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Emily Alpert

Über die aktuelle Lage am Horn von Afrika


Dec 12th, 2011 7:48 PM UTC
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Vielen Dank an alle ONE-Unterstützer, die bei unserer Kampagne gegen die Hungersnot mitgemacht haben. Unser aller Stimmen haben dazu beigetragen, dass der UN-Aufruf zur Nothilfefinanzierung für das Horn von Afrika um eine Milliarde US-Dollar aufgestockt und weitere 700 Millionen US-Dollar in Form von Zusagen eingeholt werden konnten. Zusammen genommen würden diese Zusagen die Finanzierungslücke von 530 Millionen US-Dollar mehr als füllen.

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Während ONE weiterhin Druck auf Staats- und Regierungschefs ausübt, ihre Zusagen einzuhalten und dringend notwendige, lebensrettende Maßnahmen zu unternehmen, sind viele Menschen am Horn von Afrika noch lange nicht über den Berg. Obwohl die Situationen in den Regionen Bay, Bakool und Lower Shabelle in Südsomalia seit dem 18. November nicht mehr den Status einer „Hungersnot“, sondern (lediglich) den einer „humanitären Notsituation“ besitzen, ist die Lage in Somalia nach wie vor besonders schlimm.

Vier Millionen Menschen in Somalia haben nach wir vor einen sehr unsicheren Zugang zu Lebensmitteln, und 250.000 davon in Südsomalia sehen sich weiterhin einer Hungersnot ausgesetzt. Diese Zustände werden voraussichtlich bis mindestens  Dezember 2011 und in Abhängigkeit von den Regenfällen möglicherweise sogar bis zum Frühjahr 2012 andauern.

Vertriebene Menschen sind aufgrund der Mangelernährung, der beengten Wohnsituation (bspw. in Flüchtlingslagern) sowie der unzureichenden sanitären Versorgung einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Masern, Cholera, Kinderlähmung, Durchfall oder anderen Krankheiten zu erkranken. In Somalia hat sich die Zahl der Kinder mit schwerer Mangelernährung in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 fast verdoppelt. Die Cholera-Fälle mit anschließender Todesfolge setzen sich fort. Die Zahl der Maserausbrüche ist zwar seit September rückläufig, zeigte aber im November einen kleinen Anstieg.

Die internationale Gemeinschaft und lokale NGOs haben 4.000 aufgrund der Dürre vertriebene somalische Familien (24.000Menschen) umgesiedelt, die zuvor im Flüchtlingslager in Mogadishu untergebracht waren. Die Rückkehr der Menschen erfolgt dabei auf freiwilliger Basis, damit diese durch die bevorstehende Regenzeit und die sich bietenden Chancen ihr Leben wieder aufbauen können. Die Rote-Halbmond-Vereinigung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die neben anderen Agenturen am Umsiedlungsprozess beteiligt ist, stellt jeder rückkehrenden Familie neben einem Drei-Monats-Versorgungs-Paket bestehend aus Lebensmitteln, Vieh und anderen Ressourcen 150 US-Dollar zusätzlich zur Verfügung.

Ein neues zweiteiliges TV-Programm von Al Jazeera English mit dem Titel “Fault Lines” (zu sehen oben im Player) zeigt einen Einblick in das Flüchtlingslager in Mogadischu, wo Eltern ihre Kinder begraben. Sie fragen sich, was noch getan hätte werden können, um die Krise zu verhindern, und was nun weiter geschehen kann. Diese Frage ist heute noch aktuell, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Al-Shabaab-Miliz 16 Hilfsorganisationen den Einsatz im Krisengebiet untersagt hat.

Nach vereinzelten Angriffen und Entführungen innerhalb des kenianischen Staatsgebietes durch die Al-Shabaab-Miliz marschierten kenianische Streitkräfte letzten Monat in Somalia ein. Das Ziel dabei war die Verkehrsknotenpunkte Afmadow und die Hafenstadt Kismayo zu ergreifen, beides wichtige Hochburgen der Al-Shabaab südlich von Mogadischu. Kenia erhofft sich hierdurch eine Pufferzone im Süden Somalias zu errichten, um die Infiltration von Terroristen verhindern und Hilfsorganisationen einen besseren Zugang zur Region ermöglichen zu können. Kenia konnte bereits mehrere Städte unter seine Kontrolle bringen und forderte Hilfsorganisationen zur Rückkehr auf. Reuters berichtet, dass Kenia seit dem Einmarsch in Somalia “von einer Welle von Anschlägen heimgesucht wurde”.

Trotz der Verluste im Zuge der Invasion von 2006 bis 2009 hat auch Äthiopien die Grenze zu Somalia überquert. Obwohl die äthiopische Regierung ihre Teilnahme an den militärischen Aktionen gegen die Al-Shabaab-Miliz nicht bestätigt hat, berichten viele Augenzeugen von äthiopischen Truppen in der Stadt Guriel. Über die Absichten Äthiopiens ist zu diesem Zeitpunkt wenig bekannt.

Und was ist der somalischen Regierung? Richard Dowden von der Royal African Society schreibt, dass die Regierung – die sogenannte “Transitional Federal Governmnet (TFG) – durch den Rückzug der Al-Shabaab aus Mogadischu Mitte August und ”mit der kenianischen Militärintervention im Süden, eine Chance erhalten hat, die eigene Handlungsfähigkeit zu beweisen und die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und Sicherheit zu gewährleisten. Aber das ist eher unwahrscheinlich …“ Er zitiert den Spezialisten für das Horn von Afrika Ken Menkhaus: „die Bilanz der TFG lässt bislang einen gegenteiligen Schluss zu. Diese hat nie eine Gelegenheit verpasst, eine Gelegenheit zu verpassen.”

– Emily Alpert —

Vergiss nicht das Gemüse!


Aug 30th, 2011 4:36 PM UTC
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Die Folgen von Mangelernährung — und was man dagegen tun kann.

„Vergiss nicht das Gemüse!“ hat meine Mutter früher am Esstisch immer zu mir gesagt. Als Krankenschwester wusste sie, wie wertvoll eine gute Ernährung ist, und konnte es sich auch leisten, mich ausgewogen zu ernähren. Für viele Familien in extremer Armut, wo zwischen 60 und 80 Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben werden, kann es schon mal passieren, dass Gemüse und eiweißhaltige Nahrung vom Tisch verschinden, wenn in der Familie jemand seine Arbeit verliert oder stirbt, oder alleine schon, wenn die Lebensmittelpreise leicht ansteigen. (more…)

Hohe Nahrungsmittelpreise, aber keine Krise? Hmmm…


Jan 20th, 2011 5:59 PM UTC
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In den letzten sechs Monaten konnten wir verfolgen, wie die Nahrungsmittelpreise auf dem globalen Markt steigen. Das hat zu Befürchtungen einer neuen Nahrungsmittelkrise geführt, die erneut Millionen von Menschen in Armut treiben könnte. Ende November 2010 lagen die Nahrungsmittelpreise nur 10 Prozent unter dem Niveau von 2008 – dem Höhepunkt der letzten globalen Nahrungsmittelkrise. Experten der UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) haben daher eine Versammlung abgehalten, um die Situation zu analysieren. Ihre Einschätzung: Nein, das ist keine neue Nahrungsmittelkrise, das sind nur hohe Preise. Mittlerweile haben die Preise allerdings sogar die Höchststände von 2008 überschritten. Der Nahrungsmittelpreisindex der FAO, der die Preise für Getreide, Fleisch, Milchprodukte, Speiseöle und Zucker misst, stieg zu Beginn des Monats auf 215 Punkte – den höchsten Stand der seit Beginn der Aufzeichnungen vor 21 Jahren gemessen wurde. Die FAO ist aber noch immer der Ansicht, dass dies keine Krise sei (Link). Wie ist das möglich? Was ist dieses Mal anders? Und steht eine schwere Krise etwa kurz bevor?

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Landwirtschaftliche Aussichten unbeständig


Oct 25th, 2010 5:59 PM UTC
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Jedes Jahr veröffentlichen die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (UN Food and Agriculture Organization, FAO) und die OECD gemeinsam ihren Agrarausblick (PDF). Dieser Bericht gibt einen Ausblick auf die Entwicklung von Ernährung und Landwirtschaft in den kommenden zehn Jahren.

In diesem Jahr konzentrierte sich der Bericht auf Bio-Kraftstoffe, Getreide, Ölsamen, Zucker, Fleisch- und Milchprodukte in den Jahren 2010 bis 2019. Das klingt köstlich, oder?

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Es dürstet nach Nahrung


Oct 19th, 2010 6:19 PM UTC
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Okyereko Reis-Genossenschaft, Ghana. Es ist ein richtig heißer Tag und ich habe Durst. Könntest du mir bitte ein eiskaltes Glas Nahrung eingießen?

Ich weiß, das klingt unsinnig. Aber das Erreichen einiger Entwicklungsziele – das beginnt damit, den weltweiten Nahrungsbedarf zu decken und geht bis hin zum Aufbau einer besseren Zukunft (also Armutsbeseitigung) – hat sehr viel mit Wasser im Zusammenhang mit Nahrung zu tun. Genauer gesagt mit dem Vorhandensein und dem Zugang zu sauberem Wasser für arme Menschen in ländlichen Gegenden, die für ihren Lebensunterhalt, ihre Nahrung, Ernährung und Gesundheit auf die Landwirtschaft angewiesen sind.

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Was ihr schon immer über CAADP wissen wolltet…


Apr 26th, 2010 6:50 PM UTC
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In der letzten Woche war ich in Johannesburg, um dort dem 6ten Treffen der CAADP Partnerschaft beizuwohnen. Ich hatte gehört, dass das CAADP – das Comprehensive African Agriculture Development Program, das „Umfassende landwirtschaftliche Entwicklungsprogramm für Afrika“ – ganz schön kompliziert sein kann, aber es verdient auch Anerkennung und Unterstützung.

Reisbauern in GhanaZunächst einmal ist das CAADP eine afrikanische Initiative, deren Ziel es ist, einen Rahmen vorzugeben und einen Prozess zu entwickeln, mit dem die landwirtschaftliche Produktivität und Ernährungssicherheit überall auf dem Kontinent erhöht werden können – sicher keine leichte Aufgabe. Davon abgesehen bezieht der Prozess für die Ausarbeitung und Unterzeichnung einer CAADP-Vereinbarung – also des Landwirtschaftsaktionsplans eines Mitgliedsstaates – die unterschiedlichen Interessengruppen von der Bauernvereinigung bis zum Privatsektor mit ein. Damit ist CAADP nicht nur ein exzellentes Beispiel für nachfrageorientierte, umfassende und konsultative Entwicklung, sondern gibt darüber hinaus auch eine Struktur vor, in die Geber ihre Bemühungen einfließen lassen können und innerhalb derer sich die Geber besser absprechen können.

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Der ONE Blog

Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.

Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.