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Dank der EU erhalten Menschen mit HIV/AIDS auf Mauritius lebensrettende Behandlungen


Dec 28th, 2012 10:00 AM UTC
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Mit etwas mehr als 5.000 HIV/Aids-Erkrankungen im Jahr 2011 ist der Kampf gegen HIV/Aids keine Priorität für den Großteil der Geber und Finanzierungsmechanismen auf Mauritius. Aber der Virus breitet sich immer weiter auf der Insel aus, mit verheerenden Auswirkungen für die Bevölkerung und ihre Randgruppen.

Dank der EU-Entwicklungsfinanzierung konnte die lokale Organisation Prévention Informationen Lutte contre le Sida (PILS) den Kampf gegen HIV/AIDS auf Mauritius wieder aufnehmen.

PILS Office

PILS wurde 1996 von Nicolas Ritter gegründet, zwei Jahre nachdem er erfahren hat, dass er mit dem HI-Virus infiziert ist. Zu der Zeit gab es auf Mauritius noch keine Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit HIV/Aids, und er musste zur benachbarten Insel La Réunion fliegen, um eine antiretrovirale Behandlung zu erhalten. Beeindruckt von den Fortschritten im Kampf gegen HIV/Aids des Nachbarlandes, gründete Nicolas die Organisation PILS im Alter von 25 Jahren. Seitdem hat die Arbeit von PILS Menschenleben gerettet, und das ist es, was Nicolas und sein Team zu ihrer Arbeit motiviert. Sie wissen, dass HIV/AIDS nicht ein Todesurteil sein muss, und zunehmend wissen das auch immer mehr Leute in Mauritius.

Trotz dieses Erfolges, erklärt Nadia Peerun, Fundraiserin für PILS, muss Mauritius mit anderen Ländern in der Region um finanzielle Mittel konkurrieren. “Es ist sehr schwierig für uns, hier Finanzierung zu bekommen, weil die Situation auf dem afrikanischen Kontinent noch viel schlimmer ist.” Zum Glück macht das „Dezentrale Kooperationsprogramm“ der EU in Mauritius es leichter für PILS, Finanzierung für den Kampf gegen HIV/Aids zu bekommen. Nadia erklärt: „durch dieses Finanzierungssystem, das finanzielle Mittel auf lokaler Ebene zur Verfügung stellt, steigen unsere Chancen Mittel für den Gesundheitsbereich einzusetzen.“ Sie fügt hinzu, „andere Geber haben nicht unbedingt diesen Finanzierungsmechanismus, dies macht es viel schwieriger für uns, Fördermittel zu erhalten.”

Im Jahr 2009 finanzierte die EU ein Beratungs-Projekt von PILS um die Randgruppen der Bevölkerung, die einem besonders hohen HIV/Aids-Infektionsrisiko ausgesetzt sind, wie Drogenkonsumenten und Prostituierten, eine kostenlose Untersuchung, Präventionsmaßnahmen und antiretrovirale Behandlungen zu ermöglichen. „Dank der EU-Finanzierung können wir dieses Projekt durchführen“ betont Nadia. „Das ist unglaublich wichtig für diese Bevölkerungsgruppen, denn aufgrund der hohen Stigmatisierung können sie oftmals nicht die öffentlichen Gesundheitsdienste nutzen.“ Zwischen 2009 und 2011 wurden dank der EU-Entwicklungsfinanzierung insgesamt 1.103 HIV Tests durchgeführt; 302 Prostituierte und 753 Menschen, die Drogen injizieren, konnten mit den Gesundheitsprogrammen erreicht werden.

Dank der EU-Entwicklungsfinanzierung, zusammen mit einem der wenigen lokalen Geldgeber Rogers & Co. Ltd, der das PILS Projekt unterstützt, konnte PILS andere lokale Organisationen in der Lobby- und Advocacy-Arbeit schulen. Nadia betont den Nutzen dieser Arbeit: „Dies ist wirklich wichtig, weil es viele NROs in Mauritius gibt, diese aber keine gemeinsame Lobbystrategie verfolgen.”

2009 und 2010 hat die EU auch den Aufbau von PILS eigenen Kapazitäten finanziert. Nadia beschreibt: „Die EU-Entwicklungsfinanzierung hat es uns ermöglicht, die Strukturen aufzubauen um effizienter zu arbeiten und eine besser koordinierte, und solidere NRO zu werden. Die Anforderungen, die die EU an die finanziellen und programmatischen Betriebsforderungen stellt, haben uns geholfen, uns weiterzuentwickeln und so unser Management stark zu verbessern.”

Neben der Beratungs- und Lobbyarbeit hat PILS auch ein Projekt begonnen, das die Position der Randgruppen, die einem besonders hohen HIV/Aids-Infektionsrisiko ausgesetzt sind, stärken soll. Diese Bevölkerungsgruppen werden in Mauritius häufig stigmatisiert, und haben fast keinen Zugang zu Informationen über Gesundheitsfürsorge, sozialen Dienstleistungen zur Rehabilitierung und Integration oder wie sie das Ansteckungsrisiko vermeidbarer Krankheiten verringern können. PILS bietet ihnen Schulungen zu handwerklichen Tätigkeiten an, sodass arbeitslose Empfänger/innen eine bessere Chance auf ein regelmäßiges Einkommen erhalten. Nadia erläutert: „Sie erlernen in unseren Workshops neue handwerkliche Tätigkeiten und können sich als Unternehmer registrieren. So können sie ihre Produkte auf dem Markt verkaufen. Dies trägt zu einem regelmäßigen und gesicherten Einkommen bei.“ Die Schulungen bieten auch eine gute Gelegenheit, um die Beteiligten zu HIV/Aids und anderen Themen zu informieren.

PILS bietet zudem die Möglichkeit, an der weiterführenden Fortbildung „Positive Botschafter“ teilzunehmen. Dabei werden die Teilnehmer/innen zunächst geschult und unterstützen dann PILS lokale Arbeit im Kampf gegen HIV/Aids mit politischer und Lobby-Arbeit. Einer der Teilnehmer, Den Ramsamy, hat beispielsweise beschlossen, seine HIV/Aids-Infizierung öffentlich bekannt zu machen.

Nadia erklärt: “Wir haben ihm die nötigen Kenntnisse vermittelt, um für seine Rechte einzutreten, und um nationale Treffen zu beeinflussen, sodass er dies nutzen konnte um schließlich seine HIV/Aids-Infektion öffentlich im Fernsehen bekannt zu machen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein EU-finanziertes Projekt einen großen Einfluss auf die Gemeinschaft ausgeübt hat.” Knapp 35 Personen werden derzeit als positive Botschafter geschult.

Als sie gefragt wird, ob sie es vorziehen würde, dass europäische Länder mehr Entwicklungshilfe durch die EU-Institutionen oder auf nationaler bilateraler Basis bereitstellen sollten, antwortet Nadia ohne zu zögern: „Ich bevorzuge eindeutig die finanziellen Mittel durch EU-Institutionen zu erhalten. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit mit den europäischen Ländern selbst haben wir bemerkt, dass die EU ein globaleres Bild hat. Die EU ist in der Lage, Gelder gezielter zu einzusetzen und Projekte sachdienlich zu finanzieren, was viel schwieriger auf Landesebene zu stemmen ist, da es dort weniger dieses Gesamtbild gibt. Da die EU dieses globale Bild hat, ist sie viel besser koordiniert. Die Finanzierung wird viel effizienter eingesetzt.”

Über PILS

Pils kämpft gegen HIV/Aids auf Mauritius und will die Auswirkungen der Erkrankung auf die Bevölkerung minimieren, indem die Organisation die Prävention, Verbesserung der Lebensqualität von HIV-positiven Personen und Mobilisierung politischer und öffentlicher Unterstützung für HIV-positive Menschen und Themen fördert. Weitere Informationen unter: http://www.pils.mu/ (auf Englisch)

TAGS: EU, HIV/Aids, Mauritius, ONE

 

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