Worum wir die G8 außerdem bitten: Landwirtschaft

08.07.2009 11:22Uhr
von ONE Deutschland

Sie haben vielleicht bereits unseren Beitrag darüber gelesen, dass für uns Rechenschaftspflicht ein großes Thema auf dem G8-Gipfel diese Woche sein sollte. ONE verlangt von den G8-Staaten eindeutige Zeitpläne, wie sie die Rückstände in der Erfüllung ihrer Versprechen an die Entwicklungsländer aufholen wollen, und die Diskussion einer Strategie für die Zeit nach Auslaufen der Versprechen von Gleneagles. Außerdem drängt ONE aber auch auf belastbare finanzielle Investitionen in die Landwirtschaft von Entwicklungsländern.

ONE fordert von der G8:

  • Stellen Sie im Jahr 2010 zusätzlich $5 Mrd. für mittel- und langfristige Landwirtschaftsinitiativen in Afrika zur Verfügung. Unterstützen Sie vor allem Initiativen, die helfen, technisch einwandfreie und nachvollziehbare Pläne der Länder selbst umzusetzen.  Treffen Sie außerdem Vorkehrungen, diese Mittel auf $10 Mrd. pro Jahr zu steigern. Dies sollte in Zusammenarbeit mit afrikanischen Initiativen wie dem Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP) zu wirksamen Finanzierungsmechanismen von NEPAD geschehen.
  • Stellen Sie mittelfristig die notwendig Unterstützung zur Verfügung, beispielsweise für die der Anschaffung von Saatgut und Dünger und zum Ausbau von Mikrokrediteinrichtungen, und beugen Sie damit dem Abstieg in Hunger und Armut vor.
  • Erhöhen Sie die Investitionen in landwirtschaftliche Infrastruktur, dazu gehört die Elektrifizierung, Bewässerungssysteme und die Transportinfrastruktur. Marktverzerrende Subventionen, Importzölle und Einfuhrquoten auf Güter aus afrikanischen Ländern sollten abgeschafft werden.
  • Stellen Sie mehr Mittel zur Finanzierung von Forschung und Ausbildung insbesondere zum Nutzen der Kleinbauern zur Verfügung. Beispielhaft sind hier die Programme von AGRA und CGIAR zu nennen.
  • Verbessern Sie die technische Unterstützung von Kleinbauern, so dass sie besseren Zugang zu Krediten erhalten können und die Pachtsysteme in ländlichen Gegenden gestärkt werden.

Landwirtschaft ist für die Wirtschaft vieler Entwicklungsländer das Rückgrat. Dies gilt umso mehr in Afrika, wo zwei Drittel der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt sind. Investitionen in die Landwirtschaft könnten dabei helfen, Kleinbauern den Zugang zum Markt zu eröffnen und dadurch höhere Einkommen und mehr Nahrungsmittelsicherheit, insbesondere in ländlichen Gegenden sichern.

Unseren vollständiges Landwirtschaftsforderungspapier können Sie hier auf Englisch lesen.

Mehr zu unserem G8-Forderungspapier finden Sie unter Politik Aktuell auf den Seiten zum G8-Gipfel.

– Beth Adler –

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Schlagworte: Allgemeines, Beth Adler, Entwicklungszusammenarbeit, G8, Landwirtschaft, Politik Aktuell

 

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