Zusammenfassung der Berechnungen zum angemessenen Beitrag (“fair share”)
ONEs Analyse hat ergeben, dass die traditionellen Geber (damit meinen wir die 24 Mitglieder des OECD DAC) gemeinsam 2,11 Milliarden US-Dollar (entspricht 81,1 Prozent) des Finanzbedarfs tragen sollten.
Unsere Berechnungen zeigen, dass Akteure wie Großbritannien, die Niederlande, Schweden, Australien und die EU-Kommission bisher eine internationale Führungsrolle in der Antwort auf die Krise an den Tag legen und substantielle Beiträge zu dem Aufruf geleistet haben. Allerdings haben unter anderem Deutschland, Frankreich und Italien bislang erwartbare Beiträge vermissen lassen, um unnötiges Leid am Horn von Afrika zu vermeiden. Dies ist unentschuldbar und ONE ruft diese Staaten auf, sich ihrer Verantwortung bei der Hilfe für ihre globalen Mitbürger zu stellen, indem sie nunmehr umgehend ihren angemessenen Anteil zur Antwort auf die Krise beitragen. ONE ruft zudem die Europäische Kommission auf, ihre positive Rolle in dieser Angelegenheit fortzusetzen, auch indem sie die 27 Mitgliedstaaten dazu ermutigt, dass die EU insgesamt deutlich mehr tut, um diese Finanzierungslücke zu stopfen.
Dies ist eine enorme Krise, die Millionen von Menschen betrifft. Sie erfordert demnach eine internationale Reaktion. Die traditionellen Geber haben bislang immer den überwiegenden Großteil des Finanzbedarfs humanitärer Krisen getragen. Mittlerweile sind Neue Geber und Länder der Region allerdings zunehmend in der Lage in Notfällen wie diesen ebenfalls zu helfen. Dies konnte man etwa bereits 2004 in der Reaktion auf die Tsunami-Katastrophe in Südost-Asien beobachten als diese Akteure etwa fünf Prozent der Finanzierung zusagten.
Unter Beachtung dieses Umstands zeigt unsere Analyse, dass Neue Geber und regionale Partner 470 Millionen US-Dollar (18,9 Prozent) zur Krisenreaktion am Horn von Afrika beitragen sollten. Obwohl ein Großteil dieses Betrags bereits zugesagt wurde – hauptsächlich Dank der erheblichen Beiträge von Ländern wie Saudi-Arabien, Brasilien und multilateralen Fonds – waren die Beiträge der Golf- und anderer BRIC-Staaten bisher sehr gering. Mit Ausnahme von Saudi-Arabien haben die Golfstaaten vernachlässigbare Beträge aufgebracht. Die Kassen dieser Länder sind angesichts des hohen Ölpreises voll. Es ist von diesen Ländern leist- und erwartbar, dass sie sich Hilfe für Menschen leisten können, die praktisch direkt vor ihrer Haustür in größter Not sind. Dieser Ausfall steht in deutlichem Kontrast zu der Antwort afrikanischer Länder und Institutionen, einschließlich Sudan, der Afrikanischen Union und Kenia, die alle eine deutliche Reaktion zeigen und ihren Nachbarn mit Finanzierung und anderen Beiträgen zur Seite stehen.
Während die Preise steigen und die Zahl der Hungernden stetig zunimmt, ist es ganz natürlich, dass diejenigen, die nichts im Bauch haben sich fragen: Wer hat Schuld? Weiterlesen
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
„Eine Milliarde Menschen isst zu viel, eine Milliarde nicht genug“, formulierte kürzlich der Executive Secretary der afrikanischen Entwicklungsinitiative NEPAD, Ibrahim Mayaki. Dies hätte die Überschrift über das Treffen der G20 Landwirtschaftsminister gestern und vorgestern in Paris sein sollen. Weiterlesen
Die Landwirtschaftsminister der G20 trafen sich gestern und heute (22-23 Juni) in Paris. Ihr Thema: die Zukunft der Kleinbauern in all den 180 Staaten, die nicht mit am Tisch saßen. Weiterlesen
Die Themen des Tages:
Es ist mittlerweile eine Tradition: Vor jedem G8-Gipfel bitten wir zusammen mit Bono und Bob Geldof eine große Tageszeitung des Gastgeberlandes darum, dem Thema Armutsbekämpfung eine Sonderausgabe zu widmen. Damit wollen wir Jahr für Jahr sicherstellen, dass die Ärmsten nicht von der Agenda G8 gestrichen werden. Nach der Bild-Zeitung 2007, Asahi-Shimbun 2008, La Stampa 2009 und The Globe and Mail 2010 folgt dieses Jahr, voilà — Libération. Weiterlesen
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Die Themen des Tages:
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
Schlagworte: Alicia Blázquez, Deutschland, Ernährung, Frankreich, G20, Großbritannien, Landwirtschaft, Mitmachen