Gestern verstärkte Bob Geldof für einen Tag unser Team in Berlin. Wichtigstes Thema für uns in dieser Phase ist natürlich der Entwurf zum Bundeshaushalt, der mit darüber entscheiden wird, ob Deutschland sein Versprechen an Afrika halten wird. Am Vormittag trafen sich Bob, Tobias Kahler und Andreas Hübers deshalb im Bundesfinanzministerium mit einem Team von Staatssekretär Gatzer.

Bei der Gelegenheit konnten wir auch die tausenden Unterschriften und Botschaften der ONE-Unterstützer übergeben, die Sie in den letzten Tagen an uns geschickt haben. Zweifellos war diese Unterstützung ein wichtiger Anknüpfungspunkt für das Gespräch mit dem Staatssekretär und seinen Mitarbeitern.
Nach einem Treffen mit G8-Sherpa Bernd Pfaffenbach, bei dem es um die Erwartungen an den bevorstehenden Gipfel in Italien ging, war Bob Gastredner auf einer Afrikakonferenz im Deutschen Bundestag.

Dabei machte Bob gegenüber den Abgeordneten, internationalen Gästen und Journalisten deutlich, dass Entwicklungszusammenarbeit funktioniert. Er lobte die Anstrengungen Deutschlands bei der Entwicklungshilfe. Als Beispiele für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit nannte er den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Drei Millionen HIV-Infizierte erhalten täglich kostenlos Medikamente. Er sprach auch an, dass die G8-Staaten ihre Hilfszusagen sehr unterschiedlich einhielten. Während Japan seine Versprechen bereits zu 150 Prozent und Kanada zu 206 Prozent erfüllt hätten, liegt der G8-Gastgeber Italien bei lediglich drei Prozent.
In ihrer anschließenden Rede machte Bundeskanzlerin Angela Merkel erfreulicherweise deutlich, dass in Zeiteneiner globalen Finanz- undWirtschaftskrise die Entwicklungshilfe nicht reduziert werden dürfe. „Wir haben allen Grund, Afrika nicht zu vernachlässigen“, so Merkel. Die Europäer würden in einer globalisierten Welt ohne positive Entwicklung in Afrika nicht in Ruhe leben können.

Zugleich mahnte die Kanzlerin selbstkritisch, die Unterstützung der Europäer könne noch effizienter und untereinander besser abgestimmt sein. Im Vergleich zu China sei Europa in der Unterstützung ärmerer Länder außerdem manchmal vielleicht zu umständlich.

Afrikanische Regierungen hätten Recht, dass es mitunter fünf Jahre dauern könne, bis mit einem europäischen Land ein konkretes Projekt auf den Weg gebracht wird.
Anschließend trafen sich Bob und das Team von ONE mit Mitgliedern des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – von denen die meisten bereits den Artikel ONE unterzeichnet haben.

Nach kurzen Eingangsstatements hatten die Abgeordneten Diskussionsbedarf: Heike Hänsel fragte, ob man Handelsfragen im Artikel ONE nicht deutlicher hätte ansprechen können. Der Auschussvorsitzende Thilo Hoppe interessierte sich dafür, wodurch Deutschland im Ranking des DATA Berichts zur Wirksamkeit der Hilfe auf den vierten Platz zurückgefallen ist.
Gegen 18.00 Uhr ging ein Tag voller Termine zu Ende. Der Haushaltsprozess ist noch nicht zu Ende. Das Kabinett entscheidet darüber in der kommenden Woche.
Im ONE Blog berichten wir über Hintergründe und Neuigkeiten rund um die Armutsbekämpfung weltweit. Die Beiträge stammen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ONE, aber auch von Unterstützerinnen und Unterstützern, Netzwerkpartnern, Freunden der Organisation und Entwicklungsexperten.
Der Inhalt der Beiträge und Kommentare spiegelt die Meinung der Autoren wider und entspricht nicht immer den Ansichten von ONE.
24.06.2009 at 13:52
ich wiederhole mich wahrscheinlich, aber ich finde es beachtlich, dass jemand, der es eigentlich nicht nötig für hätte, sich um die belange von armen menschen kümmert. bob geldorf könnte an seinem pool sitzen und genüßlich eine kalte cola schlürfen, und es sich von seinen tantiemen gut gehen lassen. aber nein, er scheinbar unermütlich unterwegs, um sich für die einzusetzten die wenig oder nichts haben. weiter so!
24.06.2009 at 14:54
Hallo,
mein aufrichtiger Dank gilt allen Mitarbeitern von ONE!
Ich werde auch weiterhin die Entwicklung verfolgen und versuchen, durch regelmäßige Teilnahme an den Unterschriften-Kampagnen ein kleines Scherflein dazu beizutragen.
Viele Grüße
Wolfgang Rheinschmitt
24.06.2009 at 15:39
Das sind ja mal gute Nachrichten! Ohne die Entwicklung Afrikas kann es keine nachhaltige Erholung in Europa geben, abgesehen davon ist es eine moralische Pflicht, denen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie uns, zumal unser Wohlstand auf dem Rücken dieser Ländder entstanden ist. Privilegien verpflichten!!
Sustainable recovery in Europe is not possible without the development of the African economies. It is furthermore a moral duty to help those less well off especially since our prosperity is built on the backs of these nations. Lets keep the pressure up
24.06.2009 at 17:07
Wir haben grossen Respekt vor Eurer Arbeit ! Dass Leute wie Ihr zur richtigen Zeit am richtigen Ort seid, macht auch uns Mut, unseren Teil zur Verbesserung unserer Welt beizutragen. Dass ein Bewusstseinswandel im Gange ist, lässt hoffen, dass es nur noch besser werden kann; jedoch denken wir auch, dass wir noch nicht ganz unten in der Talsohle angekommen sind. Nur in tiefster Bedrängnis und scheinbaren Auswegslosigkeit ist der Mensch letztendlich handlungsfähig, denken wir. Und weil wir nicht nur im Netz inzwischen tatsächlich ein globales Dorf sind, kommen wir dieses Mal gemeinsam am Abgrund an, in dem wir uns selbst erkennen und auch verstehen können.Wenn das passiert, haben wir eine grosse und sicher auch die einzige Chance, aus der Dunkelheit wieder in Richtung Licht zu gelangen.
Also machen weiter unser Ding….
Liebe Grüße,
Gaby und Bernhard, wave project
24.06.2009 at 17:30
Nun hoffen wir sehr, dass die Stimme der Armen gewichtig genug wird, um auch nach der Wahl noch Beachtung zu finden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Friedhelm Hinz
24.06.2009 at 17:48
Vielen Dank für die freundlichen Ermutigungen! Freut uns natürlich und ist ein Ansporn!
24.06.2009 at 19:20
An das gesammte ONE Team meinen Dank.
Ohne Teilen geht es nicht mehr auf dieser Welt.
Teilen von Wissen, Liebe und Geld.
Ich versuche meinen kleinen Beitrag zu leisten: http://www.solarenergiekugel.de
24.06.2009 at 22:31
Danke das es noch Menschen gibt die an die ärmsten der Welt denken!!!!
25.06.2009 at 15:25
Das Versprechen von 0,7 % des Bruttonationaleinkommens für Entwicklung wurde von Deutschland schon in den 70er Jahren gegeben und bis heute bicht eingelöst.
Unglaublich, aber wahr!