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Verstaatlichung der Grameen Bank. Die Top-Themen des Tages


Aug 29th, 2012 5:09 PM UTC
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Die Top-Themen des Tages:

  1. Verstaatlichung der Grameen Bank
  2. Wirtschaftswachstum in Schwellenländern wird langsamer
  3. Schwere Unruhen in Mombasa

1. Verstaatlichung der Grameen Bank

Willi Germund berichtet in der Financial Times Deutschland sowie dem Kölner Stadt-Anzeiger von der Übernahme der Kontrolle der Grameen Bank durch Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina.  Nach fast 18 Monaten habe das Kabinett Anfang August eine Resolution verabschiedet welche besagt, dass die Regierung den Vorstandsvorsitzenden des Geldinstituts ernennen darf, der Direktor aber im Einvernehmen mit dem Vorstand ausgesucht und ernannt wird, so die Financial Times Deutschland. Somit habe der Vorstandschef das Recht, eigeständig den Direktor der Bank zu benennen. Neun der zwölf Mitglieder des Vorstandes seien Frauen welche von den mehr als acht Millionen Kundinnen und Kreditnehmerinnen (96 Prozent davon weiblich) gewählt wurden. Somit würde Sheikh Hasina durch den Angriff auf die Unabhängigkeit des Instituts auch Frauen entmachten. Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, zusammen mit Winfried Pinger, einst entwicklungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, würden den Stopp der deutschen Entwicklungshilfe in Höhe von 30 Millionen Euro an Bangladesch fordern. Nachdem Sheikh Hasina bereits 2011 den Gründer der Bank, Muhammad Yunus, als Bankdirektor absetzte, sei die Resolution ein weiterer Schritt der machtbewussten Regierungschefin, um sich eines prominenten Kritikers und potenziellen Konkurrenten zu entledigen, so Germund.

2. Wirtschaftswachstum in Schwellenländern wird langsamer

In der Financial Times Deutschland schreibt Dani Rodrik, dass die optimistischen Prognosen für ein starkes Wirtschaftswachstum, angeführt von Schwellenländern in Asien und Afrika, sich nicht bewahrheiten werden. Abgesehen von einigen Ländern, die vom Boom der Bodenschätze profitierten, hätten die meisten erfolgreichen Volkswirtschaften der vergangenen 60 Jahre ihr Wachstum einer schnellen Industrialisierung, insbesondere in der Fertigungsindustrie, zu verdanken. Länder, die aus ihren Landwirten Fabrikarbeiter machen, hätten einen enormen Wachstumsbonus erlebt. Der traditionelle Industrieansatz hätte jedoch an Effizienz verloren. Auf Grund von technischen Fortschritten würden tendenziell höhere Qualifizierungen und Kapital, jedoch weniger Arbeitskräfte benötigt. Langfristige Entwicklung würde eine Kombination aus Industrialisierung und kontinuierlichen Aufbau von Fachpersonal und institutionellen Kapazitäten erfordern. Die Fertigungsindustrie werde weiterhin das Sprungbrett für arme Länder sein. Allerdings würden „die Sprünge nicht so rasch aufeinanderfolgen und auch nicht so hoch sein wie früher“, so Rodrik.

3. Schwere Unruhen in Mombasa

Viele Zeitungen, wie der Tagesspiegel und die Süddeutsche, berichten von schweren Unruhen in der kenianischen Hafenstadt Mombasa. Es sei bereits der zweite Tag in Folge an dem sich die Polizei und Jugendliche bekämpften. Die jungen Demonstranten würden Steine werfen, Autos und Geschäfte beschädigen. Ladenbesitzer hätten Plünderungen gemeldet. Sicherheitskräfte würden Tränengas einsetzen und Warnschüsse in die Luft feuern. Die Ausschreitungen wurden ausgelöst  durch die Ermordung des radikalislamistischen Predigers Aboud Rogo Mohammed. Laut Süddeutsche habe der Prediger militante Islamisten in Somalia unterstützt. Die somalische Rebellengruppe Al-Shabaab habe kenianische Muslime aufgerufen sich zu verteidigen.

TAGS: Afrika, Bildung, CDU/CSU, Entwicklungszusammenarbeit, Frauen, Intelligente Hilfe, Kenia, Mikrofinanz, Regierungsführung, Technologie, Was wir lesen

 

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