ZURÜCK ZUR BLOG HAUPTSEITE // Archiv für ‘Äthiopien’
Hungersnot in Ostafrika
Zahlreiche Medien berichten heute über die Hungersnot in Ostafrika und den anstehenden FAO Gipfel zur Nahrungsmittelsicherheit in Rom. Judith Raupp spricht in der Süddeutschen Zeitung von politischem Versagen, da verschiedene UN-Organisationen, die den Hunger bekämpfen sollen, oftmals mehr gegen – statt miteinander arbeiten. AFP zufolge, warnen Hilfsorganisationen wie Oxfam vor einer wachsenden Verelendung in Entwicklungsländern. Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale sagte dem Tagesspiegel, dass das Problem durch die Landnahme reicher Staaten oder Investoren noch verschlimmert würde. Diese kauften Land in Afrika oder Asien zu Spottpreisen, um sich vor möglichen Nahrungsmittelengpässen zu schützen oder zu spekulieren. In Äthiopien sind 13,7 Millionen Menschen von ausländischer Nahrungsmittelhilfe abhängig. Geberländer sollten statt Nahrungsmittel zu importieren, vielmehr lokal produzierte Lebensmittel kaufen. Oxfam fordert eine stärkere Vertretung der Entwicklungsländer im Welternährungskomitee und verbindliche Zeit- und Aktionspläne.
Jamie Drummond, Mitgründer und Vorstand von ONE, war auf einer sehr persönlichen Reise
Vor 25 Jahren fühlte ich, ich musste handeln. Wie viele meiner Generation wurde ich geradezu dazu aufgerufen. Durch Bilder von Dürre und Hunger – und von ein paar zotteligen irischen Rockstars (mit denen ich jetzt seit einem Jahrzehnt zusammen arbeite). Die Hungersnot in Äthiopien und die Reaktion der Welt darauf mit BandAid und LiveAid prägten das Bild Afrikas für eine ganze Generation und initiierten eine Reihe konzertierter Aktionen zum Kampf gegen extreme Armut. (more…)
Europäische Entwicklungspolitik
Dr. Sven Grimm, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DIE schreibt auf Zeit Online über die Chancen der europäischen Entwicklungspolitik. Eine der besten Nachrichten sei, dass der Vertrag von Lissabon eine global nachhaltige Entwicklung und die Beseitigung der Armut als Ziele der europäischen Außenpolitik benennt. Damit wird die Entwicklungspolitik ein Teil des EU–Selbstverständnisses. Der Vertrag sagt jedoch wenig über die Gestaltung der Aufgaben und die Zusammensetzung des künftigen Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD). Die größten Konfliktlinien ziehen sich entlang der Fragen nach Legitimität und Finanzierung.
Der komplette Beitrag auf Zeit online: Dr. Sven Grimm, „Eine Chance für die europäische Entwicklungspolitik“
Es ist jetzt 25 Jahre her, dass die Weltöffentlichkeit von der Hungersnot in Äthiopien erfuhr, die eine Million Menschen töten sollte und Millionen weitere in desolater Situation zurück ließ.
Im Oktober 1984 brachten die Berichte der BBC-Reporter Michael Buerk und Mohamed Amin die Bilder des Leidens biblischen Ausmaßes in die Heime der Menschen in den Industriestaaten.
Sofort wurden weltweite Kampagnen als Antwort auf die Not gestartet. Bob Geldof, der eng mit ONE zusammenarbeitet, rief eine Vielzahl von Sangeskollegen zusammen und nahm unter dem Namen Band Aid eine Single auf, die nach ihrer Veröffentlichung im November 1984 wochenlang weit oben in den Charts überall auf der Welt stand. Im Juli 1985 folgten dann die Live Aid -Konzerte. Insgesamt kamen so für die Notfallhilfe £150 Mio. zusammen. (more…)
Ein Gastbeitrag von Melinda Gates:
In dieser Woche werden Bill und ich in Washington sein, um etwas zu tun, das auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag: wir sagen „Danke!”. Wir sagen denjenigen Danke, die Teil hatten an den großen Anstrengungen der US-Regierung, die globale Gesundheit zu verbessern. Unter anderem werden wir unsere neue Kampagne namens Living Proof Project: U.S. Investments in Global Health are Working vorstellen. Ihr Ziel ist es, Amerikanern von den enormen Erfolgen zu berichten, die wir auf vielen Gebieten bei der Verbesserung der Gesundheit überall auf der Welt machen. Unsere Hoffnung ist es, dass, wenn mehr Menschen die Ergebnisse sehen, sie diese fesselnden Geschichten mit anderen teilen werden und damit Amerika weiterhin dabei unterstützen werden, auf diesem Gebiet eine Führungsrolle einzunehmen. (more…)
Hungersnot
Äthiopien hat die international Gemeinschaft gestern dringend um Hilfe für 6,2 Millionen Menschen gebeten, berichtet dpa. 25 Jahre nachdem eine verheerende Hungersnot in Äthiopien eine Million Menschen getötet hat, fleht die Regierung nach Hilfe für über sechs Millionen Menschen, die vom Hungertod bedroht sind.
Der Tagesspiegel schreibt, dass UN-Schätzungen zufolge insgesamt 24 Millionen Menschen in sieben Ländern von der Hungernot betroffen sind. Die Zeitung schreibt weiter, dass der Hilferuf der Regierung bemerkenswert sei, da diese in den vergangenen Monaten alles getan hätte, um das Problem zu leugnen.
Einige Zeitungen, darunter auch Der Tagesspiegel, berichten über einen Bericht der Zeitung Omvärladen vom Dienstag, die der schwedischen Entwicklungshilfe Organisation sida gehört, demzufolge das Welternährungsprogramm WFP für den G8-Gipfel in Rom ein Treffen zwischen afrikanischen Kindern und den Ehepartnern der Regierungschefs arrangiert hatte. Letztere sollen dabei die Kinder gefüttert haben. Damit wollte das WFP aufzeigen, wie es unterernährte Mütter und Kinder, HIV/Aids-Kranke, Schüler und Katastrophenopfer mit Essen versorgt. Dem Tagesspiegel zufolge soll dieses Treffen $500.000 gekostet haben. Es werden vermehrt Stimmen laut, die eine solche Demonstration der Arbeit des WFP und die damit einhergehende Darstellung der afrikanischen Kinder heftig kritisieren.
Die Zukunft des Europäischen Auswärtigen Diensts (EAD) der EU
Gestern veröffentlichte Unicef aktuelle Zahlen zur Kindersterblichkeit: Jedes Jahr sterben weltweit 8.800.000 Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Trotz dieser immens hohen Zahl gibt es eine gute Nachricht: es ist der niedrigste Wert seit Unicef Berichte zur weltweiten Kindersterblichkeit veröffentlicht. Wir haben Beispiele zusammengetragen, wie intelligente Hilfe dazu beigetragen hat:
In Äthiopien beispielsweise, hat intelligente Hilfe dabei geholfen, die Zahl der Todesfälle durch Malaria drastisch zu reduzieren. Im Jahr 2005 hat die äthiopische Regierung (mit der Unterstützung von Gebern) eine ambitionierte Strategie angekündigt, mit der jeder gefährdeten Familie zwi Moskitonetze zur Verfügung gestellt werden sollten. Bis Januar 2008 waren 20,5 Mio. Netze verteilt worden und ein Drittel der gefährdeten Kinder schliefen nun sicher unter Netzen (2005 waren es nur zwei Prozent gewesen). Innerhalb von drei Jahren nach Beginn des Programmes war die Zahl der Todesfälle durch Malaria um die Hälfte gesunken. (more…)
Die im Januar 2008 eröffnete äthiopische Warenbörse (Ethiopian Commodity Exchange, ECX) ist eine kostengünstige und risikoarme Möglichkeit für äthiopische Bauern, ihre Produkte zu verkaufen – und zwar zu einem fairen Preis. An der Börse wird mit Kaffee, Sesam, Bohnen, Hirse, Weizen und Mais gehandelt. Sie stellt nicht nur die Qualität der Produkte sicher, sondern organisiert durch Lager- und Bezahlungssysteme auch Lieferung und Entlohnung. Für die von der Landwirtschaft abhängigen Kleinbauern – 85 % der äthiopischen Bevölkerung – bedeutet das einen enormen Fortschritt: Jahrelang hatten sie kaum die Möglichkeit, ihre Erzeugnisse zu guten Bedingungen abzusetzen, da die Käufer letztendlich über die Preise bestimmten. Bei guten Ernten gingen die Lebensmittelpreise in den Keller. Nach jahrelangen Hungersnöten und Marktreformen, die nicht gerade dazu beitrugen, diese Not zu lindern, haben sie nun viel bessere Chancen, ein angemessenes Einkommen zu erzielen.
Die Idee für die Warenbörse wurde von Wissenschaftlern des Ethiopian Development Research Institute und des International Food Policy Research Institute (IFPRI) entwickelt. Das IFPRI ist eines von 15 landwirtschaftlichen Forschungszentren, die von einem Bündnis aus Regierungen, privaten Stiftungen sowie internationalen und regionalen Organisationen unterstützt werden.
– Beth Adler –
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
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