Die Themen des Tages:
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Die Landwirtschaftsminister der G20 trafen sich gestern und heute (22-23 Juni) in Paris. Ihr Thema: die Zukunft der Kleinbauern in all den 180 Staaten, die nicht mit am Tisch saßen. Weiterlesen
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Am Mittwoch hatten wir euch berichtet, dass ONE in der französischen Zeitung Libération zum G8-Gipfel die Armutsbekämpfung thematisiert. Heute erzählt euch unsere Kollegin Verena aus dem Pariser Büro von ONE in Frankreich noch ein wenig mehr über die einizelnen Beiträge…
Das Programm des G8-Gipfels in Deauville ist vollgestopft. Doch Afrika soll darin einen besonderen Platz einnehmen, mit der Präsenz der neugewählten Präsidenten der Elfenbeinküste, Nigers und Guineas als Sondergäste, Seite an Seite mit den Staatschefs der Nepad-Gründerländern, Algerien, Ägypten, Äthiopien, Nigeria, Senegal und Südafrika.
Aber angesichts der Nachrichten der letzten Wochen von den arabischen Revolten zur DSK-Affäre, über Erdbeben und Atomkatastrophen in Japan, läuft Afrika die Gefahr, wieder mal auf den zweiten Platzt verwiesen zu werden. Und die Versprechen könnten die Bürger Afrikas noch einmal enttäuschen. Um sicher zu gehen, dass Afrika im Herzen der Debatte stehen wird, haben ONE und Bob Geldof elf renommierte Persönlichkeiten mobilisiert, die in der französischen Zeitung Libération ihren Standpunkt zur Frage Afrika vertreten. Eine Doppelseite ist am 24. Mai erschienen, eine dritte Seite am 25.
“Wenn wir das Leben eines kranken Kindes in einem Land retten können, müssen wir es in allen Ländern tun”, schreibt Bill Gates, der die G8 Leader an dieses Gleichheitsgesetz erinnert. Er bedient sich des Beispiels der Impfungen “die ein unglaubliches Kosten-Effizienzverhältniss haben”, um Leben zu retten.
“Nur durch Erziehung, Handel und verantwortliche Staatsführung kann Afrika sich verändern”, unterstreicht der Präsident der europäischen Kommission, José Manuel Barroso, der sich für mehr Transparenz im Rohstoffsektor engagieren will.
“Der einzige Reichtum der meisten Afrikaner, ob Land oder Stadtbewohner, ist das natürliche, wiederverwendbare Kapital, Wasser, Wälder, Energiequellen und Agrarland. Der G8-Gipfel kann entscheiden, afrikanische Initiativen zu unterstützen, die sich für dieses Naturkapital einsetzten, ein echter Reichtum der auch die Schönheit dieses Kontinents ausmacht”, sagen Yann Arthus-Bertrand und Denis Loyer von der GoodPlanet Stiftung.
Das ehemahlige Topmodel, Christy Turlington-Burns, spricht über ihren Film, der ihren Kampf gegen Müttersterblichkeit illustriert, der Wirtschaftsexperte François Bourguignon empört sich über die nicht gehaltenen Versprechen an Afrika, und der Präsident des panafrikanischen Parlaments, Idriss Ndélé, unterstreicht, dass Afrikas Zukunft weiblich ist.
„Innovativ sein, heisst auch die internationalen Handelsregeln zu verändern, die meistens im Norden zu Gunsten der Industrien aus dem Norden getroffen werden“, schreibt Philippe Douste-Blazy, der Präsident von Unitaid. Michel Kazatchkine, der Direktor vom Global Fund, ruft seinerseits die G8 Staatschefs dazu auf, die Gesundheitsfragen weiter intensiv zu unterstützen.
Der Text des Schriftstellers und Holocaustüberlebenden, Stéphane Hessel, ist eine harsche Kritik an all denen, die Afrikas Landwirtschaft durch Chemieprodukte und genetisch veränderte Samen ankurberln wollen. „Die Lösung heisst Agrar-Ökologie, sie respektiert die Gesundheit der Umwelt, der Landwirte, der Verbraucher und garantiert eine dauerhafte Tragbarkeit der Böden“, schreibt Hessel der alle „Philantropen, die gegen Hunger in der Welt kämpfen“ dazu aufruft, sich dafür einzusetzten.
Für den Präsident der afrikanischen Entwicklungsbank, Donald Kaberuka, “ist der Zeitpunkt gekommen, Afrikas inneres Potential zu befreien”, wie es die arabischen Revolten – die er vom Sitz der Bank in Tunis aus erster Hand miterlebt hat – gezeigt haben. “Nach dem arabischen Frühling wird der Sommer vielleicht afrikanisch”, hoffen die Präsidenten der französischen NGO’s Nathalie Péré-Marzano (AMPC) et Jean-Louis Viélajus (Coordination Sud).
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die G8 Staatschefs auf die Bühne treten, und uns zu beweisen, dass sie die Wünsche und Bestrebungen des afrikanischen Kontinents gehört haben.
Alle Texte sind auf Französisch unter http://www.liberation.fr/debats zu lesen.
– Verena von Derschau –
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Es ist mittlerweile eine Tradition: Vor jedem G8-Gipfel bitten wir zusammen mit Bono und Bob Geldof eine große Tageszeitung des Gastgeberlandes darum, dem Thema Armutsbekämpfung eine Sonderausgabe zu widmen. Damit wollen wir Jahr für Jahr sicherstellen, dass die Ärmsten nicht von der Agenda G8 gestrichen werden. Nach der Bild-Zeitung 2007, Asahi-Shimbun 2008, La Stampa 2009 und The Globe and Mail 2010 folgt dieses Jahr, voilà — Libération. Weiterlesen
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Heute haben wir den neuen DATA Bericht veröffentlicht. Das Ergebnis ist nicht überraschend, aber deswegen nicht weniger schlimm: Die deutsche Entwicklungspolitik vernachlässigt Sub-Sahara-Afrika, die ärmste Region der Welt! Deutschland hat seit dem historischen G8-Gipfel von Gleneagles im Jahr 2005 nur 18 Prozent der seitdem zusätzlich eingesetzten Mittel Sub-Sahara-Afrika zukommen lassen. Dabei war damals mindestens die Hälfte zugesagt worden. Diese Neuigkeiten haben auch die deutschen Medien nicht kalt gelassen. Viele haben darüber berichtet, unter anderem Spiegel Online und die Frankfurter Rundschau. Wenn ihr euch die Zahlen und unsere animierten Grafiken nicht entgehen lassen wollt, dann geht zu unserer DATA Bericht Seite.
Dass Deutschland die in Gleneagles zugesagte Gesamtsumme um mehr als drei Viertel verfehlt hat, war bereits längere Zeit bekannt. Zusammen mit Frankreich und ‑ zu einem noch erheblicheren Ausmaß ‑ Italien trägt Deutschland damit die Hauptverantwortung dafür, dass die G7 als Gruppe ihr Versprechen an Afrika nur zu 61 Prozent erfüllt haben. „Dass das zusätzliche Geld in fünf Jahren zu einem so geringen Teil nach Afrika ging, hat uns bei der Analyse der Zahlen selbst überrascht. Denn das steht im Gegensatz zu der von der Bundesregierung häufig beteuerten Schwerpunktsetzung auf die ärmste Region der Welt“, kommentierte unser Deutschlandchef Tobias Kahler. Er begrüßte jedoch Signale des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, dass die Zusagen für Afrika in den kommenden Jahren zu verstärkten Aufwüchsen führen sollen.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Nordafrika befürchten wir dass Sub-Sahara-Afrika weiter aus dem Fokus Deutschlands rücken könnte, obwohl diese Region trotz starken Wirtschaftswachstums nach wie vor am massivsten von Armut und Klimawandel betroffen ist.
Deutschland führend im Bereich innovativer Finanzierungsinstrumente
Es gibt aber auch positive Nachrichten in unserer diesjährigen Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik: Die Fusion der deutschen Entwicklungsorganisationen zur Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) war nämlich ein wichtiger Schritt zu mehr Wirksamkeit der deutschen Armutsbekämpfung. Deutschland ist zudem international führend darin, innovative Finanzierungsformen für Entwicklungsarbeit zu erschließen.
Positive Entwicklungen in Sub-Sahara-Afrika
Die G7/G8 wollten ihre Versprechen an Afrika bis zum Ende des Jahres 2010 einhalten. Dieser Zeitraum ist nun abgelaufen. Obwohl nur 61 Prozent der zugesagten Erhöhungen tatsächlich geflossen sind, zieht ONE ein vorsichtig optimistisches Fazit der fünf Jahre nach dem Gipfel von Gleneagles. Mehr als zwei Drittel zusätzlicher Entwicklungsfinanzierung des letzten Jahrzehnts (68 Prozent oder 10,68 Mrd. US-Dollar) zu Gunsten der Region entfiel auf den Zeitraum 2005 bis 2010.
Ein Großteil dieser Gelder floss in intelligente Programme, die in Sub-Sahara-Afrika dazu beitrugen, dass der Malariatod von 750.000 Kindern verhindert wurde. 46,5 Millionen Kinder konnten in den letzten zehn Jahren zusätzlich eingeschult werden. Die landwirtschaftliche Produktivität stieg in 17 Ländern der Region um 50 Prozent.
Das sind tolle Erfolge. Und auch die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents ist ebenfalls positiv. Sie hat nach der Krise schnell wieder angezogen und wird bald wieder bei einem Wachstum von durchschnittlich 6 Prozent liegen. Die Mobilisierung nationaler Ressourcen in Sub-Sahara-Afrika zieht ebenfalls deutlich an: Sie verdoppelte sich zwischen 2004 und 2010 und liegt damit auf dem siebenfachen dessen, was die Region an Entwicklungsfinanzierung erhält.
Infos auf einen Blick (in konstanten Preisen von 2010):
Höhe der G7-Zahlungen an Sub-Sahara-Afrika (SSA) 2004: 17,479 Mrd. US-Dollar
Versprochene Höhe der G7-Zahlungen an SSA für 2010: 35,7 Mrd. US-Dollar
Tatsächliche Höhe der G7-Zahlungen an SSA 2010: 28,676 Mrd. US-Dollar
Höhe Zahlungen Deutschlands an SSA 2004: 2,45 Mrd. US-Dollar
Versprochene Höhe der Zahlungen Deutschlands an SSA für 2010: 6,72 Mrd. US-Dollar
Tatsächliche Höhe der Zahlungen Deutschlands an SSA 2010: 3,43 Mrd. US-Dollar
Deutschland und Italien sind gemeinsam für rund 7,1 Milliarden US-Dollar des Ausfalls des G7-Versprechens verantwortlich.
- ONE Deutschland –
Die Themen des Tages:
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Im Rahmen der gestrigen New Yorker Konferenz der GAVI Alliance „Saving children’s lives – a call for action and resources for the GAVI Alliance” hat Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, die Arbeit der GAVI Alliance als „Schlüsselelement” der globalen Gesundheitsstrategie der Vereinten Nationen bezeichnet. Mit deutlichen Worten forderte der UN-Generalsekretär die internationalen Geldgeber zu höheren Zusagen an die Allianz auf.
Initiativen in Höhe von $40 Mrd. passieren meistens nicht unbemerkt. Daher habt ihr vielleicht in der letzten Woche davon gehört, dass UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon eine Globale Strategie für die Gesundheit von Frauen und Kindern (PDF) vorgestellt hat. Dieser Plan soll bei den Millennium-Entwicklungszielen 4 und 5 schnellere Fortschritte bringen, indem die weltweiten Zusagen in einem umfassenden Plan verschmolzen werden. Das UN-Generalsekretariat vermeldete, dass die bisher gemachten Zusagen dabei helfen werden,
Ende Juni fand in Kanada der G8-Gipfel statt. Eines der Themen auf der Agenda war die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern. Dazu sind die reichen Staaten akzeptable, wenn auch nicht ausreichende Verpflichtungen eingegangen. Nun trafen sich die afrikanischen Staats- und Regierungschefs in der ugandischen Hauptstadt Kampala zum 15. Gipfel der Afrikanischen Union. Dr. Jotham Musinguzi, Afrikachef der NGO Partners in Population & Development, fasst für uns seine Sicht auf die Themen des AU-Gipfels zusammen und gibt einen Ausblick darauf, welchen Einfluss die Ergebnisse auf den MDG-Gipfel der Vereinten Nationen im September und darüber hinaus haben können.
Gordon Conway und ONEs Laura Kelly finden, dass wir besser verstehen müssen in welche Töpfe landwirtschaftliche EZ-Mittel und Investitionen fließen und wie sie am besten eingesetzt werden, um Hunger wirksam bekämpfen zu können.
Es war noch nie leicht, Staats- und Regierungschefs zur Verantwortung zu ziehen.
Als Italien 2009 als G8-Vorsitz amtierte, sagte die Staatengemeinschaft durch die globale Ernährungssicherungsinitiative von L‘Aquila”, finanzielle Förderung in Höhe von über $20 Mrd. über den Zeitraum von drei Jahren zu, Deutschland beteiligt sich mit 3 Mrd. Heute wie damals begrüßen wir dieses Versprechen, aber wir möchten auch wissen, welche Fortschritte erreicht wurden.
Wie wir am Dienstag berichteten, verkündete der kanadische Premierminister und Gastgeber des G8-Gipfels, Stephen Harper, dass die G8 zusätzliche $5 Mrd. für die Gesundheit von Müttern und Kindern zur Verfügung stellen wird. Andere Geber wie beispielsweise die Bill und Melinda Gates Stiftung, Norwegen, Neuseeland, die Republik Korea, Spanien und die Schweiz versprachen Gelder in Höhe von $2,3 Mrd. Somit beläuft sich die Summe der Zusagen nun auf $7,3 Mrd.
Während wir diesen Anstieg begrüßen, so ist er doch weit von den $30 Mrd. entfernt, die laut Schätzung von Experten notwendig sind, um die Millenniumziele für Mütter- und Kindergesundheit bis 2015 zu erreichen.
Die Themen heute:

Gestern berichteten wir über die Ergebnisse des G8-Gipfels und warum wir darüber enttäuscht sind. Auch ONE-Mitbegründer Bono findet, dass der Plan zur Reduzierung der Müttersterblichkeit ein guter Anfang ist, aber spätestens beim UN-Millenniumgipfel diesen Herbst noch viel mehr passieren muss. Hier sein Kommentar zum Gipfel in Kanada:
„Der Plan von Premierminister Harper zur Müttersterblichkeit allein reicht nicht aus, um der moralischen Provokation zu begegnen, welche der Tod von Millionen schwangeren Frauen darstellt. Mit diesem Plan wurde die Arbeit begonnen. Nun muss sie von den Staats- und Regierungschefs beim Gipfel der Vereinten Nationen zu den Millennium-Entwicklungszielen im September beendet werden. Bei den MDGs liegt insbesondere Afrika weit zurück. Aber die Millionen von engagierten Menschen überall auf der Welt, die für sie geworben haben, lassen sich nicht so schnell entmutigen – und das sollten die politisch Verantwortlichen, deren Länder die Millennium-Entwicklungsziele unterzeichnet haben, genau so wenig. Präsident Obama versprach einen konkreten globalen Aktionsplan bei den Vereinte Nationen vorzulegen, der die Millennium-Entwicklungsziele „eine Realität“ machen würde. Die Millennium-Entwicklungsziele müssen im Zentrum der Arbeit der G8, G20 und der Vereinten Nationen bleiben, bis ein konkreter Plan steht, wie diese erreicht werden können. Die Uhr tickt.“
ONE-Unterstützer Mark Entwistle hat im Vorfeld des G8-Gipfels echte Ausdauer bewiesen. Er sollte ONEs Petition für 3,5 Millionen zusätzliche Gesundheitsfachkräfte an den kanadischen Premierminister und G8-Gastgeber in Ottawa übergeben. 60.000 ONE-Unterstützer hatten im Vorfeld des Gipfels eine bessere Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern in Afrika gefordert.

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Die Themen heute:
Die Themen heute:
ONE ist mit einem internationalen Team in Kanada gelandet. Mit dabei ist neben Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, den USA und Kanada auch Tobias Kahler, Direktor von ONE Deutschland. Das Team hat sich bei einem Treffen mit Torontos Bürgermeister David Miller direkt an die Arbeit gemacht. Unser Ziel ist es, bei den diesjährigen Treffen der G8 und G20 mehr Aufmerksamkeit auf die Bekämpfung extremer Armut zu lenken. Weiterlesen
Die Themen heute:
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
Schlagworte: Afrika, Bill Gates, BRIC-Staaten, Entwicklungszusammenarbeit, EU, G8, Handel, Impfungen, Klimavereinbarung, Klimawandel, Landwirtschaft, Nigeria, OECD, Politik Aktuell, Sudan, USA, Was wir lesen